merken
PLUS Radeberg

Parkplatz muss Klassenzimmern weichen

Für das Humboldt-Gymnasium werden in Radeberg Container aufgestellt. Jetzt ist klar, wo sie genau hinkommen.

Das Humboldt-Gymnasium Radeberg ist zu klein. Fast 1.000 Schüler lernen hier. Dringend werden zusätzliche Klassenräume benötigt. Ab kommendem Schuljahr gibt es eine Übergangslösung.
Das Humboldt-Gymnasium Radeberg ist zu klein. Fast 1.000 Schüler lernen hier. Dringend werden zusätzliche Klassenräume benötigt. Ab kommendem Schuljahr gibt es eine Übergangslösung. © Archivfoto: Willem Darrelmann

Radeberg. Ein markanter Platz in der Radeberger Innenstadt wird sich in den nächsten Wochen komplett verändern: die Fläche an der Ecke Rödertraße/Dr.-Albert-Dietze-Straße, unmittelbar neben der Mittelmühle. Momentan wird die Betonfläche noch als Parkplatz genutzt. An einer Seite stehen Wertstoffcontainer. Künftig sollen hier rund 100 Schüler des Humboldt-Gymnasiums lernen.

Der Landkreis plant, auf dem Gelände ein kleines eingeschossiges Containerdorf zu errichten. In mehreren Modulen werden vier Klassenzimmer untergebracht plus Sanitäranlagen plus einem Lehrerzimmer. Der Hauptzugang erfolgt von der Dr.-Albert-Dietze-Straße aus. Dort befindet sich auch eine Fußgängerampel. Damit die Klassenzimmer auf die Fläche passen, wird die Begrenzungsmauer hinter den Abfallcontainern abgerissen. Die Container werden in den nächsten Wochen angeliefert und montiert. Mit Beginn des neuen Schuljahres sollen sie bezugsfertig sein. Geplant ist eine Nutzung für zwei Jahre.

Anzeige
Schlossherr gesucht!
Schlossherr gesucht!

Herbst-Auktionen mit außergewöhnlichen Immobilien aus Ostsachsen

Das Provisorium ist dringend notwendig

Ein Problem: Die Container passen vom Erscheinungsbild so gar nicht in die Innenstadt und bekanntlich gelten für die Errichtung von Gebäuden in dem Bereich strenge Vorschriften. "Die Anlage fügt sich nicht in die Umgebungsbebauung ein", heißt es auch in einem Schreiben, dass den Stadträten im Technischen Ausschuss vorliegt. Dennoch signalisiert die Stadtverwaltung Zustimmung. Dem Vorhaben kann zugestimmt werden, da es das Ortsbild auf Dauer nicht beeinträchtigt, schätzt die Stadtverwaltung ein. Am Dienstag gibt der Technische Ausschuss seine Stellungnahme zu dem Vorhaben ab. Der provisorische Schulstandort ist dringend notwendig. Für das kommende Schuljahr wurden am Humboldt-Gymnasium mehr Schüler angemeldet, als prognostiziert. "Die Schülerzahl ist insgesamt von 850 auf knapp 1.000 gestiegen", sagt Schulleiterin Elke Richter. 

Die Fläche an der Ecke Röderstraße/Dr.-Albert-Dietze-Straße in Radeberg wird derzeit als Parkplatz genutzt. Künftig sollen hier Container stehen.
Die Fläche an der Ecke Röderstraße/Dr.-Albert-Dietze-Straße in Radeberg wird derzeit als Parkplatz genutzt. Künftig sollen hier Container stehen. © Thomas Drendel

Lange war nach einem geeigneten Container-Standort gesucht worden. Unter anderem hatte ein privater Eigentümer eine Fläche angeboten. Der Schulleiterin war vor allem wichtig, dass die vier Klassenräume in der Nähe der Schule stehen. "Weite Wege machen eine Organisation schwierig", sagte sie. Ob die geplante Standzeit von zwei Jahren ausreichen, ist fraglich. Entweder es gehen dann die Schülerzahlen nach unten oder es ist eine dauerhafte Lösung gefunden worden. Letzteres sichert das Landratsamt zu. "Das Schulamt sucht mit dem Gebäude- und Liegenschaftsamt und mit Unterstützung der Stadtverwaltung Radeberg derzeit Varianten für eine dauerhafte Kapazitätserweiterung am Standort Radeberg." Wie die aussehen, ist noch unklar.

Erst 2000 hat das Humboldt-Gymnasium einen modernen Anbau erhalten. In der Zwischenzeit war damals das Radeberger Gymnasium in die alte Hans-Beimler-Oberschule an der Waldstraße in der Radeberger Südvorstadt ausgelagert gewesen. Über die Anschaffung der Container hatte es Streit gegeben. Die AfD-Fraktion im Kreistag hatte Einwände: Die Vorlage über mehrere Seiten sei zu kurzfristig vorgelegt worden, sie hätte zuvor in den Ausschüssen beraten werden müssen, sagte der Fraktionsvorsitzende Henry Nitzsche. Schließlich ordnete Landrat Michael Harig (CDU) per Eilentscheidung die Ausgaben von 1,6 Millionen Euro an. Das Geld wird dafür verwendet, um Container für die Gymnasien Radeberg und Großröhrsdorf anzuschaffen.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg