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Abschied auf Raten

Dorothee Fleischhack und Daniel Lamprecht kamen zusammen als Pfarrer nach Bad Gottleuba. Sie ist schon weg, jetzt geht auch er. Und einen besonderen Stern nehmen sie mit.

Die Kirche im Rücken - egal, wo Dorothee Fleischhack und ihr Mann Daniel Lamprecht auch hingehen. Jetzt führt sie ihr Weg von Gottleuba nach Dresden.
Die Kirche im Rücken - egal, wo Dorothee Fleischhack und ihr Mann Daniel Lamprecht auch hingehen. Jetzt führt sie ihr Weg von Gottleuba nach Dresden. © Karl-Ludwig Oberthuer

Bei Pfarrers hängt der Weihnachtsstern das ganze Jahr auf dem Balkon. Nicht aus Gottesfürchtigkeit, sondern weil auch Pfarrer Menschen und manchmal bequem sind. Außerdem ist der Stern nirgends so gut aufgehoben wie hängend. Und irgendwie passt ein Stern das ganze Jahr. Nun aber wird er demnächst doch abgenommen. Im Herbst ziehen Dorothee Fleischhack (55) und Daniel Lamprecht ( 53) endgültig nach Dresden.

Eine perfekte Konstellation

Sie wechselte bereits im vorigen Herbst an die Martin-Luther-Kirche in der  Kirchgemeinde Dresden-Neustadt und pendelt seither. Er kümmert sich ab September um die Klinikseelsorge in Bautzen und Bischofswerda. Beide teilten sich seit 2005 die  die Bad Gottleubaer Pfarrstelle. Sie hatten sich damals darum beworben. Dass eine so lange Zeit daraus wurde, war nicht absehbar, aber bereichernd, sagen beide. Gottleuba bleibt nach Grimma und Crimmitschau die dritte Station in ihren Biographien. Der Wechsel nach Dresden ist für Dorothee Fleischhack ein Stück Nach-Hause-kommen, für ihn eine neue Herausforderung, die seinen Interessen und seiner Zusatzausbildung entspricht.

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Daniel Lamprecht war die Arbeit mit jungen Leuten immer wichtig, wie hier zu Pfingsten in diesem Jahr.
Daniel Lamprecht war die Arbeit mit jungen Leuten immer wichtig, wie hier zu Pfingsten in diesem Jahr. © Archiv: Daniel Förster

Daniel Lamprechts neue Stelle ist eine 75-Prozent-Stelle. Das ist mehr als die halbe Stelle jetzt und weniger als eine volle. Dorothee Fleischhack hat in Dresden eine halbe Stelle. Die Konstellation aus seiner und ihrer Stelle ist für die beiden perfekt und bietet auch noch Zeit für ehrenamtliche Arbeit, die beiden wichtig ist. "Es hat sich so entwickelt, aus dem ersten Schritt wird ein Weg", sagen sie.

Aus den Schwestern wird eine Gemeinde

Der Weg im Gottleubatal begann mit "gesellschaftlichen Herausforderungen in der Sächsischen Schweiz", wie sie sagen. Es waren die Auseinandersetzungen mit Rechts, aus denen die Andachten am 27. Januar, dem jährlichen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wurden. Später die Zeit der Flüchtlinge und Willkommenskultur. Für Dorothee Fleischhack und Daniel Lamprecht bedeutet sie bis heute, die Menschen in der Zeit, in der sie hier sind, ordentlich zu behandeln. Viele folgten ihn, es entstand ein Bündnis. Auch wenn es jetzt ruht, es leben viele Freundschaften, die die Gruppe nicht mehr brauchen. Als das Pfarrer-Ehepaar 2005 nach Gottleuba gekommen war, hatte sich gerade die neue große Kirchgemeinde Gottleubatal gegründet. 15 Jahre haben sie erlebt und mitgestaltet, aus mehreren Schwesterkirchgemeinden wurde eine vereinigte.

Die Glockenweihe im November 2009 war für Dorothee Fleischhack eines der großen Ereignisse in ihren Gottleubaer Jahren.
Die Glockenweihe im November 2009 war für Dorothee Fleischhack eines der großen Ereignisse in ihren Gottleubaer Jahren. © Archiv: Marko Förster

Während sich Dorothee Fleischhack in Dresden schon eingearbeitet, sich an die vielen Beratungen mit vielen Leuten gewöhnt hat, stimmt sich Daniel Lamprecht auf Abschied und Willkommen ein. "Es bleiben viele gute Erfahrungen mit den Menschen hier in und um Gottleuba", sagt er. Jugendfreizeiten, Geburtstage, leider mehr Trauerfeiern als Taufen. "Gute Leute, schöne Sachen" habe er erlebt. Und die Menschen machten die Erfahrung, dass man mit einem Pfarrer ganz normal reden kann. Als Lamprecht bei einem Seifenkistenrennen mitmachte, wollten das damals manche gar nicht glauben.

Hoffen auf baldige Nachfolge

Beim Abschied am 30. August in der Bad Gottleubaer Kirche wird es viele Dankesworte, viele Wünsche geben. Von den beiden Pfarrern und der Gemeinde, auch von und für Pfarrer Gregor Claus. Er wird die Gottleubataler und Berggießhübler mit betreuen, aber Lamprecht weiß, wie das als Vakanzpfarrer ist. Er war es schließlich oft genug, in Liebstadt-Ottendorf und Dohna zum Beispiel. Die dortige Pfarrstelle wird im September nach fast drei Jahren wieder neu besetzt. "So lange dauert es in Gottleuba hoffentlich nicht", sagt Lamprecht.

Ein jegliches hat seine Zeit. Das Bibelwort begleitet Dorothee Fleischhack und Daniel Lamprecht. Sie sind gespannt, was Gott mit ihnen und den Menschen noch vor hat. Und den Weihnachsstern nehmen sie natürlich mit. 

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