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Paulick sieht schwarz am Berzdorfer See

Der Görlitzer OB will zwei Betriebe am See erhalten, weil er dort anderegroße Investitionenderzeit nicht erwartet.

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Von Sebastian Beutler

Blaue Lagune hat Schönau-Berzdorf seinen Strandabschnitt am Berzdorfer See genannt. Ein Name – ein Programm. Am Südostufer soll der Tourismus an einer der schönsten Buchten des Sees viele neue Arbeitsplätze schaffen. Doch seit Jahren geht die Rechnung nicht auf, weil es ein kleines Gewerbegebiet in unmittelbarer Nähe zur Blauen Lagune gibt. Es sind die sogenannten Tagesanlagen des früheren Tagebaus Berzdorf: Werkstätten und die damalige Großküche beispielsweise. Dort sind zwei Unternehmen mit 60 Arbeitskräften. Fachleute sprechen von einem Nutzungskonflikt: Metall verarbeitende Betriebe auf der einen, Ruhe und Erholung suchende Touristen auf der anderen Seite. Der Planungsverband wollte in einem Bebauungsplan die Existenz der Betriebe an dieser Stelle festschreiben. Sonst müssten die Betriebe nach Ende des Bergrechts um 2013 wohl die Segel streichen. Zugleich aber sollten in dem Plan Ausgleichsmaßnahmen wie Wälle festgelegt werden, um Lärm und Schmutz vom Seeufer abzuhalten.

Seitdem arbeitet die Zeit gegen diesen Plan. Denn immer deutlicher wurde, dass er nicht mit den übergeordneten Planungen übereinstimmt. Die sehen für den Berzdorfer See eine touristische Nutzung vor. Zumal das nahe Industrie- und Gewerbegebiet Hagenwerder nur einen Steinwurf entfernt ist. Daher will der Planungsverband nun einen anderen Weg wählen: Die beiden Betriebe sollen ihren Standort verlagern. Dazu muss der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan aufgehoben werden. Anschließend soll mit dem Wirtschaftsministerium über finanzielle Hilfen für den Firmenumzug gesprochen werden.

Das Gespräch findet am 8.Dezember beim Oberbergamt statt. Während sich Markersdorf und Schönau-Berzdorf für diesen Weg aussprechen, können sich die drei Görlitzer Vertreter nicht einigen. Die Verbandsräte Joachim Schulze (Bündnisgrüne) und Andreas Zimmermann (CDU) sind für die Aufhebung, Paulick dagegen. Die Mehrheit im Stadtrat strebt die Existenzsicherung der Betriebe auf Dauer durch einen Umzug an. Darum wies der Stadtrat den OB an, im Planungsverband am 7.Dezember den Bebauungsplan zu beerdigen. Paulick äußert sich zudem pessimistisch über den See. Die Großinvestoren stünden nicht Schlange, er selbst kenne keinen Investor für die Tagesanlagen. Auch an anderen Seen seien nirgends Ferienanlagen entstanden. Stattdessen solle man Investoren für Camping- und Golfplatz sowie Hafen finden.