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Pfarrer Thomas Markert genießt seine Elternzeit

Schon zwei Babypausen hat Thomas Markert gemeistert – jetzt beginnt für ihn die dritte Auszeit vom Beruf.

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Von Madeleine Friedrich

Seit Kurzem ist der Pfarrer für Schönau-Berzdorf, Dittersbach und Sohland in eine vertraute Rolle zurückgekehrt. Statt Seelsorger zu sein, leitet er nun den Haushalt und die Kindererziehung. Töchterchen Fides krabbelt auf dem Fußboden, die zwei größeren Kinder sind noch in der Schule – so hat Thomas Markert Zeit für ein Gespräch.

Jahrelange Baby-Erfahrung

„Ich bin gut trainiert, was die Elternzeit angeht“, sagt der 39-Jährige. Zwei Jahre ist er bei der ältesten Tochter Felicitas zu Hause geblieben. Auch bei Sohn Franziskus ist er eingesprungen. Nachdem Ehefrau Dorothee Markert Töchterchen Fides zehn Monate zu Hause versorgt hat, ist nun für acht Monate ihr Mann an der Reihe. „In meiner Berufsphase habe ich sehr viel gearbeitet“, sagt Thomas Markert. Mit Fides gebe es genug zu tun, aber alles sei entspannter als im Arbeitsalltag. „Ich bin neugierig, wie sich mein Leben verlangsamt“, sagt er. Zwar hat er weniger Termine, aber sein Tag fängt nun sechs Uhr an und hört ohne Pause spät auf. „Auf diese Zeit habe ich mich aber sehr gefreut“, erklärt er und gießt sich einen Espresso ein.

Neben seiner Vaterrolle sind ihm noch viele Verpflichtungen aus der Dienstzeit geblieben. Die Konfirmanden haben sich gewünscht, von ihm bis zur Konfirmation betreut zu werden. Dann gibt es im Sommer drei Paare zu trauen. Ach ja, die Vorbereitungen zum Passionstheaterspiel am Karfreitag wird Thomas Markert auch übernehmen. Alles ehrenamtlich. „Als Pfarrer ist man eben immer im Einsatz. Klopft jemand an meiner Haustür, dann kümmere ich mich natürlich um ihn“, sagt der gebürtige Radeberger. Während vor der Geburt beide Pfarrersleute halbtags eine Stelle besetzten, ist Ehefrau Dorothee nun Vollzeit als Pfarrerin für drei Gemeinden tätig. „Ich bin sehr glücklich, wieder im Beruf zu sein“, sagt die 41-Jährige. Schließlich weiß sie Fides in guten Händen.

Für beide Ehepartner war es wichtig zu lernen, in der Elternzeit loszulassen. „Ich muss mich ständig daran erinnern, dass sie die Gemeindearbeit erledigt und ich mich raushalte“, sagt der Pfarrer. Bisher klappte das gut. Gegenseitig Tipps zu geben, ist ja weiterhin erlaubt.

Kurz nach ein Uhr ist die Ruhe im Haushalt Markert vorbei. Schließlich kommen die anderen Kinder nach Hause gestürmt. Die Zeit mit allen will Thomas Markert nun besonders genießen.