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Parkproblem des Pflegedienstes gelöst

Die Schwestern, die eine Patientin an der Straße der Jugend betreuen, kassieren viele Knöllchen. Der DA ändert das.

Von Sylvia Mende

Die Schwestern des Pflegedienstes Liebe das Leben aus Geringswalde sind sauer. Schon wieder hat eine von ihnen einen Bußgeldbescheid kassiert. 15 Euro muss sie aus ihrer eigenen Tasche bezahlen. Und das nur, weil sie Menschen, die Hilfe brauchen, unterstützt. Doch künftig sollen die Pflegerinnen an der Straße der Jugend keine Knöllchen mehr bekommen – vorausgesetzt, sie parken auf dem Wirtschaftsweg.

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Der DA hat gemeinsam mit der Wohnungsgenossenschaft Hartha (WGH) eine Lösung gefunden. Die Frauen können ihr Fahrzeug auf dem Weg vor dem Haus parken. Diese Entscheidung fällte der Vorstand der WGH kurzfristig und unbürokratisch. „Wir wollen doch, dass unsere Mieter die erforderliche Hilfe und Unterstützung bekommen, die sie benötigen“, sagte Jörg Keim. Die Frauen würden ja nur für eine kurze Zeit den Weg blockieren, und falls doch jemand genau dann den Weg befahren will, könne er ja Bescheid geben. Die Nachbarn wissen, wo in so einem Fall geklingelt werden muss. „Sollte es wegen fehlender Parkmöglichkeiten für Pflegedienste im Bereich der WGH weitere Probleme geben, können sich die Schwestern an die Genossenschaft wenden. Wir werden versuchen, zu helfen“, so Keim.

Er verstehe, dass die Mitarbeiter eines Pflegedienstes keine größeren Strecken vom Parkplatz bis zu ihren Patienten laufen können. Denn das koste Zeit und die haben die Schwestern meist nicht. Die fehle dann bei der Pflege der Patienten.

Im konkreten Fall geht es um das Abstellen des kleinen Autos am Wertstoffcontainerplatz an der Wendeschleife der Straße der Jugend. Hier ist Parkverbot. Das wissen die Frauen. Doch manchmal haben sie keine Chance und müssen das Fahrzeug genau dort abstellen. Denn zwei Mal am Tag benötigt eine Patientin, die in der Nähe der Wendeschleife wohnt, die Unterstützung des Pflegedienstes.

Ganz in der Nähe gibt es Parkplätze, doch die haben Privatpersonen gemietet. Außerdem ist ein Platz als Stundenparkplatz ausgewiesen. Ist er frei, wird er von den Schwestern gern genutzt. Denn dann wissen sie, dass sie keine Bedenken wegen eines Knöllchens haben müssen. Doch meist steht schon ein Fahrzeug auf dem Platz – oft auch länger als eine Stunde, manchmal sogar das gesamte Wochenende, berichten die Anwohner.

„Früh um 7 Uhr brauchten wir keine Bedenken zu haben, ein Knöllchen zu bekommen, wenn wir unser Fahrzeug an den Containerplatz stellten. Doch am Nachmittag, gegen 16 Uhr, vor allem dienstags und donnerstags, wurde fast immer kontrolliert. Wir hatten den Eindruck, dass der Ordnungsbedienstete gezielt die Straße der Jugend angefahren ist“, sagten die Schwestern Annett Majewski und Beate Gäbel. Sie und auch andere Schwestern bekamen schon viele Bußgeldbescheide. „Dass wir Knöllchen bekommen, passiert uns nur an diesem Standort“, so die Schwestern. Einsprüche gegen die Bescheide haben sie auch schon geschrieben. Jedoch erfolglos. Ihnen wurden die Parkplätze in der Nähe des Kleiderstübchens von der Stadt als Alternative genannt. Doch dann müssten die Schwestern einen längeren Weg zurücklegen. Dafür haben sie keine Zeit.

„Wir müssen uns an die Vorschriften halten. Im Bereich der Wendeschleife ist nun einmal Parkverbot“, so Bauamtsleiter Ronald Fischer, der auch Chef des Ordnungsamtes ist. Wenn keine Bußgeldbescheide verteilt würden, dann wäre die Wendeschleife schnell zugeparkt.