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Dresden

Pegida-Bachmann akzeptiert Strafe nicht

Nach dem Mitbegründer der Organisation wurde auch Siegfried Däbritz wegen Beleidigung angeklagt.

Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann und sein Vertrauter Siegfried Däbritz müssen sich wegen Beleidigung verantworten.
Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann und sein Vertrauter Siegfried Däbritz müssen sich wegen Beleidigung verantworten. © Matthias Rietschel

Lutz Bachmann wird seine Verurteilung wegen Beleidigung anfechten. Das teilte der 47-Jährige Pegida-Frontmann diese Woche per Videobotschaft mit. Er sagte, er werde sich nicht verbieten lassen, seine Meinung zu sagen und dafür notfalls auch ins Gefängnis gehen.

Bachmann sollte sich in dem Verfahren am Montag im Amtsgericht Dresden verantworten. Weil er nicht erschienen war, wird er nun eine Geldstrafe über 1.800 Euro per Strafbefehl erhalten. Dagegen werde er nun Einspruch einlegen, kündigte Bachmann an. Danach wird er sich erneut in einer Hauptverhandlung verantworten müssen, wie es am Montag geplant war.

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Bachmann soll auf seinen Seiten auf Facebook und dem russischen Netzwerk „vk.com“ den SZ-Journalisten Alexander Schneider beleidigt haben. Er bezeichnete ihn unter anderem als „übel riechenden selbst ernannten ,Journalist‘". Bachmann fügte hinzu, dass Schneider "meist in speckiger Jeansjacke rumlungert und auch versucht, halbwegs sinnvolle Sätze über Gerichtsverhandlungen zu formulieren, was ihm meist nicht gelingt“. Mit Verweis auf seine Anwältin nannte er den SZ-Mitarbeiter einen „ungepflegten Kasper mit fettigen Haaren und dreckigen Hosen“ und eine „bedauernswerte Kreatur“.

Sollte Bachmann wieder verurteilt werden, wäre es nach SZ-Recherchen der 20. Eintrag in seinem langen Vorstrafenregister. Aus „Geschäftsstellen“ der Justiz will Bachmann erfahren haben, dass die Staatsanwaltschaft sogar plane, für ihn eine dreimonatige Freiheitsstrafe zu beantragen, sagte er in seinem Video-Post. Darin merkte er weiter an, dass auch sein Pegida-Mitveranstalter Siegfried Däbritz Ärger mit der Justiz habe.

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Däbritz ist ein 44-jähriger Security-Unternehmer aus Meißen und steht wie Bachmann regelmäßig auf der Pegida-Bühne. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden soll er im August in Dresden einen Ausländer beleidigt haben. Bereits im September wurde Anklage gegen ihn am Amtsgericht Dresden erhoben. „Die Straftat fand im Rahmen einer Pegida-Veranstaltung am Altmarkt statt“, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Darüber hinaus habe die Staatsanwaltschaft im Dezember am Amtsgericht Meißen einen weiteren Strafbefehl wegen Beleidigung gegen Däbritz beantragt. Diese habe sich ebenfalls im vergangenen Jahr in einem Meißner Supermarkt ereignet.

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