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Parken im Wald kann derzeit sehr teuer werden

Gefahr. Im Landkreis herrscht die höchste Waldbrandwarnstufe. Die Polizei kontrolliert deshalb die Einhaltung geltender Bestimmungen.

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Von Thomas Riemer

Erst die Sirene, dann die rasende Feuerwehr, schließlich eine Qualmwolke am Himmel – das Szenario kennt man in dieser Jahreszeit. Jeder noch so kleine Funke kann kreuzgefährlich sein. So wie am Sonnabend zwischen Wildenhain und Glaubitz. Dort war durch einen Funkenflug im Mähwerk, der durch einen Stein ausgelöst wurde, ein Mähdrescher in Brand geraten. Begünstigt durch die anhaltende Trockenheit und einen leichten Wind, fing auch das zum Glück schon abgemähte Feld Feuer. Die Qualmwolke war kilometerweit zu sehen, so auch in Nünchritz, Großenhain und Gröditz. Der geschätzte Sachschaden liegt bei 17 000 Euro, die B 98 war zweieinhalb Stunden gesperrt.

War es in diesem Fall ein technischer Brandauslöser, sind es sonst oft genug menschliche „Aussetzer“. Jede achtlos weggeworfene Zigarette, aber auch jedes im Wald abgestellte Auto wird hier zur Gefahr.

Dabei ist zurzeit das Betreten der Wälder eigentlich tabu. Seit mehreren Tagen herrscht Waldbrandwarnstufe IV, die höchste in Sachsen. „Für diesen Fall gilt Halte- und Parkverbot in Wäldern“, so Jörg Weyand, Sprecher der Polizeidirektion Oberes Elbtal/Osterzgebirge.

Doch das scheint einige Autofahrer wenig zu stören. So gingen bei einer Polizeikontrolle vor knapp einer Woche nahe Thiendorf 40 Sünder ins Netz, die ihre Fahrzeuge leichtsinnigerweise im oder am Wald geparkt hatten. Sie müssen nun mit einer Ordnungswidrigkeitsanzeige rechnen, so Weyand. Und er kündigt gleichzeitig weitere Kontrollen in den nächsten Tagen an.

Kurzes Gewitter bringt wenig

Denn nach Lage der Dinge wird sich die Brandgefahr nicht so schnell verringern. Sagt jedenfalls Mario Marsch, der Leiter des Forstbezirks Dresden. „Ein kurzer Gewitterschauer senkt die Brandgefahr nur wenig“, so der Forstexperte. „Der Wald ist momentan so trocken, dass die ersten Regentropfen fast schon über dem Boden verdampfen.“