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Meißen

Papagei verstümmelt und entführt

Unbekannte haben Max-Rudi brutal aus seiner Voliere in Meißen gezerrt. Jetzt suchen seine Besitzer im Internet nach ihm.

Mit diesem niedlichen Foto wird im Internet bei Facebook nach dem Graupapageien Max-Rudi gefahndet. Unbekannte haben das Tier in der Nacht vom Sonntag auf den Montag gestohlen.
Mit diesem niedlichen Foto wird im Internet bei Facebook nach dem Graupapageien Max-Rudi gefahndet. Unbekannte haben das Tier in der Nacht vom Sonntag auf den Montag gestohlen. © Screenshot Facebook

Meißen. Es ist einer jener Facebook-Einträge, die einem tatsächlich zu Herzen gehen. Ein guter Freund brauche Hilfe, schreibt die Leipzigerin Michelle Henneberger auf ihrer privaten Facebook-Seite. Ihrem Meißner Bekannten Dirk Mücke sei sein geliebter Graupapagei Max-Rudi gestohlen worden.

Die anschließende Schilderung liest sich wie ein Krimi. Tatzeitraum muss die Nacht vom Sonntag auf den Montag gewesen sein. Unbekannte schlichen sich wahrscheinlich in den frühen Morgenstunden in den Hof eines Hauses auf der Nossener Straße 106 in Meißen. Dort öffneten sie den Käfig des zwölf Jahre alten Tieres und gingen mit äußerster Brutalität vor. Sie schnitten dem Vogel seinen rechten Fuß ab, an dem er einen Ring trug. Offenbar wollten sie eine spätere Identifikation verhindern. Außerdem rissen sie Teile des Flügels heraus.

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"Ein Wildtierangriff wird ausgeschlossen", schreibt Michelle Henneberger. Die Schnittstelle sei ganz sauber, was auf einen präzisen Schnitt mit einem scharfen Instrument hindeutet. Hinzu kommt: Nach Angaben der jungen Frau wurde der Käfig im Anschluss wieder verschlossen. Nirgends in der Nachbarschaft seien Federn oder Blut gefunden worden. Dies wäre - etwa bei einem Waschbärenangriff - zu vermuten gewesen.

Der Meißner Dirk Mücke kuschelt auf diesem bei Facebook geposteten Bild mit seinem Graupapagei Max-Rudi. Über Nacht ist das Tier nun plötzlich aus seinem verschlossenen Käfig im Hof eines Meißner Hauses verschwunden.
Der Meißner Dirk Mücke kuschelt auf diesem bei Facebook geposteten Bild mit seinem Graupapagei Max-Rudi. Über Nacht ist das Tier nun plötzlich aus seinem verschlossenen Käfig im Hof eines Meißner Hauses verschwunden. © Screenshot Facebook

In der Nachbarschaft des Hauses und bei Facebook wird die dramatische Geschichte mit viel Mitgefühl aufgenommen. "Wie krank, pervers und skrupellos kann man nur sein? Mir wird richtig schlecht", schreibt etwa die Leipziger Facebook-Nutzerin Maria Jahn.

Zwölf Jahre lang hatte Max-Rudi unbehelligt und fröhlich in der Nossener Straße 106 gelebt. Den Sommer verbrachte er nach Angaben von Tag24.de im Garten. Wenn es kälter wurde, wechselte er ins Wohnzimmer der Besitzerfamilie. In der Nachbarschaft sei er beliebt gewesen und zutraulich. Seine flotten Sprüche und Liedchen hätten die Menschen erheitert. "Ich bitte Euch, die Augen und Ohren offen zu halten. Vielleicht haben wir so wenigstens eine Chance", schreibt Michelle Henneberger. 

Auch der Meißner Tierpark hält Graupapageien. Sie gehören zu den besonderen Lieblingen der Besucher.
Auch der Meißner Tierpark hält Graupapageien. Sie gehören zu den besonderen Lieblingen der Besucher. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Nach Angaben der Internetseite Fressnapf.de ist der aus Afrika stammende Graupapagei eines der intelligentesten Tiere unseres Planeten. Er wird als außerordentlich sprachbegabt beschrieben und benutzt zum Beispiel Hölzchen als Instrumente, um sich den Rücken zu kratzen. Die Vögel werden mit der Zeit sehr zutraulich. Bei guter Haltung können sie rund 60 Jahre alt werden. In Privatanzeigen im Internet werden Jungtiere bereits ab einem Preis von rund 500 Euro angeboten. 

Während der Handel mit Zuchttieren erlaubt ist, sind wilde Graupapageien durch die Abholzung der Wälder in Afrika und den massenhaften Fang für den internationalen Vogelhandel bedroht. Wie der Münchner Verein Pro Wildlife auf seiner Internetseite schreibt, bringen Vogelfänger Leimruten in den Baumkronen an, auf denen die Tiere kleben bleiben, sobald sie im Baum landen. Die Fänger würden die Vögel von den Leimruten abreißen und in Transportkisten stopfen. Bis zu 50 Prozent der Wildfänge kämen auf dem langen Leidensweg zum Käufer ums Leben.

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