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Parken wie in Döbeln?

Pläne für ein Parkleitsystem sind vorhanden, liegen aber seit Jahren unbeachtet in der Schublade. Das soll sich ändern.

Von Tina Soltysiak

Ortsunkundige, die zu Besuch in die Stadt Leisnig kommen und einen Parkplatz suchen, landen meist auf dem Markt und stellen dort ihr Auto ab. „Vor allem diejenigen, die zu Veranstaltungen auf die Burg Mildenstein wollen, und nicht wissen, dass die Burg einen eigenen Parkplatz hat, weil der erst kurz vorher ausgeschildert ist“, sagte Mike Isendahl (CDU). Er hatte das Problem, das ihm schon lange ein Dorn im Auge ist, bei der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses angesprochen. „Wir haben zwei große Parkplätze und viele weitere Stellflächen in der Stadt, die aber einfach nicht gut genug ausgeschildert sind“, ergänzte Isendahl. In der Stadtverwaltung ist das kein neues Thema. „Wir haben noch Nachholbedarf bezüglich der Erschließung des allgemeinen Tourismuskonzeptes“, bilanzierte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) bereits Ende des vergangenen Jahres. Dazu zählen für ihn auch die Natur, Wasserwege und der Lutherweg.

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Luther ist schuld

Leisnig ist eine wichtige Station des Reformators. Mit der Leisniger Kastenordnung entstand in der Bergstadt das älteste evangelische Sozialpapier. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat Leisnig eine Dauerausstellung zu diesem Thema eingerichtet, die seit November im Stadtgut zu sehen ist. „Wir wollten sie in die Beschilderung einbinden. Deshalb liegen die Entwürfe für das touristische Wegweiserkonzept seit über einem Jahr in der Schublade“, sagte Tobias Goth. Es sei nun aber in der Tat wirklich an der Zeit, sie hervorzuholen, zu überarbeiten und umzusetzen.

Wenn es nach dem Willen der Bürger geht, sollte nicht nur auf die Dauerausstellung hingewiesen werden, sondern auch auf die Kirche in Polditz. Diesen Wunsch hatte Gunter Odrich beim Neujahrsempfang der Stadt Leisnig formuliert. Symbolisch hatte der Pastor Tobias Goth ein weißes Hinweisschild überreicht. „Die Polditzer Kirche hat sich mit der größten Ladegastorgel Sachsens mittlerweile auch über die Bundesgrenzen hinaus einen Namen gemacht“, begründete Odrich seine Bitte.

Goth meinte, dass es schwierig sei, an Staatsstraßen Wegweiser, wie sie bereits für Kloster Buch und Burg Mildenstein existieren, anzubringen, da die Entscheidungshoheit nicht bei der Kommune liegt. „Wir werden diesen Wunsch aber in unsere Überlegungen aufnehmen“, versicherte der Bürgermeister im Januar. Die Planungen für das touristische Wegweiserkonzept und das Parkleitsystem würden aufgenommen. Wann konkrete Ergebnisse sichtbar sein werden, darauf könne er sich aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen, so Goth.

Ausreichend Stellflächen

Die Parkflächen an sich sind im Innenstadtbereich nicht das Problem. Es gibt sowohl kostenfreie als auch kostenpflichtige. Bereits 2009 sind erste Pläne für ein Parkleitsystem entwickelt worden. Es wurde darüber nachgedacht, den Festplatz an der Muldenwiese, der Raum für rund 300 Fahrzeuge bietet, auszuschildern. Aufgrund seiner Lage am Stadtrand hätten Pendlerbusse eingesetzt werden müssen. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass dies von Besuchern, wie beispielsweise denen des Blütenfestes, nicht angenommen wird.

Ein weiteres Parkgelände ist die alte Feuerwache am Lindenplatz. Dorthin sollten Autofahrer, wenn sie über die Chemnitzer Straße kommen, zuerst geleitet werden. Nach dem Rückbau leerstehender Gebäude, der mit Mitteln der Programme „Stadtumbau-Ost-Rückbau“ und „Städtebauliche Erneuerung“ erfolgte, wurde auf dem ehemaligen Gelände 2011 ein Parkplatz mit 66 Stellflächen errichtet.

Gibt es am Lindenplatz keine Kapazität mehr, sollen Besucher auf das Gelände der einstigen Berufsschule fahren. Auf dem Platz „Belvedere“ gibt es rund 50 Parkplätze. Die Freigabe erfolgte Ende 2008. Jedoch sahen die Planungen von 2009 vor, dass der Parkplatz von Anliegern genutzt, und nicht offiziell ausgeschildert werden soll.

Die von Stadtrat Mike Isendahl angesprochene Problematik Burgparkplatz liegt nicht in den Händen der Kommune. Eine Abstimmung mit dem Eigentümer, ob eine Ausschilderung im Zusammenhang mit dem Parkleitsystem erwünscht ist, wäre dafür erforderlich.