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Pause für Straßenlaternen verlängert

Um Strom zu sparen, soll das Licht länger abgestellt werden. Die Diskussion darüber kostet die Gemeinderäte viel Energie.

Von Alexander Kempf

Es ist nicht leicht für Bürgermeister Horst Brückner, Licht ins Dunkel zu bringen. Selten gibt es gleich drei verschiedene Vorschläge der Gemeinderäte zu einem Problem. Dieses Thema aber bewegt offensichtlich. Die Gemeinderäte beraten nicht über eine Investition in Prachenau oder die Zukunft des Kinderschlosses. Es sind die Schaltzeiten der Straßenlaternen in Waldhufen, die für eine sehr launische und lebhafte Diskussion sorgen.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Soll das Licht nun von Anfang Juni bis Ende Juli abgestellt werden, wie es der Bürgermeister vorgeschlagen hat? Oder setzt sich Gemeinderat Joachim Renner durch, der das Licht schon ab Mitte Mai bis Mitte August auslassen möchte? Uta Karsch wiederum schlägt vor, den Straßenlaternen eine Sommerpause von Anfang Juni bis Ende August zu gönnen. Denn die Schule startet dieses Jahr erst Anfang September. Trotz Verwirrung gelingt dem Gemeinderat ein Entschluss. Zwei Stimmen für den ersten Einwurf, drei für den zweiten und der Rest stimmt für den Vorschlag von Uta Karsch. Von Juni bis August bleibt das Licht aus. Zumindest vorerst. „Das ist ja kein Dogma. Wir können es ja jedes Jahr neu beschließen“, stellt Horst Brückner am Ende salomonisch fest.

Dabei ist die Diskussion an dieser Stelle noch nicht wirklich zu Ende. Denn nun muss noch über die restlichen neun Monate entschieden werden. Ab wann sollen die Straßenlaternen früh brennen und nachts ausgehen? Bisher leuchten sie ab fünf Uhr am Morgen und bis 23 Uhr in der Nacht. Das reicht zumindest Roland Jäkel nicht aus. Im Interesse der Pflegedienste und Zeitungsausträger sollen die Straßenlaternen mindestens eine halbe Stunde früher und länger brennen. Doch der Vorschlag stößt auf Skepsis. Aufwand und Nutzen würden dann kaum noch im Verhältnis stehen, kritisiert Joachim Renner. „Dann können wir es auch gleich die ganze Nacht brennen lassen“, sagt der Gemeinderat, der auch ein Elektrogeschäft betreibt. Tatsächlich käme das Gemeinderat Roland Jäkel wohl sogar ganz gelegen. „Ich bin ein Lichtmensch. Ich will es die ganze Nacht helle haben“, räumt er freimütig ein.

So unterhaltsam die Debatte ist, gibt es doch einen ernsten Hintergrund. Die Gemeinde will mit der Sommerpause und den Schaltzeiten Strom und somit auch Geld sparen. Wie hoch die Einsparungen tatsächlich sind, könne laut Joachim Renner nur sehr schwer berechnet werden. Etwa 20 000 Euro zahlt die Gemeinde jedes Jahr für die Straßenbeleuchtung, schätzt Bürgermeister Horst Brückner. Dank Sommerpause und Schaltzeiten hofft er zehn bis fünfzehn Prozent davon einzusparen.

Roland Jäkel wünscht sich genauere Zahlen. „Das ist jetzt ein bisschen wie Jahrmarkt“, stellt er fest. Der Diskussion fehle die Grundlage. Eine Entscheidung treffen die Gemeinderäte letztlich doch. In Sachen Schaltzeiten bleibt alles, wie es ist. Mit Ausnahme der Laternen entlang der Staatsstraße 122 schalten sich die übrigen in der Gemeinde weiterhin erst ab fünf Uhr ein und erlöschen dann pünktlich um 23 Uhr. Soweit die Theorie. In der Praxis bleiben einige Laternen laut einer Bürgerin aber am Morgen und am Abend aus. Sie wäre froh, würde das Licht wie versprochen leuchten. Tatsächlich sei es in Nieder Seifersdorf aber stellenweise „stockpechfinster“.