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Riesa

Petition für Wochenmarkt an der Arena

Die Debatte um den künftigen Standort reißt nicht ab – und soll demnächst auch die Stadträte beschäftigen.

Bleibt er doch, oder zieht er wieder an den Rathausplatz zurück? Der Wochenmarkt vor der Sachsenarena sorgt weiter für eine kontroverse Diskussion.
Bleibt er doch, oder zieht er wieder an den Rathausplatz zurück? Der Wochenmarkt vor der Sachsenarena sorgt weiter für eine kontroverse Diskussion. © Lutz Weidler

Riesa. Manfred Dönicke gibt nicht auf. Der Riesaer hatte schon im April in einem Leserbrief gefordert, Riesas Wochenmarkt müsse an der Sachsenarena bleiben. Nun geht der frühere Stadionsprecher der BSG Stahl Riesa noch einen Schritt weiter. Seit einigen Wochen sammeln er und einige Mitstreiter Unterschriften für sein Ziel, deutlich mehr als 200 sind es mittlerweile geworden. 

Die Umfragen hätten ein klares Votum ergeben, sagt Manfred Dönicke: „Die Masse sagt: Der Markt soll hierbleiben.“ Aus seiner Sicht ist das die beste Option. „Das Hauptproblem am Rathausplatz sind die Parkplätze“, sagt Dönicke. Die Leute seien heutzutage nun einmal bequem geworden und wollten in direkter Nähe zum Einkaufsort parken. 

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Gerade deshalb hält der Senior aus Weida auch das Argument nicht für stichhaltig, die Markttage würden die Innenstadt beleben: „Wer geht denn heute noch mit bepackten Einkaufskörben durch die Botanik?“

Dönicke hofft nun auf einen Kompromiss. Zwar sei eine große Mehrheit für den Markt an der Arena. „Aber es sind nicht wenige, die sagen, man könnte ja wechseln.“ Das hieße dann seinem Vorschlag zufolge: freitags ein Wochenmarkt am Rathaus, mittwochs auf dem Arenaparkplatz. Manfred Dönicke ist nicht der Einzige, der sich des Themas angenommen hat. 

Schon im Wahlkampf hatte Die Linke die Diskussion für sich entdeckt. Eine zweistündige Umfrage endete sehr eindeutig: Fünf Prozent der Befragten waren für den Markt auf dem Rathausplatz, mehr als 80 Prozent für den Arenaparkplatz, der Rest für einen Wechsel beider Standorte. Man wolle das Thema demnächst auch noch einmal im Kulturausschuss diskutieren, kündigt Uta Knebel an. 

Denkbar seien auch ganz andere Varianten. „Man könnte die Buden auch entlang der Hauptstraße aufstellen“, sagt Knebel. Dann sei zum einen die Parkplatzsituation entzerrt und zum anderen trotzdem den Innenstadt-Händlern genüge getan. Die hatten sich im Zuge der Diskussion bereits an den Oberbürgermeister gewendet, weil sie an Markttagen nun deutlich weniger Umsatz machten als vor dem Beginn der Bauarbeiten am Rathausplatz und dem damit verbundenen Umzug des Marktes.

Und was sagt der Marktbetreiber zu der ganzen Debatte? Der erinnert zunächst einmal an die große Diskussion vor dem Umzug. Damals sei vom Ende des Wochenmarktes gesprochen worden, sagt Magnet-Geschäftsführer Reiner Striegler. „Selbst ein Stadtrat rief mich noch im Februar 2019 an und wollte wissen, wer denn diese Entscheidung getroffen hätte, auf den Arenaparkplatz zu ziehen.“ 

Mittlerweile hat sich die Stimmung dem Anschein nach gedreht. Reiner Striegler sieht die Lage durchaus differenziert. „Aus wirtschaftlicher Sicht haben wir am Arenastandort eine positive Markthändlerentwicklung und müssten eigentlich für diesen Standort plädieren.“ Aber der Umsatz ist eben nur das eine. 

Fakt sei nämlich auch, dass die Innenstadt durch den Markt sehr wohl belebt worden sei. Das bemerke man jetzt. Die Situation zeige, „wie entwicklungsfähig und wichtig ein solcher Wochenmarkt für die Innenstadtbelebung sein kann, wenn die Bedingungen stimmen – und nur darauf kommt es an“.

Eben diese Bedingungen müsse man also verbessern, wenn der Markt wieder an den Rathausplatz ziehen soll. Auch die Magnet ist daran interessiert, die neu hinzugewonnenen Besucher und Händler zu halten. „Hier ist die Stadtverwaltung gefragt.“ Und die arbeite bereits daran, lässt Striegler durchblicken. 

Mit Oberbürgermeister Marco Müller habe es bereits Gespräche über das Thema gegeben, der nächste Kulturausschuss werde sich dann noch einmal der Frage widmen, wie sich der Wochenmarkt verbessern lässt. Mit dem Umbau des Rathausplatzes wird sich die Situation an den Markttagen zumindest nicht sonderlich verschlechtern. 

Stadtsprecher Uwe Päsler spricht von „minimalen Abweichungen“. An den Markttagen in der Innenstadt wolle man festhalten. „Es wäre aus Sicht der Verwaltung kontraproduktiv, auch noch die beiden Märkte wegzunehmen. Wir denken, dass das viele Bewohner der Innenstadt und vor allem die Gewerbetreibenden auch so sehen. Entsprechende Aussagen haben wir von den Händlervereinigungen bereits erhalten.“

Das bedeute aber nicht, dass alles beim Alten bleiben müsse, deutet der Stadtsprecher auf Nachfrage an. „Ob anderweitige Veränderungen im Parksystem im Interesse der Innenstadtbesucher möglich sind, darüber wird derzeit noch intern beraten. Groß sind die Spielräume natürlich nicht, aber in der Verwaltung sind wir uns bewusst, dass alle denkbaren Varianten durchdacht werden sollten.“