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Pfennigpfeiffer zieht von der Löbauer Straße weg

Im Streit um den Standort haben sich Handelskette, Vermieter und Stadt außergerichtlich geeinigt. Nun soll einiges in der Innenstadt passieren.

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© Thomas Knorr

Von Thomas Mielke

Nach fast dreijährigem Kampf um den Pfennigpfeiffer-Standort an der Löbauer Straße haben die Handelskette, ihr Vermieter die Stadtverwaltung Frieden geschlossen. „Alle offenen Verfahren sind erledigt, gezahlte Zwangsgelder werden erstattet, jeder trägt seine Kosten selbst“, sagte Oberbürgermeister Arnd Voigt (Freie Bürger) während des jüngsten Stadtrates. Die Basis dafür ist ein außergerichtlicher Vergleich, den die drei Seiten geschlossen haben. Demnach muss Pfennigpfeiffer seinen Laden an der Löbauer Straße am 31. Oktober 2013 schließen. Es sei denn, die Kette unterschreibt bis dahin einen Miet- oder Vormietvertrag für ein Geschäft in der Innenstadt. Dann darf sie bis 2015 in Zittau-Nord bleiben. Nach unbestätigten Informationen prüft die Handelskette den Umzug in das an der Neustadt geplante Einkaufscenter. Pfennigpfeiffer ließ die am 19. Juli von der SZ gestellten Fragen unbeantwortet.

Unterschreibt die Handelskette keinen Vertrag und schließt auch nicht, muss sie ab 1. November pro Öffnungstag 250 Euro Strafe zahlen. Die städtische Bauaufsicht überprüft diese Regelung. Darüber hinaus wird Pfennigpfeiffer, wie der Oberbürgermeister sagte, „als Ausgleich für die Schwächung der Innenstadt durch den Verkauf innenstadtrelevanter Sortimente an der Löbauer Straße zur Stärkung der Einkaufsinnenstadt bis zu 15 000 Euro plus Sachleistungen im Wert von 5 000 Euro zum Beispiel fürs Stadtfest zahlen.“

Der Vermieter, Dietrich Mickan, kommt ungeschoren aus dem Streit heraus, wenn er sich um eine andere seiner Zittauer Immobilien kümmert: Laut Vereinbarung soll er bis Jahresende die Grundstücke Böhmische Straße 18 bis 28 in Ordnung bringen lassen. Darüber, wie die Ordnung aussehen soll, hat die Verwaltung klare Vorstellungen: Mickan muss „für eine Wiederbebauung der Grundstücke sorgen, dort noch befindliche Ruinen abreißen und die verbleibenden Flächen begrünen oder die Grundstücke an einen sanierungswilligen Erwerber veräußern.“ Angeblich gibt es schon einen Kaufinteressenten. „Ob er zur Sanierung bereit und in der Lage ist, wird derzeit geprüft“, sagte Voigt.

Die Mickan Immobilien GmbH aus Amberg bestätigte den Vergleich mit Pfennigpfeiffer und der Stadt. „Wir haben bereits die Bestätigung von unserem Anwalt“, hieß es auf SZ-Anfrage. Die Firma will den Laden an der Löbauer Straße eigenen Angaben zufolge nach dem Auszug der Handelskette wieder vermarkten. Allerdings ist ihr bewusst, dass das sehr schwer wird.

Der Streit zwischen den drei Parteien hatte sich vor knapp drei Jahren entzündet, weil die Stadt zum Schutz der Händler in Zittaus Zentrum und zur Entwicklung der Innenstadt ein Handelskonzept beschlossen hatte. Darin stehen Waren, die nur noch in der Innenstadt angeboten werden dürfen. Pfennigpfeiffers Sortiment im Laden am Stadtrand besteht aber seit knapp drei Jahren zu mehr als 50 Prozent genau aus diesen verbotenen Produkten. Die Stadt hatte bereits kurz nach der Eröffnung 2010 hohe Geldstrafen verhängt und die Schließung gefordert. Darauf beschäftigten sich Anwälte mit dem Thema.