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Patienten müssen oft um Leistungen kämpfen, die ihnen zustehen

Hannelore Kreher berät und hilft bei allen Problemen im Leben mit Krebs. Die Tumorberatung des Landkreises ist kostenlos.

Frau Kreher, Sie und ihre Kollegin Simona Vogel sind Tumorberaterinnen im Landratsamt. Was genau tun Sie?

Zuerst einmal zuhören. Viele brauchen nach der Diagnose jemanden zum Reden. Betroffene und Angehörige können mit allen Fragen und Sorgen zu uns kommen, die sich mit der Erkrankung ergeben. Jeder kann hier loswerden, was ihn bedrückt.

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Welche Probleme sind das vor allem?

Das ist ganz unterschiedlich: Patienten wollen wissen, welche Leistungen sie jetzt bekommen können oder was in eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht gehört. Viele wissen auch nicht, was ihnen an Unterstützung und Hilfsmitteln zusteht. Bei längerer Krankheit kommen oft auch noch finanzielle Probleme dazu.

Wie können Sie da helfen?

Wir sagen Betroffenen, was jetzt alles für sie getan werden kann. Viele wissen nicht, welche finanzielle Unterstützung es gibt, oder dass sie Anspruch auf Reha-Maßnahmen und einen Schwerbehindertenausweis haben. Wir vermitteln auch Kontakte für ambulante Betreuung oder zu Selbsthilfegruppen. Manche wollen wissen, welche persönlichen Dinge sie regeln müssen. Oft haben auch Angehörige Fragen, die sie dem Kranken nicht zu stellen wagen.

Helfen Sie da auch ganz praktisch?

Ja natürlich, beim Ausfüllen von Anträgen etwa oder beim Formulieren eines Widerspruchs, wenn eine Reha oder Hilfsleistung abgelehnt wird. Wir gehen auch mit zum Jobcenter oder zur Krankenkasse.

Passiert es häufig, dass Sie Widersprüche schreiben müssen?

Leider ja. Erkrankte müssen oft um Leistungen kämpfen, die ihnen zustehen. Das Problem ist, dass sie oft gar keine Kraft zum Kämpfen haben. Sie haben in ihrer Situation mit sich selbst schon genug zu tun und können sich nicht auch noch mit Ämtern und Behörden auseinandersetzen und sich um ihren Lebensunterhalt kümmern.

Da könnten auch Angehörige helfen.

Auf jeden Fall. Angehörige sind ja genauso Betroffene. Oft fühlen sie sich hilflos und wissen nicht, was sie tun können. Im Gespräch stellen wir dann fest, wie viele Möglichkeiten der Hilfe es doch gibt. (SZ/ju)