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Großenhain

Paul sucht Pokémon im Park

Was können Jugendliche überhaupt noch machen, wenn sie mal raus wollen? Paul Quaas aus Großenhain hat ein Hobby, das frische Luft und Entdeckerdrang verbindet.

Paul Quaas zeigt auf seinem Handy den Pokéstop Mückenschänke, den er auf seiner Pokémon-Suche im Großenhainer Stadtpark gefunden hat.
Paul Quaas zeigt auf seinem Handy den Pokéstop Mückenschänke, den er auf seiner Pokémon-Suche im Großenhainer Stadtpark gefunden hat. © Kristin Richter

Großenhain. Das Pokéd Raid, einen virtuellen Arenakampf, an der Jahnkampfbahn hat Paul Quaas gerade verpasst. Doch der Nachmittag ist damit noch nicht vergeigt. Es warten noch viele Pokemon im Stadtpark. Nachdem der Sechstklässler aus dem Großenhainer Gymnasium seine Aufgaben für die Schule erledigt hat, ist er hierher gekommen - allein. Mit seinem Handy und der App Pokémon Go ist Paul ausreichend ausgestattet für ein Abenteuer, das auch jetzt jederzeit und überall möglich ist.

Seit etwa einem Jahr spielt Paul Quaas Pokémon Go. "Ich habe mir zuerst ein Spiel für Nintendo gekauft, und dann bin ich auf die mobile Variante gestoßen", erzählt der Großenhainer. Das Konzept gefällt ihm: er kann allein rausgehen und sich wie ein Teil eines Spiels fühlen, dass er sonst in seinem Zimmer spielt. "Man kann natürlich auch als Team agieren, aber das ist wegen der Ausgangssperre ja gerade etwas schwierig", weiß der Zwölfjährige.   

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Pokémon ist die Abkürzung von Poket Monster, was soviel heißt wie "Tierchen aus der Hosentasche". Die lustigen Biester sind über die App auf der ganzen Welt versteckt. "In Großenhain gibt es etwa 900", vermutet Paul. Ihnen jagen hier bis zu 2.000 Spieler hinterher. Am Wochenende sah man schon früher oft Grüppchen oder Familien mit Handy durch den Park ziehen, auf der Suche nach den legendärsten von ihnen. 

Denn das ist das Ziel dieses bewegungsintensiven Spiels: den eigenen Pokédex, also seine Sammlung, zu vervollständigen. Paul ist stolz, schon einige Berühmtheiten erjagt zu haben: Despotar, Brutalanda und Letarking. Aber den legendären, ultraseltenen Knakrack, ein Drachen-Bodenmonster, oder Lucario, das Kampfstahl-Pokémon, hat er noch nicht gefunden. Letzterer ist übrigens einer, der nur aus einem Ei schlüpft. "Man kann das erreichen, indem man zwei, fünf, sieben oder zehn Kilometer läuft", erklärt Paul Quaas. So geht Pokémon Go locker als Sport durch, zumal im Stadtpark. 

Spieleentwickler reagiert auf Corona

Paul wohnt im Stadtzentrum und hat seine gewohnte Route. Über die Nixbrücke geht er bis zum Tunnel Meißner Straße und dort an der Parkstraße in den Stadtpark. "Der See ist hier ein guter Platz, Pokémons zu finden", weiß er. Ein Pokéstop ist zudem die Mückenschänke. 

"Auch in der Innenstadt findet man natürlich viele Pokémons", sagt Paul. Zum Beispiel an der Preusker-Bücherei. Der Großenhainer weiß sogar, dass man den Spieleentwicklern Pokéstops in der eigenen Stadt zum Einbeziehen vorschlagen kann. Und er weiß, dass Niantic, die Entwicklerfirma, auf die Corona-Epidemie bereits reagiert hat. Die Monsterjagd vom Sofa aus wird jetzt durch bestimmte Anreize gefördert. Der allmonatliche Community Day, bei dem sonst Spielergruppen gemeinsam durch Parks gezogen sind, wurde im März gestrichen.

Paul ist meist auch am Wochenende im Park, an Wochentagen eher selten. Das Spiel, das nie langweilig wird, spielt er gern auch im Urlaub. "Dadurch bewege ich mich draußen an frischer Luft", sagt der Großenhainer. Alles kein Problem - solange er gesund ist. 

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