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Parkinson verstehen

Mediziner wollen in Dresden herausfinden, wie ein neuer Blick auf die Krankheit bei der Therapie helfen kann.

Typisch bei Parkinson sind Probleme beim Gehen. Erkrankte sollten sich dennoch möglichst täglich bewegen, beispielsweise beim Nordic Walking.
Typisch bei Parkinson sind Probleme beim Gehen. Erkrankte sollten sich dennoch möglichst täglich bewegen, beispielsweise beim Nordic Walking. © dpa

Dresden. Was läuft schief in den Zellen, wenn Patienten an Parkinson erkranken? Genau das will jetzt Björn Falkenburger herausfinden. Der Mediziner ist als Professor für Neurologie mit Schwerpunkt Bewegungsstörungen an die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum der TU Dresden berufen worden. Dort begibt er sich auf die Suche nach neuen Therapieansätzen.

Auf den ersten Blick sind es die langsamen Bewegungen, der etwas unrunde Gang, ein Zittern in der Hand. Gerade bei Menschen um die 60 ist die treffende Diagnose häufig: Morbus Parkinson. Mit diesem Krankheitsbild leben in Deutschland schätzungsweise 400.000 Patienten, jährlich kommen 12.500 dazu. Noch viele Jahre nach der Diagnose kann die gewohnte Lebensqualität aufrechterhalten werden. In fortgeschrittenen Erkrankungsstadien sind die Schädigungen im Gehirn jedoch so groß, dass der Alltag zu einer unlösbaren Herausforderung wird. Der Grund dafür sind Ansammlungen falsch gefalteter Proteine, die sich ablagern und die Nervenzellen schädigen. Wie diese entstehen und abgebaut werden, erforscht Björn Falkenburger schon seit 15 Jahren.

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Björn Falkenburger ist als Professor für Neurologie mit Schwerpunkt Bewegungsstörungen berufen worden. 
Björn Falkenburger ist als Professor für Neurologie mit Schwerpunkt Bewegungsstörungen berufen worden.  © Stephan Wiegand, MF TUD

Bereits seit den 1960er-Jahren ist bekannt, dass die Ursache für Parkinson das Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen ist. Dieses Wissen prägt bis heute die Therapie. Was passiert aber im Gehirn, wenn das Dopamin ausbleibt? Eine Frage, die erst seit Kurzem ausführlicher diskutiert wird. So ist jetzt aufgefallen, dass das Gehirn auf den Dopaminmangel reagiert. „Das Gehirn versucht auszugleichen, indem es Verbindungen und Erregbarkeiten ändert – immer in der Hoffnung, dass es mit diesem Mangel zurechtkommt“, erklärt Falkenburger. Eine ganze Reihe von Symptomen spricht auf die Dopamintherapie aber gar nicht an. Vermutlich weil sie durch die defekten Proteinansammlungen verursacht sind. „Darauf müsste man auch reagieren, eben um die besagte Lebensqualität der Patienten über viele Jahre zu gewährleisten.“

Unser Gehirn steht diesen Veränderungen keinesfalls machtlos gegenüber. Nervenzellen können die falsch gefalteten Proteine abbauen und versuchen, den Mangel an Dopamin auszugleichen. Manche dieser Reaktionen sind sinnvoll und müssen unterstützt werden, andere gehen in die falsche Richtung und müssen verhindert werden. Dass ein besseres Verständnis dieser Veränderungen den Verlauf der Erkrankung verändern kann, ist eine Vision. Diese umzusetzen, ist aber nur möglich, wenn das Umfeld stimmt. Genau das will Falkenburger nun in Dresden angehen. Hier gebe es dafür die perfekte Kombination aus Wissenschaftsnetzwerk und Patientenversorgung.