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Parkplatzfrust in Potschappel

Wo eben noch Parkplätze waren, darf jetzt kein Auto mehr halten. Das sorgt für Verwirrung und Knöllchen.

Von Verena Weiß

Da staunt Hans-Jürgen Knöspel nicht schlecht. Ein fieser Strafzettel klebte hinter der Windschutzscheibe seines Autos. Doch wurde hier nicht kürzlich noch zum Parken eingeladen? – Tatsächlich.

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Dort, wo zuvor ein großes „P“ zum Parken einlud, mahnt jetzt ein Halteverbotsschild die Autofahrer zur Weiterfahrt. So wie Hans-Jürgen Knöspel muss es wohl schon einigen Freitalern ergangen sein, die in den vergangenen Tagen an der Dresdner Straße ihr Fahrzeug abgestellt haben. Genau hier, zwischen Kantstraße und Deubener Straße in Potschappel, hat der Schildertausch stattgefunden. Nur warum?

Monatelang war die Dresdner Straße von Baustellen durchzogen. Die Stadt investierte viel Geld, um die Durchgangsstraße attraktiver zu gestalten und den Verkehrsfluss zu beruhigen. In diesem Zusammenhang wurden auch mit Bäumen bepflanzte Verkehrsinseln angelegt – und Parkbuchten, ebenso hier, im strittigen Bereich. Für Hans-Jürgen Knöspel unverständlich: „Nun haben wir hübsche Parkbuchten, aber können dazwischen nicht parken“, wundert er sich. Aber nicht nur für die Autofahrer, die mal fix etwas in den benachbarten Läden an der Dresdner Straße erledigen wollen, sei das absolute Halteverbot ein Ärgernis. „Eigentlich sollten die angrenzenden Händler unterstützt werden“, argumentiert Knöspel. Jetzt nehme man die für potenzielle Kunden geschaffenen Parkplätze wieder weg. Auch einem Freitaler, der gleich nebenan seine Firma hat, ist die Kuriosität aufgefallen: „Wenn ein Linksabbieger in die Kantstraße will, kommt kein Bus an ihm vorbei, der müsste über die grüne Insel fahren“, sagt er.

Die Verantwortlichen vom Schildertausch sitzen ebenfalls unweit, im Potschappler Rathaus. Hier kann man den Schilderstreich erklären: „Die Sichtbeziehungen für Autofahrer, die aus der Deubener Straße kommen, waren schlecht“, sagt Stadtsprecherin Inge Nestler. Deshalb wurde die Regelung von der Kreisunfallkommission, zu der auch die Stadt Freital gehöre, geändert. Angesichts der Umgestaltung der Dresdner Straße sei das Halteverbot vor ein paar Wochen durchgeführt worden. Kurz darauf musste ein Halteverbotsschild aber nochmals umgesetzt werden. Die Bepflanzung am Straßenrand habe den Blick für Autofahrer darauf erschwert.

Genügend Parkplätze gebe es dennoch. Zwischen Coschützer und Wilsdruffer Straße seien jetzt sogar mehr Parkplätze verfügbar als zuvor, so Nestler. Für verärgerte Knöllchenbezieher hat die Stadtsprecherin aber „vollstes Verständnis“. Auch sie habe den Schildertausch erst nicht bemerkt und vor Ort geparkt. „Ich musste natürlich auch zahlen“, sagt sie.