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Pennricher Dreck soll weg

Die Elbwiesenreinigung sorgt zwar für ein sauberes Zentrum, doch in anderen Gebieten hilft die Stadt nur wenig.

© André Wirsig

Von Alexander Gessert

Alte Zeitungen, leere Cola-Becher und Plastiktüten säumen die Grünflächen entlang der Straßenbahnlinie 7 – viel zu oft muss Anwohnerin Anja Serak diesen Anblick an der Gompitzer Höhe ertragen. „Manchmal sehe ich Leute, die wie selbstverständlich an einer Ampel ihr Fenster herunterkurbeln, um ihren Müll einfach hinauszuwerfen“, sagt die 40-Jährige verärgert. „Einmal hat es mir gereicht, da bin ich hin, habe den Müll aufgehoben und zurück ins Auto geworfen.“

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Besonders schlimm sei es in der Nähe von Haltestellen, wie etwa der Altnossener Straße, oder vor Fast-Food-Restaurants. „Die Leute sind sich oft gar nicht bewusst, dass es ihre Umwelt ist, die sie verdrecken“, sagt die Hausmeisterin. Oft geht sie daher auf eigene Faust raus und säubert die schlimmsten Stellen. „Aber das ist alleine natürlich nicht komplett zu schaffen“, erklärt sie.

Das Problem haben allerdings auch schon andere erkannt. So entschloss sich die Ortsgruppe Gompitz des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz bereits vor gut 20 Jahren zum Handeln. Diesen Sonnabend treffen sich die Freiwilligen wieder zur Aktion „Saubere Zschone“ und reinigen die Gegend. Unterstützt wird der Verein von Kindern der „Aktion Ameise“. „Es ist inzwischen zur Tradition geworden, fast wie ein kleines Familientreffen“, sagt Mike Heinrich, der damals die Idee zur Müllsammelaktion hatte. Die Arbeit am Samstag beginnt an mehreren Seiten. Gestartet wird sowohl am Pennricher Kindergarten als auch an der Podemuser Straße und dem Mühlgraben um 9 Uhr. Für einen kleinen Imbiss ist gesorgt. Wie jedes Jahr steht ein Multicar zum Abtransport bereit. Bisher wurde dieser stets komplett gefüllt. Wer helfen möchte, ist gern gesehen.

Auch Anja Serak wird dabei sein. Denn sie ist enttäuscht von der Stadt und deren Lösungen. Die Großputzaktion „Sauber ist schöner“ feiert 2014 zwar schon ihren 6. Geburtstag, erreicht aber dennoch nur wenige Stadtgebiete. Außerdem wurde ein „Dreck-Weg-Telefon“ geschaffen, bei dem Bürger unter der 115 vermüllte Stellen melden können. Jedoch sei auch dies „eine reine PR-Aktion“, wie sie sagt. Selten habe die Pennricherin erlebt, dass auf einen solchen Anruf zeitnah reagiert wurde. Und wenn, dann nur nach mehrmaligem Nachhaken. „Ich hoffe, in Zukunft wird das Thema noch ernster angegangen, und es finden sich noch mehr Leute, die sich beteiligen“, sagt Anja Serak.