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Parkprobleme auf dem Nordpol

An der Kita in Hirschfelde halten Autos kreuz und quer. Feuerwehr und Ortschaftsrat fordern Verbesserungen.

© Matthias Weber

Von Jan Lange

Hirschfelde. Es ist kurz vor vier am Nachmittag und entlang der Karl-Liebknecht-Straße in Hirschfelde parken die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange. Besonders schlimm ist es auf den wenigen Metern vor der Einfahrt zur Kindertagesstätte „Bummi“. Hier stellen die Fahrer ihre Autos mitten auf der Wiese ab oder bleiben einfach in der Buswendeschleife stehen. Sehr deutlich werden die Parkprobleme immer morgens zwischen 7 und 8 Uhr sowie nachmittags von 14.30 bis 16.30 Uhr, wie in der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Hirschfelde informiert wurde. Das sind die Zeiten, wenn die Eltern ihre Kinder in die Kita bringen oder sie von dort abholen.

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Hirschfeldes Ortsbürgermeister Bernd Müller (FUW) erwähnte dabei auch ein Schreiben des örtlichen Feuerwehrchefs Ronny Jung, der sich über die Parksituation auf dem Nordpol beklagte. Wenn es während der Stoßzeiten einen Notfall gebe, könnte die Feuerwehr Probleme haben, die Kindereinrichtung zu erreichen. Die schwierige Situation ist nicht neu. Vor einigen Jahren bemängelte die Feuerwehr schon einmal die Parksituation vor der Kita. Damals konnten die Eltern noch direkt vor dem Gebäude halten. Das Eingangstor ist in der Folge geschlossen und der Vorplatz zu einer Spielstraße umgestaltet worden. Gleichzeitig hatte der Ortschaftsrat sich dafür stark gemacht, dass vor der Kita ein Parkplatz entsteht. Seit vorigem Jahr gibt es auch sechs Pkw-Stellflächen vor dem Eingangstor, doch diese reichen angesichts der aktuellen Parkprobleme scheinbar nicht aus.

Hinzu kommt, dass die Kindereinrichtung derzeit voll belegt ist. Das bestätigt auch Raik Urban, Geschäftsführer der Zittauer Kindertagesstätten gGmbH. Für das kommende Jahr liegen ebenso zahlreiche Anmeldungen vor, so Urban weiter. Er gehe deshalb davon aus, dass auch dann die Kita voll ausgelastet sein wird. Der tatsächliche Auslastungsgrad sei nach seiner Aussage jedoch erst im nächsten Jahr bestimmbar, da es meist noch Veränderungen zum Beispiel durch Umzüge gebe.

Doch nicht nur durch die hohe Anzahl von Eltern, die zur Kita wollen, werde die Parksituation auf dem Nordpol verschärft. Vermehrt stellen auch Anwohner, die erst seit Kurzem in den Wohnblöcken an der Karl-Liebknecht-Straße leben, ihre Fahrzeuge direkt vor dem Haus ab. Wie Ortschaftsräte berichten, stehen manchmal bis zu 40 Autos mit polnischen Nummernschildern entlang der Karl-Liebknecht- und der Clara-Zetkin-Straße.

Ortsbürgermeister Bernd Müller freut der Zuzug neuer Bewohner auf dem Nordpol, allerdings müsse dann auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. Wie Ortschaftsrat Torsten Hiekisch (Bürgerbündnis) berichtet, wollte eine junge Familie auf den Nordpol ziehen, benötigt aber einen Kita-Platz. Den es aber zurzeit in der Hirschfelder Kita nicht gibt.

Und auch in den Nachbarorten sieht es kaum besser aus. In der Kindertagesstätte „Schwalbennest“ in Dittelsdorf sieht die Situation genauso wie in Hirschfelde aus, sie ist aktuell voll belegt und es gibt bereits zahlreiche Anmeldungen, wie Raik Urban mitteilt. „Außer die Kita ‚Spatzennest’ im Ortsteil Schlegel sind in diesem Jahr alle Einrichtungen in unserer Trägerschaft ausgelastet“, fügt der Chef der Zittauer Kita-GmbH hinzu. Die Kita-GmbH betreibt derzeit acht Kindertagesstätten in Zittau und den Ortsteilen. Für manche Familien sei es aber wichtig, einen wohnortnahen Kita-Platz zu haben, da sie nicht so mobil sind. Erschwerend kommt der öffentliche Nahverkehr dazu, es gibt nur mangelhafte Busverbindungen nach Schlegel, sind sich die Hirschfelder Ortschaftsräte bewusst. Alternativ könnten die Kinder noch bei Tagesmüttern untergebracht werden, schlägt Müller vor.
Die Probleme mit dem Parken auf dem Nordpol und der Kita hat Müller jetzt auch Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) bei einem Vier-Augen-Gespräch geschildert. Der Rathauschef wolle sich laut Müller der Sache annehmen. Es solle auch mit dem Eigentümer der Wohnblöcke an der Karl-Liebknecht-Straße noch mal gesprochen werden. Müller würde sich wünschen, wenn direkt vor den Gebäuden zusätzliche Pkw-Stellflächen für die Bewohner geschaffen werden, um zumindest die Parksituation etwas zu entschärfen. Möglich wäre auch, dass freie Garagen – unter anderem an der Dr.-Külz-Straße – genutzt werden. Das könne den neuen Bewohnern aber nur empfohlen werden, weiß der Ortsbürgermeister.

Wie auch immer eine Lösung aussieht, Bernd Müller hofft, dass es Verbesserungen gibt. Denn nicht nur die Feuerwehr hat ihre Probleme mit den kreuz und quer parkenden Fahrzeugen, sondern auch der Schülerverkehr. Es habe schon die Situation gegeben, dass der Schulbus nicht mehr umdrehen konnte, hat der Ortsbürgermeister gehört.

Um wenigstens dem städtischen Eigenbetrieb beim Winterdienst die Arbeit nicht unnötig zu erschweren, sei vorbeugend auf einzelnen Abschnitten an der Karl-Liebknecht- und der Clara-Zetkin-Straße ein Parkverbotsschild aufgestellt worden. „Hier hat die Stadt schnell reagiert“, lobt Bernd Müller. Weitergehende Maßnahmen der Verkehrsbehörde sind keine vorgesehen, wie Stadtsprecher Kai Grebasch auf SZ-Anfrage mitteilt. Das Wohngebiet werde durch die Stadtmitarbeiter regelmäßig kontrolliert. Verstärkte Kontrollen sind laut Grebasch zurzeit nicht geplant.