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Panschau-Galerie wie aus dem Ei gepellt

Nach der Frischekur fallen in Freitals Mitte die Hüllen. Sie zeigt sich gepflegter – und noch ein wenig bunter.

© Frank Baldauf

Von Jane Jannke

Mit dem Fall der letzten Baugerüste endet ein düsteres Kapital an der Dresdner Straße – zumindest wenn es nach Jacob Schlieper geht. Seit anderthalb Jahren hat der Projektkoordinator an der Wiedergeburt des Gebäudes mit gewerkelt. Errichtet 1996 als Einkaufszentrum, hatte die Flut ihm arg zugesetzt. Über die Jahre war es mehr und mehr verwahrlost. In den letzten Monaten hat frischer Wind die Panschau durchweht, Schmutz, bröckelnde Fassaden und Leerstand mitgenommen. „Wir haben viel geschafft“, sagt Schlieper zufrieden.

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Seit dem Erwerb der Panschau aus Insolvenzmasse durch die SM Capital AG im März 2013 hat sich einiges verändert. So wurde die Galerie aufwendig zur Passage umgebaut, Dach und Sockelbereich erneuert und Leerstand beseitigt. In den letzten Wochen wurde dann der unansehnlich gewordenen Fassade mit frischer Farbe zu Leibe gerückt, selbst die Tiefgarage ist jetzt ein echter Hingucker. „Wir wollten die bereits vorhandenen Farben aufgreifen und die Fassade einladender gestalten“, erklärt Jacob Schlieper die extravagante Motivwahl.

Noch vor einem Jahr hatte es hier traurig ausgesehen. Bei der Übernahme habe sich das gesamte Gebäude in erbarmungswürdigem Zustand befunden. „Die Hauseingänge sahen furchtbar aus, und es gab regelrechte Messie-Wohnungen“, berichtet Schlieper. Einigen Mietern habe man daher kündigen müssen, mit den anderen intensive Gespräche geführt. Mindestens 20 Wohnungen musste die SM Capital aufwendig renovieren. Dafür, und in die Umbauten am Gebäude, wurden rund eine halbe Million Euro investiert. Denn auch im Ladenbereich waren die Zustände alles andere als rosig. „Wir haben das Haus mit mehr als 1000 Quadratmetern Leerstand übernommen, geblieben sind davon noch 75.“ Schlieper spricht sogar von Vollvermietung. Lediglich ein kleines Geschäft an der Rückseite des Hauses sei noch frei.

Fast alle alten Mieter habe man halten können. Nur die Bäckerei Wolf habe man aufgrund einer Insolvenz ziehen lassen müssen. An deren Stelle essen heute die Kunden von Bertis Imbiss in hellen, großzügigen Räumen zu Mittag. Seit August läuft zudem der Mietvertrag mit dem Advita Pflegedienst, der im Erdgeschoss auf etwa 400 Quadratmetern ein Seniorencafé einrichten will. Noch herrscht hinter den abgeklebten Schaufenstern gähnende Leere. Miete werde aber bereits gezahlt, so Schlieper.

Mit der Ausdehnung des Hauptmieters Advita in die Passage wurde auch den Verlust des Schlecker-Drogeriemarktes kompensieren können. Die Hoffnung auf einen neuen Markt hatte man aufgegeben. „Leider waren die vorhandenen Räume für die meisten großen Ketten zu klein.“ Davon, sich seine Kunden aussuchen zu können, sei man eben doch noch weit entfernt, so Schlieper. Alle leeren Einheiten komplett neu zu vermieten sei zudem unmöglich gewesen. Stattdessen wurden die Verkaufsflächen vieler bereits vorhandener Mieter erweitert.

Nach der Fertigstellung der Fassade ist die Umstrukturierung der Panschau nun fast abgeschlossen. Bis Ende September wird noch das neue Brandschutzkonzept umgesetzt, das nochmals rund 40 000 Euro kostet. Nun muss nur noch das erhoffte Plus an Kunden kommen.