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Pelargonien-Gigant wächst weiter

Die Balkonblumen-Gärtnerei Elsner will 2013 auf 1,4 Hektar neue Gewächshäuser bauen.

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Von Manfred Müller

Die Japaner sind verrückt nach Blumen aus Thiendorf. Nicht einmal die hohen Kosten für den Transport per Luftpost schrecken sie davon ab, Pelargonien-Züchtungen aus der Gärtnerei Elsner zu bestellen. „Unser Betrieb platzt im Moment aus allen Nähten“, sagt Gesellschafterin Andrea Ludwig. Deshalb plant das Unternehmen, in der Thiendorfer Gärtnereisiedlung auf knapp anderthalb Hektar neue, hochmoderne Gewächshäuser zu errichten. Der Gemeinderat erteilte sein Einvernehmen für die Neubauten. Bis zum Herbst sollen die Glashäuser stehen. Danach wird die technologisch ausgefeilte Innenausstattung eingebaut. Bis zur Hauptsaison, die von Januar bis März dauert, soll der Gewächshauskomplex komplett fertig sein. Die Elsner pac Jungpflanzen GmbH ist ein 115 Jahre altes Dresdner Familienunternehmen, das 2002 in Thiendorf eine Betriebsstätte gründete. Der geschützte Name „pac“ steht seit den 1960er Jahren für Pelargonien, Anthurien und Chrysanthemen. Nach der Erweiterung wird die Gärtnerei in Thiendorf insgesamt 40 000 Quadratmeter Gewächshausfläche bewirtschaften. Das Hauptsortiment bilden 180 verschiedene Pelargoniensorten, die in 55 Länder exportiert werden. Daneben produziert Elsner pac viele andere Balkon- und Beetpflanzen, wie Petunien, Edellieschen und Lobelien. Über den Sommer werden in großem Maßstab Weihnachtssterne herangezüchtet. Aber auch Chrysanthemen, Rosen, Clematis und Freiland-Staudenpflanzen gehören zum Produktionsprofil.

Um die Jahrtausendwende wurde der expandierenden Gärtnerei ihr Betriebsgelände in Dresden Tolkewitz zu eng. Auch die Logistik ließ sich durch die vielen einzelnstehenden Gewächshäuser nicht mehr beherrschen. Deshalb siedelte sie ihre neuen Produktionsstätten vor elf Jahren im günstig an der Autobahn gelegenen Thiendorf an. Hier waren genügend zusammenhängende Flächen vorhanden, so dass die Pflanzen im Winter nicht mehr zwischen verschiedenen Bauten hin- und her transportiert werden mussten. Auch Erweiterungsmöglichkeiten waren in der Gärtnereisiedlung vorhanden. Das Unternehmen errichtete zum Heizen der Gewächshäuser eine moderne Tierfettverbrennungsanlage und baute den Standort in mehreren Stufen aus. Im Dresdner Stammbetrieb befinden sich nach wie vor die Züchtung, das Labor und ein Teil der Produktion. Thiendorf aber ist der Motor im florierenden Balkonblumengeschäft.

„Um alle Prozesse zusammenzuführen, braucht es jeden Tag eine logistische Meisterleistung“, erklärt Produktionsleiter Mario Anderka. Denn eine moderne Gärtnerei hat nur noch wenig mit Buddeln in der Erde zu tun, dafür umso mehr mit ausgeklügelten technischen Systemen und Computerprogrammen. Die Jungpflanzen werden nahezu komplett auf Rolltischen herangezogen, von denen jeder über einen maßgeschneiderten Heizungs- und Bewässerungsanschluss geschoben werden kann. Das Wasser kommt nicht mehr von oben, sondern flutet die Wurzeln; Sprühdüsen über dem Tisch sorgen für einen wohldosierten Pflanzenschutz. Das alles sowie Gewächshaustemperatur und Lüftung können am Rechner gesteuert werden – sowohl von Thiendorf als auch von Dresden aus. Damit jeder Posten aus dem 520 verschiedene Produkte umfassenden Sortiment beim Kunden ankommt, verfügt das Unternehmen über eine eigene Vertriebsgesellschaft, die auch mehrere Fahrzeuge im Bestand hat.

Zur Thiendorfer Stammbelegschaft zählen 25 Beschäftigte, hinzu kommen übers Jahr noch rund 40 Saisonkräfte. Durch die Erweiterung werden noch einmal ein Dutzend Festangestellte und ebenso viele Saisonarbeiter gebraucht. „Wir sind ein angenehmes Team und immer auf der Suche nach neuen Lehrlingen“, wirbt Mario Anderka. „Wer etwas Fingerfertigkeit und Stehvermögen mitbringt, wird sich bei uns wohlfühlen.“