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Parken mit Ansage

Großharthaus Feuerwehrleute weisen Messegäste auf freie Stellflächen. Nach neuem Konzept.

© Thorsten Eckert

Von Carolin Menz

Fürs Wochenende hat Großharthaus Wehrleiter Heimo Claus seine Jungs abgemeldet. Wenn es irgendwo brennt, müssen andere Wehren ran. Die Großharthauer Kameraden müssen sich darum kümmern, dass zur Garten-, Wohn- und Lifestyle-Messe „LebensArt“ ab morgen kein Verkehrschaos im Dorf entsteht. Sie helfen, dass möglichst alle Besucher zügig einen Parkplatz finden und sich so stellen, dass noch viele andere Lücken bleiben. Erfahrungsgemäß wird vor allem Sonnabend und Sonntag der Bär steppen auf der Messe im Schlosspark – und auf den Straßen ringsrum. Die meisten der über 20 000 erwarteten Gäste an drei Tagen werden mit dem Auto anreisen. Viele kommen aus der Bautzner und Dresdner Region. Andrang wie diesen erlebt das Dorf einmal im Jahr, immer im Juni. Die „LebensArt“ ist eine der größten Veranstaltungen in der Region überhaupt. Und das Parken der Knackpunkt, in Verantwortung der Gemeinde.

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In diesem Jahr gibt es ein neues Parkkonzept, wie Großharthaus Bürgermeister Jens Krauße (SPD) sagt. Erarbeitet haben es Gemeinde, Polizei und Landratsamt gemeinsam. Nachdem 2013 wegen Hochwassers viele Stellflächen auf nassen, schlammigen Wiesen wegfielen, kam es zu Stau, Parkplatzmangel und Chaos. Nun gibt es mehr Stellflächen. Weiterhin wird der Verkehr aus beiden Fahrtrichtungen auf der B 6 konsequent auf vorgesehene Plätze geleitet. „Wir werden drei Parkplätze mit insgesamt rund 2 000 Stellplätzen zur Verfügung stellen“, sagt Jens Krauße. „An der Feuerwehr und an der Schulstraße beim Seniorenhäus’l. Sind diese belegt, werden Flächen am Seat-Autohaus Winkler genutzt.“

Das Parken bei der siebten „LebensArt“ wird nicht dem Zufall überlassen, sondern gut koordiniert: Gäste, die aus Bautzen und Bischofswerda kommen, werden von den Einweisern der Feuerwehr direkt auf den Parkplatz „P 1“ an der Schulstraße geleitet. Sie biegen rechts von der B 6 ab. „Damit wollen wir verhindern, dass Autofahrer die B 6 blockieren, indem sie links auf den Feuerwehrparkplatz abbiegen“, sagt Jens Krauße. Fünf Minuten Fußweg sind es von der Schulstraße dann bis zum Messegelände im Park. Wer aus Richtung Dresden einfährt, wird von den fleißigen Männern in neonfarbenen Westen direkt auf den für sie rechtsseitigen Feuerwehrparkplatz „P 2“ in Höhe der Sparkasse und eine freie Lücke gewiesen. Behindertenparkplätze befinden sich gegenüber des Feuerwehrgerätehauses.

Per Funk sind die Kameraden der Feuerwehr ständig in Kontakt. Sobald absehbar wird, dass die Plätze an Seniorenhäus’l und Feuerwehrhaus knapp werden, geben sie „P 3“ am Autohaus frei. Die Zufahrt erfolgt über die Bahnhofstraße – wie alle anderen Parkplätze ist auch dieser für Ortsfremde ausgeschildert. Auch hier kostet das Parkticket für einen Messetag zwei Euro pro Fahrzeug.

Es ist der Parkplatz, der am weitesten vom Messegelände entfernt ist, rund zwei Kilometer. „Wir haben deshalb einen Shuttle-Service eingerichtet“, sagt Evelin Opitz aus dem Großharthauer Bauamt. Peter Dietrich wird es übernehmen. Er führt einen Taxi- und Mietwagenbetrieb im Dorf. Er und seine Frau shutteln Besucher zwischen Autohaus und Reithalle im Park – jeweils in einem Kleinbus mit acht Plätzen. „Der Weg zum Schlosspark ist für ältere Menschen und Kinder schon recht lang, zumal sie ja auf der Messe zu Fuß unterwegs sein werden“, sagt Peter Dietrich. Eine Fahrt pro Person kostet zwei Euro, Kinder bis 15 Jahre fahren umsonst mit, ebenso Rollstühle, Kinderwagen und schwere Einkaufstüten. Sobald Fahrgäste einsteigen, fährt Peter Dietrich los, unabhängig von der Auslastung des Busses, wie er sagt. Schon im vergangenen Jahr kamen seine Dienste gut an, als die Flächen am Autohaus wegen Platzmangels in der Dorfmitte kurzerhand zum Parken freigegeben worden waren.

Großharthaus Bürgermeister Jens Krauße hofft nun, dass das Wetter mitspielt und alle Parkflächen auf Gras trocken und befahrbar bleiben. Und er hofft auf Einsicht der Gäste, Rettungswege freizuhalten und kleine Straßen nicht zu blockieren. Knöllchen will er jedenfalls keine verteilen lassen, sagt er. Großharthau will ein Gastgeber sein, der in guter Erinnerung bleibt.