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Pfarrer bekommt modernes Wohnhaus

Trotz Mehrausgaben fürs Dach hat das Geld noch für neue Fenster gereicht. Die Fertigstellung wird erst 2014 gefeiert.

Von Heike Stumpf

Im Stadtzentrum ist ein weiteres Haus renoviert geworden: das Pfarrhaus hinter dem Rathaus und der Kirche. Im vergangenen Winter haben die Bauarbeiten begonnen. Im jetzigen Winter werden sie abgeschlossen. Davon geht Friedhofsverwalter Matthias Fritz aus, der für die Kirchgemeinde sozusagen als Baubeauftragter fungiert, bei den Bauberatungen dabei ist.

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Karl Heinz Pioßek von der Firma Dörner Sanitär-Heizung verlegt in der Pfarrkanzlei eine Fußbodenheizung. Der Neuaufbau des Fußbodens war nicht geplant, hat sich aber notwendig gemacht. Denn die Dielung war auf dem blanken Erdboden verlegt. Foto: André Bra
Karl Heinz Pioßek von der Firma Dörner Sanitär-Heizung verlegt in der Pfarrkanzlei eine Fußbodenheizung. Der Neuaufbau des Fußbodens war nicht geplant, hat sich aber notwendig gemacht. Denn die Dielung war auf dem blanken Erdboden verlegt. Foto: André Bra

Die bisherigen Bedingungen in diesem Haus bezeichnet Fritz als nicht mehr zeitgemäß, dem neuen Pfarrer oder der neuen Pfarrerin samt Familie hätten Wohnung und Umfeld so nicht mehr angeboten werden können. Deshalb sei die Gemeinde froh, dass die Modernisierung jetzt größtenteils bewältigt ist. „Ich denke, jetzt haben wir einen vernünftigen Zustand erreicht“, schätzt er ein.

Außer der Pfarrerswohnung befindet sich noch eine zweite im Gebäude. Unten ist die Kirchkanzlei eingerichtet. Diese ist Anlaufpunkt für die 800 Gemeindemitglieder. Nicht zuletzt deshalb ist auch in diesen Räumen etwas passiert. Zurzeit sind die Handwerker dabei, dort eine Fußbodenheizung zu verlegen. Das war notwendig geworden, nachdem die Helfer bei Ausbesserungen am Fußboden festgestellt hatten, dass die Dielung auf dem blanken Erdreich gelegen hat. Das erklärt die Fußkälte, mit der die Mitarbeiter im Büro jeden Winter zu kämpfen hatten. Um das zu ändern und auch Heizkosten zu sparen, fiel die Entscheidung für einen neuen Fußbodenaufbau einschließlich Dämmung. Die Heizschläuche dort spendiert die Firma Dörner. Genutzt werden soll die Restwärme des Wassers, das schon die Wandheizkörper durchlaufen hat. Somit wird die Heizung unterm Fußboden eine ergänzende sein.

Los ging’s mit dem Dach

Angefangen hat die Haussanierung mit dem Dach. Die Entkernung dort haben Gemeindemitglieder in Eigeninitiative erledigt. Dann wurden morsche Balken – mehr als geplant – ersetzt, die Schalung ergänzt und Fledermausgauben eingebaut, um auf den Boden Licht zu bringen. Genutzt wird dieser als Lager. Die Geschossdecke bekam eine Dämmung. Außerdem wurden neben dem Dach selbst die Regenrinnen und Schneefanggitter ersetzt und der Außenputz komplett erneuert.

Trotz einiger Mehraufwendungen im Bereich des Daches sind die Bauarbeiter nicht über das Limit gekommen, was Matthias Fritz auch der guten Arbeit der Planer Schuster und Stein aus Oschatz zuschreibt. „Es ist sogar noch Geld übriggeblieben. Das haben wir dann eingesetzt, um im Obergeschoss die Fenster zur Straßenseite zu erneuern“, sagt der Baubetreuer der Kirchgemeinde. Toll findet das vor allem Mieterin Ingeburg Fischer. Die Rentnerin hat vor der Freude über ihre neuen Fenster einiges mitgemacht: viel Unruhe, Baulärm durch Bohren und Hämmern. „Viel Arbeit stand an, wurde aber mit Schwung und Begeisterung getan“, hat Ingeburg Fischer beobachtet. Die Verwandlung ihres Wohnhauses beschreibt sie folgendermaßen: „Eine wunderschöne Außenansicht, neue Fenster und ein schönes Dach geben dem Gebäude ein strahlendes Aussehen.“

Das und die neuen Sandsteineinfassungen an Fenster und Türen kann jeder sehen. Nur wenige dürfen vielleicht einmal einen Blick in den Innenhof werfen. Wer bei Pfarrer Gieses letztem runden Geburtstag dabei war, wird sich womöglich noch an das wenig vorzeigbare Umfeld erinnern. „Im Hof befand sich noch eine große, alte Abwasseranlage, die wir herausgerissen haben“, erzählt Fritz. Darüber hinaus musste die Treppe zu dem kleinen Gartenanteil erneuert werden – die Bauleute hatten sich schlichtweg geweigert, die alte zu nutzen, weil diese derart desolat war. „Jetzt gibt es eine einfache, aber zweckmäßige Einhausung der Mülltonnen und auch die Möglichkeit, mal ein Gartengerät wegzuschließen“, sagt er.

Viel Geld bleibt als Eigenanteil

Wenn alle Handwerkerrechnungen bezahlt sind, wird die Sanierung des Pfarrhauses rund 330 000 Euro gekostet haben. Die Entscheidung dafür hat sich der Kirchenvorstand Matthias Fritz zufolge nicht gerade leicht gemacht – auch deshalb, weil immerhin noch ein Eigenanteil von 60 000 Euro von der Gemeinde zu finanzieren ist. „Das ist viel Geld. Da bleibt wenig Spielraum für andere notwendige Arbeiten und Investitionen“, schätzt der Baubeauftragte ein. Er denkt, dass die gelungene Sanierung des Pfarrhauses im nächsten Jahr trotzdem Anlass für einen Festgottesdienst und eine kleine Feier sein wird. Einen Termin dafür gibt es allerdings noch nicht.