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Chaosparken am Bad

Nur schnell ins Wasser: Das scheint die Devise der Auto fahrenden Heidenauer Badbesucher zu sein. Sie nehmen Gefahren und Knöllchen in Kauf.

Mehrere Autos parken wild auf der Wiese am Albert-Schwarz-Bad in Heidenau. Zwei haben ein Knöllchen an der Frontscheibe.
Mehrere Autos parken wild auf der Wiese am Albert-Schwarz-Bad in Heidenau. Zwei haben ein Knöllchen an der Frontscheibe. © Daniel Schäfer

Das Heidenauer Bad hat den größten Parkplatz, den man sich denken kann, und doch ein Parkproblem. Statt die offiziellen Möglichkeiten des Real zu nutzen, wird die Wiese an allen möglichen und unmöglichen Stellen zugeparkt. Die Autos stehen dann  zum Teil abenteuerlich am Hang, geparkt von ihren den Anstieg scheuenden Fahrern in der Hoffnung auf ein bisschen Schatten. Denn wild geparkt wird auch dann schon, wenn man das noch auf dem unteren Bad-Parkplatz ganz legal tun könnte. 

Angemessene Entfernung

Das beobachtet die Heidenauer Stadtverwaltung schon seit Jahren, dieses Jahr aber scheint es besonders schlimm zu sein. Dann werden schon mal 40 Knöllchen an einem Tag verteilt. Und die werden meist auch, anders als sonst, ohne Knurren bezahlt, sagt Ordnungsamtsleiter Torsten Walther. Eine genaue Statistik liegt ihm nicht vor. Doch seine Mitarbeiter sind an den besonders heißen und damit besucherstarken Badetagen ständig vor Ort. 

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Neben der Tatsache, dass das Parken auf der Wiese verboten ist, birgt es Gefahren. Und zwar für die Sicherheit der Badbesucher. Die Autos behindern nämlich die Zufahrt von Rettungsfahrzeugen. Badleiter Marko Paeslack und Torsten Walther sind sich deshalb einig: Das Verhalten der Autofahrer ist in keiner Weise nachvollziehbar.

Die ersten vier Falschparker des Tages: Sie haben noch einen schattigen Platz bekommen. Das ändert nichts daran, dass Parken hier verboten ist.
Die ersten vier Falschparker des Tages: Sie haben noch einen schattigen Platz bekommen. Das ändert nichts daran, dass Parken hier verboten ist. © Egbert Kamprath

Noch dazu, da eben ausreichend Parkplätze vorhanden sind. Neben denen auf dem eigentlichen alten Badparkplatz hat das Bad im unteren Teil des Hanges bereits einige zusätzliche neue Stellflächen geschaffen. Sollte nirgendwo mehr Platz sein, können nach Absprachen zwischen Bad und Real-Geschäftsleitung auch Plätze am Supermarkt genutzt werden. Dafür muss man zwar ein paar Meter weiter laufen und die Autos stehen auch in der prallen Sonne, doch das tun sie beim Einkaufen auch, und die Entfernung zum Bad ist durchaus angemessen, sagt Walther. Am Meer laufen die Leute viel weiter, um ans ersehnte Wasser zu kommen, und lassen ihr Auto auch stundenlang in der Sonne stehen.

Aussicht auf die nächste Saison

Ungeachtet dessen überlegt die Stadt mit dem Bad, das verbotene Parken auf den Wiesen zu legalisieren, dazu die Flächen herzurichten und die Beschilderung anzupassen. "Leider ist es bislang nicht möglich gewesen, auch die Zustimmung eines privaten Grundstückseigentümers für die notwendige Inanspruchnahme seiner Flächen zu bekommen", sagt Walther. "Sollte es bis zum Beginn der nächsten Badesaison keine Einigung geben, müssen unter Umständen mit dem Bad weitere Möglichkeiten diskutiert werden, um durch physische Hindernisse oder ähnliches das Parken auf den Wiesenflächen wirksam auszuschließen." Das heißt, es würden Begrenzungen, Poller oder andere Sperren errichtet. 

Für diese Saison bleibt dem Bad- und dem Ordnungsamtsleiter nur, an die Autofahrer zu appellieren. Im Ernstfall könnte es jeder von ihnen sein, der Hilfe braucht, aber gerade sein Auto könnte dem  Rettungsfahrzeug im Weg stehen.

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