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Palaisplatz-Bau kriegt eins auf's Dach

Bei der Sanierung der einstigen Brandversicherungsanstalt meistern Handwerker besondere Aufgaben: Der Dachstuhl muss nach oben.

Hoch über der Neustadt arbeitet Zimmermann Andreas Kappel an der Schalung des neuen Dachstuhls für das Palatium am Palaisplatz.
Hoch über der Neustadt arbeitet Zimmermann Andreas Kappel an der Schalung des neuen Dachstuhls für das Palatium am Palaisplatz. © Sven Ellger

Zimmermann Andreas Kappel hockt auf dem Dach hoch über dem Palaisplatz. Trotz der drückenden Hitze setzt der 52-jährige Leipziger unentwegt seinen Akkuschrauber an, verschraubt Brett für Brett der neuen Dachschalung des künftigem Palatiums. 

So nennt die CG-Gruppe den neobarocken Prunkbau, den sie derzeit für rund 25 Millionen Euro saniert. Das markante Gebäude der einstigen Brandversicherungsanstalt mit vier Aufgängen wurde zwischen 1899 und 1901 errichtet.

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Die denkmalgerechte Sanierung hatte im April begonnen. Ausgebaut werden 52 Eigentumswohnungen mit einem bis vier Räumen zwischen 29 und 136 Quadratmetern. Die Besonderheit: Im Dachgeschoss entstehen sieben Wohnungen mit Lichthöfen, sogenannten Patios. CG-Sprecher Robert Hesse und Bauleiter Andree Zirkel zeigten vor Ort die Herausforderungen, die zu meistern sind.

Derzeit sind die Handwerker vor allem beim Rohbau, so bei Maurer-, Beton- und Zimmererarbeiten. Ganz oben hat Kappels Kollege von der Leipziger CG-Tochter Creatives Bauen eine besondere Aufgabe zu meistern. Damit die Wohnungen auf dem einstigen Boden modernen Anforderungen entsprechen, muss der erneuerte Dachstuhl um etwa 40 Zentimeter angehoben werden. 

Mit seiner Stockwinde hat Zimmermann Lamin Spülbeck das fast geschafft. Er setzt das Gerät an eine Stütze an und kurbelt „Es knackte und knirschte zwar oft“, berichtet der 29-jährige Fachmann. Doch es habe alles gut funktioniert. „Wir haben sehr hohe Qualitätsansprüche. Hier kommt es auf den Millimeter an“, sagt der Leipziger Handwerker. Es sei selten, dass so ein Dachstuhl angehoben wird.

Im Gebäude sind derzeit Maurer, Betonbauer und Zimmerleute bei den Rohbauarbeiten. So wurden die historischen Innentüren ausgebaut, die von der Leipziger CG-Tochterfirma derzeit restauriert werden. Die alten Fenster müssen allerdings weichen und durch neue ersetzt werden, die den Anforderungen an Schall- und Wärmeschutz entsprechen, erläutert Sprecher Hesse.

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Ihre Form und die Fenstersprossen werden aber dem historischen Vorbild entsprechen. Im ersten Aufgang in Richtung Königstraße sind die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass die Handwerker im kommenden Monat schon mit der Installation von neuen Rohr- und Elektroleitungen beginnen können. Geplant ist, dass die neuen Bewohner im Frühjahr 2021 in das Palatium am Palaisplatz einziehen können.

Der neobarocke Prunkbau. Die frühere Brandversicherungsanstalt prägt den Palaisplatz. Das Gebäude mit zahlreichen Jugendstilelementen war um die Jahrhundertwende zwischen 1899 und 1901 gebaut worden. In dem fünfstöckigen Haus mit seinen vier Aufgängen werden 52 Eigentumswohnungen mit einem bis vier Räumen ausgebaut. Foto: Sven Ellger
Der neobarocke Prunkbau. Die frühere Brandversicherungsanstalt prägt den Palaisplatz. Das Gebäude mit zahlreichen Jugendstilelementen war um die Jahrhundertwende zwischen 1899 und 1901 gebaut worden. In dem fünfstöckigen Haus mit seinen vier Aufgängen werden 52 Eigentumswohnungen mit einem bis vier Räumen ausgebaut. Foto: Sven Ellger © - keine Angabe im huGO-Archivsys
Das Foyer. Viel Arbeit bekommen Restauratoren in den Foyers. Im oberen Teil wird der Kunstmarmor unter mehreren Schichten freigelegt. Geplant ist, den originalen Zustand wie zur Bauzeit ab 1900 wieder herzustellen. Foto: Sven Ellger
Das Foyer. Viel Arbeit bekommen Restauratoren in den Foyers. Im oberen Teil wird der Kunstmarmor unter mehreren Schichten freigelegt. Geplant ist, den originalen Zustand wie zur Bauzeit ab 1900 wieder herzustellen. Foto: Sven Ellger © - keine Angabe im huGO-Archivsys
Die Verzierung. An verschiedenen Stellen prägen Stuckelemente und auch Kunstmarmor die Flure und Zimmer des neobarocken Prunkbaus. Mit viel Aufwand werden diese Zierelemente von Fachleuten restauriert. Foto: Sven Ellger
Die Verzierung. An verschiedenen Stellen prägen Stuckelemente und auch Kunstmarmor die Flure und Zimmer des neobarocken Prunkbaus. Mit viel Aufwand werden diese Zierelemente von Fachleuten restauriert. Foto: Sven Ellger © - keine Angabe im huGO-Archivsys
Das Dachgeschoss. Sieben Zwei- bis Vierraumwohnungen werden auf dem Boden ausgebaut. Die neuen Fenster werden zwar ein Stück größer. Doch das reicht nicht für genügend Licht. Deshalb erhält jede Wohnung einen Innenhof mit Terrasse (siehe Visualisierung). Durch große Glasfronten kommt so Licht in die Wohnungen.Visualisierung: CG-Gruppe 
Das Dachgeschoss. Sieben Zwei- bis Vierraumwohnungen werden auf dem Boden ausgebaut. Die neuen Fenster werden zwar ein Stück größer. Doch das reicht nicht für genügend Licht. Deshalb erhält jede Wohnung einen Innenhof mit Terrasse (siehe Visualisierung). Durch große Glasfronten kommt so Licht in die Wohnungen.Visualisierung: CG-Gruppe  © - keine Angabe im huGO-Archivsys

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