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Paußnitzer Hilfsdeich verschwindet

Beim Hochwasser vor einem Jahr hielt das Provisorium. Jetzt rollen dort wieder die Bagger. Was das für den Flutschutz des Orts heißt.

Als vor ziemlich genau einem Jahr die Elbe ihr Bett verließ und Teile von Strehla überflutete, musste im akut flutgefährdeten Ortsteil Paußnitz schnurstracks gehandelt werden. Schweres Gerät und hunderte helfende Hände stapelten zehntausende Sandsäcke zu einem provisorischen Deich, der eine noch größere Katastrophe für den kleinen Ort wie erhofft verhinderte.

In diesen Tagen rollen am Paußnitzer Ortsrand wieder die Baufahrzeuge. Auf Anfrage der Sächsischen Zeitung teilt die Strehlaer Stadtverwaltung mit, warum: Der Hilfsdeich wird im Stadtauftrag zurückgebaut. Übernommen werden die Arbeiten von der Firma Tieku, Tief- und Kulturbau Mühlbach aus Lampertswalde.

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Rückbau, das klingt, als ob der Damm verschwindet – und damit auch ein wichtiger Teil des Paußnitzer Flutschutzes. Heiko Zscheile vom gleichnamigen Ingenieurbüro kümmert sich um die Bauüberwachung und gibt Entwarnung: „Nein, der Deich wird nicht eingeebnet. Die Krone bleibt in der jetzigen Höhe erhalten.“

Lediglich die Sandsäcke und Folie, die voriges Jahr in der Eile verbaut wurden und inzwischen zu verrotten beginnen, werden weggenommen und durch einen neuen Wall ersetzt. Ein Neubau sei die jetzige Maßnahmen indes nicht, erklärt Heiko Zscheile. Ein solcher sei aber nötig, um den Flutschutz fachgerecht sicherzustellen.

Das allerdings dürfte viel Geld kosten. Allein die jetzige Baumaßnahme kostet die Stadt nach eigenen Angaben rund 50 000 Euro. Wann ein Neubau realisiert wird, steht in den Sternen. Vorerst jedoch, ist Heiko Zscheile überzeugt, dürfte das verbesserte Provisorium seinen Zweck weiterhin erfüllen.

Dass sich nicht die Landestalsperrenverwaltung (LTV) um den Paußnitzer Deich kümmert, hängt laut Stadt damit zusammen, dass dieser nicht im direkten Zusammenhang mit der Elbe stehe. Versuche, den Deich in die Obhut der LTV zu geben, seien erfolglos gewesen, heißt es. (ewe)