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Kameras überwachen Pannenaufzug

Für 100.000 Euro wurden Schwachstellen behoben. Dennoch hält sich die Feuerwehr in Bereitschaft.

Keine Pannen mehr an der Meißner Touristenfalle: Kameras, neue Türen und eine Klimaanlage sorgen jetzt für einen sicheren und angenehmen Transport von Touristen, Anwohnern und Mitarbeitern des Amtsgerichts auf den Burgberg.
Keine Pannen mehr an der Meißner Touristenfalle: Kameras, neue Türen und eine Klimaanlage sorgen jetzt für einen sicheren und angenehmen Transport von Touristen, Anwohnern und Mitarbeitern des Amtsgerichts auf den Burgberg. ©  Claudia Hübschmann

Meißen. Das Gefühl täuscht nicht. Wer den Panorama-Aufzug am Meißner Burgberg betritt und den Eindruck hat, er würde beobachtet, liegt goldrichtig. Unter einer gläsernen Halbkugel an der Decke der Kabine verbirgt sich tatsächlich eine Kamera. Links unterhalb der Bergstation lauert bereits die nächste Linse. An der Außentür in Richtung Burgkeller klebt das dritte Auge.

Den Aufwand hat der Betreiber, die Städtische Dienste Meißen GmbH, nicht umsonst getrieben. Die Technik bilde eine wichtige Grundlage dafür, dass der Aufzug jetzt wieder rund um die Uhr Gäste zwischen Meisatal und Domplatz hin und her transportieren kann, sagt SDM-Geschäftsführer Falk Müller. Zusammen mit Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) hat er an diesem Mittwochmorgen an die Talstation eingeladen, um die gute Nachricht zu überbringen.

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Das Medienecho fällt für diesen auf den ersten Blick unspektakulären Termin erstaunlich groß aus. Die Vorgeschichte ist es, welche die Journalisten in die Stadt lockt. Eine fortgesetzte Pannenserie hatte den Panoramaufzug über die letzten Jahre mehrfach überregional in die Schlagzeilen gebracht. Nicht zuletzt deshalb, weil der Lift unmittelbar nach der Inbetriebnahme von einem Fachmagazin zum Aufzug des Jahres gekürt worden war. Der sich später häufenden Probleme ließ sich anscheinend nicht Herr werden.

Jetzt allerdings geben sich Raschke und Müller optimistisch. Unbemerkt von der Öffentlichkeit läuft der überholte und umgebaute Aufzug bereits seit drei Wochen im 24-Stunden-Betrieb. Der ungeplante Ausfall belaufe sich in den vergangenen sieben Monaten auf lediglich 20 Stunden. Dies sei ein durchschnittlicher Wert, wie er bei anderen Anlagen ebenfalls auftrete.

Müller erläutert, dass die Aufnahmen aus den Kameras derzeit direkt bei den SDM einliefen. In den nächsten Monaten solle geprüft werden, ob die Aufgabe ein externer Sicherheitsdienst übernehmen könne. Prinzipiell sei es nun möglich, etwa nach einem Sturm zu prüfen, inwieweit beispielsweise von Ästen auf den beiden Gleisen Gefahren ausgehen. 

Tatsächlich hatte ein solcher Vorfall in der Vergangenheit bereits für Ausfallstunden gesorgt. Das gleiche gilt für Extremwetterlagen wie Blitzeis beziehungsweise Vandalismus in und an der Kabine. Auf Grundlage der Fernanalyse gebe es die Möglichkeit, im Havariefall schnell Hilfe auf den Weg zu schicken oder den Fahrstuhl – so sich keine Person im Inneren befindet – still zu legen.

Zweiter Schwerpunkt des rund 100.000 Euro teuren Umbaus neben der Überwachungstechnik waren die oberen Türen. Architekt Knut Hauswald, welcher sich bereits seit vielen Jahren mit verschiedenen Aufzugsprojekten am Burgberg beschäftigt hat, übernimmt es, vor Ort an der Bergstation die Hintergründe zu erläutern. 

Optimal wäre es seinen Angaben zufolge gewesen, den oberen Ausstieg ähnlich massiv zu bauen wie im Tal. Die Kabine hätte in diesem Fall eine Art Garage erhalten, um sie vor Wind und Wetter zu schützen. Aufgrund der Auflagen des Denkmalschutzes sei dies jedoch nicht möglich gewesen.

„So ein Buswartehäuschen vor der Burgmauer passt einfach nicht. Das versteht jeder Meißner.“ Jetzt sei mit der Behörde ein Kompromiss gefunden worden, so der Architekt. Ein 30 bis 40 Zentimeter herausragender Stahlrahmen schützt die sensible Technik. Zudem wurde die Elektronik aus dem Fußbodenbereich nach oben verlegt. Zuvor hatte eindringendes Regenwasser Probleme bereitet.

Aller guten Dinge sind drei: Die anfälligen Drehtüren, welche häufig blockierten und so den Aufzugsbetrieb störten, sind jetzt durch Schiebetüren ersetzt. „90 Prozent der Probleme kamen aus diesem Bereich“, so Hauswald. Diese Fehlerquelle sollte nun abgestellt sein.

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Um maximale Sicherheit zu schaffen bleibt die Feuerwehr auch nach dem Umbau ein wichtiger Partner, so SDM-Geschäftsführer Falk Müller. So hätten die Kameraden vor wenigen Wochen im talwärts gelegenen Maschinenraum geübt, was im Havariefall Schritt für Schritt zu tun sei, um die Nutzer des Fahrstuhls zügig aus der Kabine zu befreien.

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