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Per Klick von der Apotheke zur Krankenkasse

Versicherte von DAK und IKK classic können in Neustadt jetzt schnelle Apothekenhilfe am Computer nutzen. Wie funktioniert das?

Ohne Internetzugriff können Kunden am Terminal Daten an ihre Krankenkasse schicken. Simone Mirtschin, Mitarbeiterin der Stadt-Apotheke am Monitor.
Ohne Internetzugriff können Kunden am Terminal Daten an ihre Krankenkasse schicken. Simone Mirtschin, Mitarbeiterin der Stadt-Apotheke am Monitor. © Dirk Zschiedrich

Keine langen Wege mehr zur Krankenversicherung und dazu noch Portogeld sparen? Das geht jetzt in der Neustädter Stadt-Apotheke am sogenannten Gesundheitsterminal. Die Kunden der beiden Krankenkassen DAK und IKK classic können an dem gut sichtbar aufgestellten PC ziemlich viel mit ihrer Versichertenkarte erledigen. „Das System ist selbsterklärend, also sehr einfach zu bedienen“, sagt René Konrad von der Stadt-Apotheke, der das System testet. „Sie können ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt darüber direkt an die Kasse schicken und müssen diese nicht mehr per Post mit viel Portogeld senden. Außerdem können Formulare eingescannt und an die Kasse verschickt werden. Und das System hilft, ICD-Diagnosen verständlich zu erklären. Das sind die einzelnen Klassifikation der Krankheiten, welche die Ärzte verschlüsselt aufschreiben“, erklärt der Apotheker. Weiterhin hilft das Gesundheitsterminal bei der Suche nach Fachärzten im Umkreis. Patienten können die Daten auf ihrer Karte einsehen und auch ihren Bodymaßindex berechnen lassen.

Dafür müssen sie ihre Krankenkassenkarte kurz einstecken und auf dem großen Display per Touchscreen angeben, welchen Schritt sie erledigen wollen. Und wem das Foto auf seiner Chipkarte nicht gefällt, lächelt in die integrierte Kamera und bekommt ein Neues. Beim Umzug kann man die Adresse auf der Chipkarte oder andere Daten ändern.

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„Ich finde dieses Terminal prima“, sagt Apotheker René Konrad. „Wir hatten uns beworben, um an dem Pilotprojekt teilnehmen zu können und testen das Gesundheitsterminal nun seit Mitte Juni.“ Offenbar wissen aber viele Neustädter noch nichts von dem neuen Angebot. Viele können es auch nicht nutzen, denn Sachsens größte Krankenkasse, die AOK, beteiligt sich nicht. Das bedauert der Chef der Stadt-Apotheke. „Es ist ein toller Service für die Versicherten.“ Aber René Konrad kann auch verstehen, warum die AOK nicht mitmacht. „Es gibt ja hier in Neustadt eine AOK-Filiale, wo die Menschen hingehen können. Für Krankenkassen, die nicht so ein stark präsentes Filialnetz haben, ist das Gesundheitsterminal aber tatsächlich eine Erleichterung.“

In Sachsen beteiligen sich derzeit 50 Apotheken. Insgesamt sollen nach und nach 225 Apotheken im Freistaat mit dem Terminal ausgestattet werden und vor allem Menschen helfen, die im Umgang mit dem Internet nicht so firm sind. Man braucht keinen Laptop und kein Handy und muss auch keine App installieren, um mit der Krankenkasse in Kontakt zu kommen. Die Datenübertragung sei sicher, sagen das Sozialministerium und die beteiligten Krankenkassen. Zunächst soll das Gesundheitsterminal zwei Jahre getestet werden. Es ist jedoch laut sächsischem Sozialministerium eine dauerhafte Nutzung vorgesehen. Die Verträge mit den Apotheken werden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Mindestlaufzeit beträgt aber immer ein Jahr. Insgesamt wurden aus dem Landesprogramm zur Digitalisierung im Gesundheitswesen 2,9 Millionen Euro an Fördermitteln dafür bereitgestellt.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

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