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Paket-Streit in Kodersdorf ist geklärt

Seit Monaten währt das Dilemma um ein kleines Depot vor der Post-Filiale im Ort. Ideal ist die Lösung jedoch nicht.

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Von Katja Schlenker

Der Hickhack um die Kodersdorfer Post scheint beendet. Nachdem das Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Paketbox direkt an der Bundesstraße 115 im Februar abgelehnt hat, haben sich Deutsche Post und Gemeinde jetzt auf eine Stelle an der Straße der Freundschaft geeinigt. Die Einwohner können ihre Pakete also bald in der Kodersdorfer Post-Filiale abholen, wenn sie tagsüber nicht an der Haustür abgegeben werden konnten.

Bisher ist das nicht möglich gewesen, weil das Paketdepot gefehlt hat. Dort verstauen die Postboten die nicht zugestellten Sendungen. Simona Schumann, welche die Post-Filiale in Kodersdorf betreibt, holt die Pakete aus der Box und nimmt sie mit in ihr Geschäft, wo die Pakete abgeholt werden können. Simona Schumann ist froh, dass sich endlich eine Lösung abzeichnet. Auch wenn ihr der Standort direkt gegenüber ihrem Geschäft besser gefallen hätte. Dann wäre der Weg von der Paketbox bis zur Post nicht so weit. Doch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat zu diesem Vorschlag Nein gesagt, weil die Postautos auf der Bundesstraße halten und den Verkehr behindern könnten, wenn die Postboten die nicht zugestellten Pakete, Päckchen und Einschreiben in der Aufbewahrungsbox deponieren. „Aber Hauptsache ist, dass das Thema endlich abgehakt ist“, sagt Simona Schumann.

Darüber ist auch die Deutsche Post froh. „Der Bauauftrag ist ausgelöst“, erklärt Sprecher Manfred Hauschild. „Wir hoffen, dass die Box noch im März gebaut werden kann.“ Das sei jedoch vom Wetter abhängig. Dennoch ist es eine gute Nachricht, die auch Jens Hoffmann freuen dürfte. Der Kodersdorfer hat zu Beginn des Jahres auf das Post-Dilemma aufmerksam gemacht. Dafür ist Simona Schumann ihm dankbar.

Jens Hoffmann ist einer derjenigen, die ihre Pakete in der Nieskyer Post-Filiale statt in der Kodersdorfer abholen mussten. „Was tun die Menschen ohne Auto, Leute die auf öffentliche Verbindungen angewiesen oder nicht mehr gut zu Fuß sind, Menschen, denen das Busfahren nicht so einfach fällt“, fragt er sich, während er die 26 Kilometer zwischen Kodersdorf und Niesky hin und her fährt, um sein Paket zu holen.

Weil ihn dieser Gedanke nicht losgelassen hat, hat er mehrfach bei der Post angerufen. Immer wieder zeigen die Mitarbeiter bei der Beschwerdehotline Verständnis für sein Problem und versprechen ihm ein Heftchen mit Briefmarken als Entschuldigung. Mittlerweile hat er sogar einen Blumenstrauß und einen netten Brief von der Deutschen Post bekommen. Darin erläutert die Post nochmals die Gründe für das Dilemma in Kodersdorf. „Aufgrund der Öffnungszeiten der Partnerfiliale in Kodersdorf ist es uns nicht möglich, abzuholende Sendungen direkt dort abzugeben“, heißt es in dem Schreiben.

„Grundsätzlich versuchen unsere Postboten, zunächst einen Ersatzempfänger zu finden, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist“, erklärt Manfred Hauschild von der Deutschen Post. „Erst dann wird die Sendung in einer Filiale zur Abholung hinterlegt.“ Aber er weist auch darauf hin, dass telefonisch eine zweite Zustellung von Paketen vereinbart werden könne. Die Nummer ist auf der Benachrichtigungskarte zu finden, welche der Empfänger erhält.

Verläuft alles nach Plan, wird die Aufbewahrungsbox in den kommenden Wochen gebaut. Die Kodersdorfer müssen also nur noch ein wenig Geduld haben, ehe sie ihre Pakete wieder vor Ort abholen können – ohne großen Umweg nach Niesky.