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Corona in Dresden: Das Wichtigste zum Donnerstag

Dampfschiffahrt insolvent, eine weitere Demo in Dresden und mehr Arbeitslose, aber keine neuen Infizierten: Das Wichtigste kompakt.

Staatliche Soforthilfen gefordert: Mitarbeiter der Touristikbranche am Mittwoch auf dem Theaterplatz vor der Semperoper.
Staatliche Soforthilfen gefordert: Mitarbeiter der Touristikbranche am Mittwoch auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. © dpa-Zentralbild

Dresden. Es war befürchtet worden, doch viele Mitarbeiter hofften bis zuletzt: Die Sächsische Dampfschiffahrt hat die Corona-Krise nicht überstanden. Sie ist zahlungsunfähig und hat am Mittwoch Insolvenzantrag in Dresden gestellt. Dazu sind die Touristiker wieder auf der Straße, um auf ihre katastrophale Situation aufmerksam zu machen. Die neuesten Entwicklungen in der Corona-Krise zusammengefasst.

Dampfschiffahrt meldet Insolvenz an

Das Unternehmen hat kein Geld mehr, es hat am Mittwoch Insolvenzantrag gestellt. Die trockenen Sommer der letzten Jahre und die Corona-Krise gehören zu den Hauptgründen. Die Löhne und Gehälter für den Mai konnten bereits nicht mehr zum Monatsende gezahlt werden. Wie es nun weitergeht.

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Die "Dresden" war am vergangenen Samstagmittag zur ersten Nach-Corona-Tour nach Pillnitz unterwegs. Nun ist unklar, wie es bei der Dampfschiffahrt weitergeht.
Die "Dresden" war am vergangenen Samstagmittag zur ersten Nach-Corona-Tour nach Pillnitz unterwegs. Nun ist unklar, wie es bei der Dampfschiffahrt weitergeht. © SZ/Nora Domschke

Noch mehr Arbeitslose in Dresden

Die Corona-Krise hinterlässt deutliche Spuren in Dresden. Die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt ist erneut gestiegen. Mit genau 19.254 waren 828 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im April, so Sprecherin Grit Löst.

Im Vergleich zum Mai 2019 waren es 2.378 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum April um 0,2 Prozent auf 6,4 Prozent gestiegen. Im Mai 2019 lag diese Quote noch bei 5,7 Prozent.

"Der Mai ist üblicherweise ein Monat, in dem die Arbeitslosenzahlen sinken, jedoch erfolgte erneut ein Anstieg der Zahl der Arbeitslosen. Dieser fiel aber nicht so dramatisch wie im letzten Monat aus", erklärt Jan Pratzka, Chef der Dresdner Arbeitsagentur. Betrachtet man die Entwicklung des Dresdner Arbeitsmarktes, wird ein Corona-Effekt deutlich. Mehr Menschen rutschten in die Arbeitslosigkeit und rund 28 Prozent weniger Männer und Frauen nahmen wieder einen Job auf als sonst. So sieht es bei der Kurzarbeit aus. 

Hilfe für freischaffende Kultur

Die Corona-Pandemie verlangt allen Menschen seit Wochen einiges ab, aber vor allem für jene, die in der Kreativwirtschaft, der Kultur- und Tourismusbranche tätig sind, kann die Krise sogar existenzbedrohend sein. Es seien vor allem Solo-Selbstständige und Freiberufler sowie kreativ-tätige Einzelunternehmer und freie Spielstätten, die im höchsten Maße von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betroffen seien: Künstler auf und hinter den Bühnen, Stadtführer, Musiker und Veranstalter. "Kurz gesagt: Menschen, die mit ihrer Tätigkeit unsere Stadtkultur prägen." Darauf weist nun "Wir gestalten Dresden" hin, der Branchenverband der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft.

Um diesen Menschen zu helfen, haben sich bereits mehrere Spendeninitiativen in der Stadt gegründet. Nun schließen sich zwei von ihnen zusammen: Die Initiativen #supportyourlocalartists (dahinter stehen "Wir gestalten Dresden", das Klubnetz Dresden und das TanzNetzDresden) und SOS for Culture (Stiftung Lichtblick, City Management Dresden e.V., Dresden Information GmbH und Yawima GmbH) rufen nun gemeinsam zum Spenden auf.

Was die Initiativen genau vorhaben.

Demo in Dresdens Innenstadt

Durch die Corona-Pandemie war das Reisegeschäft weltweit zusammengebrochen. Jetzt können die Deutschen zwar bald wieder Urlaub im Ausland machen. Doch Reisen reicht nicht, um die Verluste der Reisebüros, Reisebusunternehmen sowie vieler Reiseveranstalter zu kompensieren. Die Unternehmen fordern Soforthilfen vom Staat, die sie nicht zurückzahlen müssen. Dafür gingen sie am Mittwoch in Dresden wieder auf die Straße.

Corona-Stillstand in Dresden

Seit dem Wochenende wächst die Dresdner Infektionskurve nicht mehr. Dafür steigt die Zahl der Menschen, die als genesen gelten. Bei 623 Menschen in der Stadt ist das neuartige Virus seit Anfang März nachgewiesen worden. Bei 596 Infizierten geht das Gesundheitsamt davon aus, dass sie genesen sind. Das sind alle Zahlen im Überblick.

Weiter verkürzte Öffnungszeiten in Kitas

Weiterhin gibt es sowohl bei den städtischen als auch bei den Kitas der Freien Träger verkürzte Öffnungszeiten. Manche öffnen um 7 statt um 6 Uhr oder schließen schon 15.30 Uhr. Der Grund: Nach wie vor gilt, dass die Kinder in festen Gruppen von möglichst den gleichen Fachkräften in fest zugewiesenen Räumen betreut werden. "Diese Art der Betreuung ist weiterhin sehr personalintensiv. Zusätzlich sind gruppenübergreifende Früh- und Spätdienste nicht erlaubt, weshalb Einschränkungen der Öffnungszeiten am Morgen und am Nachmittag weiterhin erforderlich sind", so die Stadt.

So ist das auch bei den Kitas des Deutschen Roten Kreuzes in Dresden. "Solange die jetzigen Auflagen gelten, können wir die Öffnungszeiten nicht ausweiten. Im Gegenteil, auf Grund der beginnenden Urlaubszeit ist die personelle Situation noch angespannter und eine Kürzung der Öffnungszeiten kann nicht ausgeschlossen werden", sagt Sprecherin Ulrike Peter.

"Schulen und Kitas sind noch weit weg von jeglicher Form der Normalität. Der Gesundheitsschutz von Älteren und Risikogruppen ist nach wie vor zentral und wichtig - Normalität für alle anderen darf nicht durch deren Isolation erkauft werden", so SPD-Bildungsexpertin Dana Frohwieser. Das völlig ausgezehrte Bildungssystem könne die Zusatzbelastungen durch Corona einfach nicht kompensieren. "Zweitklässler, die jetzt nicht Schwimmen lernen, Vorschulkinder, denen die wichtige Schulvorbereitungszeit fehlt: Wir brauchen dringend langfristige und vor allem umfangreiche Rettungsschirme für Kitas."

Ob Erzieher nun regelmäßig getestet werden und wie die Kitas jetzt mit fehlenden Gesundheitsbescheinigungen umgehen - die wichtigsten Antworten zur Kinder-Betreuung in Dresden.

Dampfer fahren vorerst bis Freitag

Im Hintergrund laufen Verhandlungen. Die Zeit drängt. Zwei Tage sind noch übrig, dann muss eine Lösung gefunden worden sein. Ist das nicht der Fall, müssen die Mitarbeiter der Sächsischen Dampfschiffahrt weiter mit einer schlimmen Ungewissheit leben. Sie wissen nicht, wie es mit ihrem Unternehmen weitergeht, das Mai-Gehalt gab es schon mal nicht in der vergangenen Woche - und die Traditionsfirma, gebeutelt von Dürreperioden und der Corona-Krise - steht vor der Insolvenz. Wie es in den kommenden Tagen weitergehen wird.

Erster Flieger landet in Klotzsche

Etwas Gutes hat es ja, derzeit ins Flugzeug zu steigen, sagt Peter Lammers. Die wenigen Maschinen, die abheben, starten pünktlich und landen überpünktlich. Lammers jedenfalls hat am Dienstagmorgen eine Viertelstunde früher Dresdner Boden unter den Füßen als geplant. Um 7.41 Uhr setzt Eurowings-Flug 9020 aus Düsseldorf auf. Es ist das erste Linienflugzeug in Klotzsche seit reichlich zwei Monaten. Wie der Geschäftsmann aus Düsseldorf das Fliegen in Corona-Zeiten erlebt.

In Dresden ist am Dienstag das erste Linienflugzeug seit gut zwei Monaten gelandet und gestartet.
In Dresden ist am Dienstag das erste Linienflugzeug seit gut zwei Monaten gelandet und gestartet. © René Meinig

Corona: Wie läuft's in Dresdner Restaurants?

Seit gut zwei Wochen sind die Dresdner Restaurants und Gaststätten wieder geöffnet. Trotz erheblicher Corona-Einschränkungen - große Abstände zwischen den Tischen, weniger Gäste, Kellner mit Mundschutz, aufwendige Reinigung - sind die meisten Gastronomen am 15. Mai wieder mit ihren Teams an den Start gegangen. Mehr oder weniger optimistisch, denn die große Frage stand im Raum: Werden genug Gäste kommen, damit sich der Restaurantbetrieb überhaupt rechnet? Die SZ fragte am Pfingstwochenende nach, wie das Geschäft in Dresdner Restaurants wieder angelaufen ist. 

Corona-Kontrollen: Hygienekonzepte funktionieren

Seit dem 15. Mai sind viele Betriebe, Geschäfte und Einrichtungen wieder geöffnet. Damit sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet, mussten sie ein eigenes Hygienekonzept erarbeiten und vorweisen. Diese Konzepte werden durch die Landeshauptstadt kontrolliert. Rund 80 Einrichtungen wurden dabei in Augenschein genommen, darunter Fitnessstudios, Lebensmittelhändler und Frisöre. "Vor Ort konnten durch die Beschäftigten ergänzende Tipps und Hinweise gegeben werden und nur in zehn Prozent der Fälle gab es Beanstandungen." So soll es mit den Kontrollen weitergehen.

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