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Pfanne an der Tanne

Die Gemeinde hat mit den Herrschdurfer Narren gewettet. Ein Teil ist erfüllt.

Von Thomas Christmann

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Mittelherwigsdorf. Pfannen, Schwimmringe, Besteck, Petroleumlampen, Tischtenniskelle, Federballschläger und farbige Kugeln schmücken den Weihnachtsbaum. Die Spitze ziert eine Karnevalskappe. Direkt daneben steht ein beleuchtetes Zelt, hängt ein Weihnachtsmann am Lichtmasten, sind Grill, Stühle und Liegen aufgestellt. Die Mitglieder vom Herrschdurfer Karnevalsverein haben die Wiese vor dem Gemeindeamt Mittelherwigsdorf passend zu ihrem neuen Faschingsthema „Ob Klappfix, Wigwam oder Tipi, wir fahren zelten. Yippieh!“ umgestaltet. „Es ist alles da, was man zum Campen braucht“, sagt Präsident Paul Roscher, der vorigen Sonnabend einer von zehn Helfern vor Ort war.

Damit haben sie die Aufgabe erfüllt, die ihnen Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein) zur Schlüsselübergabe am 11. November erstmals gestellt hat. Diese sei in den vergangenen Jahren mehr oder weniger nur im kleinen geschlossenen Kreis von Verein und Verwaltung gelaufen und habe nach außen wenig Beachtung gefunden, sagt er. Dabei zählt der Verein nach seiner Aussage zu den aktiven, der mit großem Engagement ganzjährig das Dorfleben maßgeblich mitgestaltet und bereichert. Daher wollte er auch die Machtübergabe dieses Jahr mit einer Aufgabe verbinden. „Die den Verein nicht überfordert, aber eine gewisse positive Außenwirkung entfaltet“, erklärt Hallmann. So mussten die Narren den beleuchteten Weihnachtsbaum vor dem Gemeindeamt bis zum Nikolaustag nach dem Motto der neuen Saison gestalten. „Das hat der Verein sehr kreativ in die Tat umgesetzt, das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagt Hallmann, der sich bei den Mitgliedern für die Annahme und Umsetzung der Aufgabe bedankt.

Mit Deko-Tipps und Christbaumkugeln ausgeholfen hat ihnen Ute Thieme, die früher zu den Herrschdurfer Karnevalisten gehörte und sie inzwischen kostenlos mit Materialien für die jeweiligen Programme versorgt. Und die Firma Miku aus Oberseifersdorf stellte einen Hubsteiger zur Verfügung, womit die Narren den Baum von einem Korb aus schmücken konnten statt mit einer Leiter zu hantieren. „Dadurch ließ sich besser arbeiten“, berichtet Roscher, der bisher meist positive Reaktionen auf die kreative Gestaltung erhielt. „Das sieht schon lustig aus, aber der Bürgermeister wollte es so“, sagt der Präsident.

Im Gegenzug verpflichtet die erfüllte Aufgabe die Verwaltung inklusive ihres Chefs nun dazu, zur Schlüsselrückgabe am Faschingsdienstag öffentlich ein kleines Programm aufzuführen. Das sei aber so geheim, dass selbst die Darsteller noch nicht wissen, was aufgeführt werde, sagt Hallmann und hofft, dass sie ihren Teil ebenso gut umsetzen können. Nebenbei soll das Werbung für den Herrschdurfer Fasching sein, der seine 37. Saison mit einem noch nie dagewesenen Thema begeht.

Erstmals schlüpfen die Narren dabei in die Rolle von Campingtouristen, die ihren Urlaub im Heimatort verbringen und so manche markante Stelle aufs Korn nehmen werden. Ein Auftritt des Männerballetts, Tanz der Funkengarde sowie musikalische Einlagen runden das Programm ab. Was den Auftritt der Gemeinde angeht, so hat Roscher als DJ schon manche Weihnachtsfeier miterlebt – und nach eigenen Angaben schöne Auftritte erlebt. Schließlich führen die Angestellten von Bauhof, Kinderhäusern und Amt im jährlichen Wechsel auch ein Programm auf. Erfahrung haben sie also. „Wir lassen uns überraschen“, sagt der Präsident.

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