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Per Handy zur Karikatur

Um seine Zeichnungen besser zu vermarkten, nutzt Dirk Müller neueste Trends. Sein Kollege arbeitet am Ende der Welt.

Von Kathrin Kupka-Hahn

Der gute Riecher ist Dirk Müllers Markenzeichen. Der Karikaturist tüftelt nicht nur ständig an neuen Geschichten, die sein Lieblingsmotiv, das Knollennasenmännchen, erlebt. Täglich durchforstet der
44-Jährige das Internet, um neue Verkaufsstrategien für sich zu entdecken. „Das Wichtigste ist heutzutage, im Internet gefunden zu werden“, sagt er. Es nütze nichts, nur tolle Karikaturen zu zeichnen. Man müsse sie auch weltweit verkaufen können. Dank Internet ist das für ihn kein Problem.

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Jetzt hat Dirk Müller sogar eine App, ein Computerprogramm, kreiert, das Interessenten direkt mit ihm verbindet. „So bin ich schneller erreichbar“, sagt Müller. Etwa 40 Prozent seiner Kunden sind Firmen. Sie bestellen bei ihm Karikaturen für Präsentationszwecke wie etwa für Broschüren, Vorträge oder Internetseiten. Meistens muss er innerhalb weniger Tage liefern. Da zahlt es sich aus, schnell erreichbar zu sein.

Seine Privatkunden wünschen meistens Karikaturen für Hochzeitszeitungen oder Abschiedsgeschenke. Gerne werden dafür Porträt-Karikaturen gewünscht. „Diese fertige ich aber nicht selber an, sondern bekomme sie von einem Kollegen zugeliefert“, sagt Müller. Wer der Kollege ist, verrät er nicht. Nur, dass dieser ein international tätiger Künstler am anderen Ende der Welt sitzt. Am Kuriosesten war für ihn eine pornografische Zeichnung, die bei ihm in Auftrag gegeben wurde. „Ein Mann wollte seinem Freund schonend beibringen, dass seine Freundin ihn betrügt“, sagt Müller. Das Zeichnen hat er sich irgendwie selbst erarbeitet, sagt er. Schon als Zwölfjähriger hat er seinen ersten Comic gezeichnet. Damals sei die Raumfähre Columbia gestartet. „Das hat mich zu einer Reise ins Weltall inspiriert“, erzählt Müller.

Nach seiner Schulzeit hat er zunächst den Beruf eines Facharbeiters für Elektronik in einem Betrieb in Riesa erlernt. Mit der politischen Wende kam auch seine berufliche. Er bildete sich in Sachen Computertechnik fort und entwickelte sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem Internet-Marketingspezialisten. Sein zweites berufliches Standbein. Gezeichnet hat Müller nebenbei. Erst seit 1996 verdient er damit Geld. Reich ist er bis heute nicht mit seinen Karikaturen geworden. Dafür hat er sich die Freude an seiner Arbeit bewahrt.