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Park soll die Region beleben

Natur. Der Förderverein Seerhausen präsentiert Sächsische Parkträume.

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Von Peter Noack

Seit 2003 wirkt die Arbeitsgruppe „Sächsische Parkträume“ mit dem Ziel, die historischen Parkanlagen wieder zu beleben. Als Sächsisches Zweistromland wird die Region im Dreieck zwischen Elbe und Mulde bezeichnet, die in den Genuss der europäischen Förderinitiative für den ländlichen Raum Leader plus kommt.

In diesem Gebiet von insgesamt 19 Städten und Gemeinden werden Parkanlagen des sächsischen Adels wiederhergestellt.

Ehrenamtliche Arbeit

Als Bestandteil der Landesgartenschau 2006 in Oschatz sollen die Parks in Seerhausen, Ragewitz, Großböhla, Dahlen, Wermsdorf, Kötitz, Oschatz, Strehla und Hof Besucher anlocken.

In Seerhausen ist schon viel geleistet worden, um den Barockpark, der Ende des 17. Jahrhunderts angelegt wurde, in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Parks des sächsischen Landadels nicht mehr gepflegt, anderweitig genutzt oder sogar zerstört. Der Seerhausener Park ist der einzige Barockpark in der Region. Aufwendig ist die Erhaltung des Wegesystems und der vielen Bäume, unter denen schon jetzt Besucher flanieren können.

Bei einer Parkbesichtigung konnte sich jetzt der Präsident des Regierungspräsidiums Dresden und Schirmherr Henry Hasenpflug ein Bild vom Stand der Arbeiten mache. Er sagte: „Wo Ideen sind, bewegt sich etwas. Genau das haben wir hier erlebt. Es sind Ehrenamtliche gewesen, die die Idee hatten, die schönen Parks des sächsischen Landadels aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Sie haben angepackt und Bündnispartner gefunden. Wie wir uns heute im Schlosspark Seerhausen ansehen konnten, hat sich wirklich etwas bewegt.“ Neben der Lindenallee gehören eine 350-jährige Platane sowie je ein Exemplar der seltenen kaukasischen Flügelnuss und des amerikanischen Trompetenbaumes zu den Sehenswürdigkeiten.

Wirken über Grenzen

Für Albert Walther vom federführenden Amt für ländliche Entwicklung in Wurzen ist dieses Projekt eine Herausforderung: „Die spannendsten Aufgaben sind die Lösung der fachlichen Fragen. Da müssen auch mal Bäume gefällt werden, um wertvolle Sichtachsen wieder freizulegen. Das sorgt manchmal für Diskussionen. Aber ein Park ist kein Wald, sondern hat eine eigene Ausprägung und die wollen wir wiederherstellen.“

Vorbildlich sei das Zusammenwirken von Bürgern, Fachleuten und den Behörden bei diesem Projekt, sogar über die Grenze zwischen den Regierungsbezirken Dresden und Leipzig. Denn das Sächsische Zweistromland erstreckt sich über die Landkreise Riesa-Großenhain und Torgau-Oschatz. Bis zur Fertigstellung im nächsten Jahr ist noch viel zu tun. Dann sollen die Sächsischen Parkträume Henry Hasenpflug zufolge zwei Aufgaben erfüllen. „Zum einen entsteht hier eine schöne Oase für die Leute, die hier leben. Parks sind Stätten, wo man in Gedanken wandeln, ein Buch lesen oder einfach nur frische Luft tanken und die Seele baumeln lassen kann. Es wird aber auch ein Anziehungspunkt für Touristen sein. Parkexkursionen sollen gestaltet werden, um Besucher anzulocken, die nicht nur einen Tag hier bleiben, so dass auch die Wirtschaft davon profitiert.“