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Pferde sollen Lawalde auf die Beine helfen

Kleindehsa. Zusammen mit Gemeinderäten machten sich die Bürger jetzt Gedanken, wie der Ort seine Eigenständigkeit bewahren kann.

Von Daniela Pfeiffer

Die Pferde sind unser Potenzial. Zu dieser Erkenntnis kamen Einwohner und Gemeinderäte bei einer Versammlung am vergangenen Donnerstag im Lawalder Ortsteil Kleindehsa. Es sollten die Entwicklung und Probleme im Ort besprochen werden. Viele waren der Einladung zwar nicht gefolgt. Die, die kamen, hatten dafür jede Menge Hinweise, Vorschläge und Kritik.

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Bürgermeisterin Nadja Kneschke erläuterte, wie nah Lawalde und damit der Ortsteil Kleindehsa vor einer zwangsweisen Eingemeindung nach Löbau stehen: „Unsere finanzielle Situation hat sich seit einigen Jahren sehr verschlechtert. Wir sind bisher ziemlich knapp an einer Zwangsverwaltung durch den Landkreis vorbeigeschrammt.“ Eine wesentliche Ursache für die schlechte Lage sei vor allem ein Fehlbetrag von mehr als 600 000 Euro, den die Gemeinde bis 2009 abgebaut haben muss – so die Auflage vom Landkreis. Mit dieser Last falle es schwer, den Haushalt jedes Jahr ausgeglichen vorlegen zu können. Für 2005 ist es zwar gelungen, aber die rigorose Sparpolitik geht natürlich zu Lasten der freiwilligen Einrichtungen. Vertreter von Vereinen äußerten bei der Versammlung Verständnis dafür und boten weiterhin ihre Zusammenarbeit mit der Gemeinde an.

Man müsse nach Wegen suchen, wie man zu Geld kommt, waren sich die Versammlungsgäste einig. Stichwörter wie Windrad, Tourismus oder Pferdesport fielen. „Ein Windrad bringt uns keinen Cent“, stellte die Bürgermeisterin klar. „Wir sehen das an unserem Windrad in Lauba. Damit hatten wir eigentlich immer nur Ärger.“

Touristen bringen kein Geld

Auch auf den Tourismus brauche keiner mehr zu hoffen, meint Nadja Kneschke. „Da nützen Skaterbahn, Billard und Tischtennis nichts. Wenn jemand in der Region Urlaub macht, fährt er ins Zittauer Gebirge.“ Von rosigen Zeiten mit 400 Urlaubern im Monat schwärmte eine Bürgerin. Heute sind es höchstens zwanzig. „Wir müssen stattdessen unser positives Potenzial nutzen“, schlug die Kleindehsaerin vor. „Kleine Dinge, zum Beispiel unsere Pferde.“

Pferde als Besuchermagnet

Renate Mirle, die Vorsitzende des Kleindehsaer Wanderclubs, schlug vor, die großen Reitsportveranstaltungen aus DDR-Zeiten wieder aufleben zu lassen. „Das zieht doch die Leute.“ Er werde immer wieder von Besuchern gefragt, warum es diese Veranstaltungen nicht mehr gebe, sagte Paul Nikolaus vom gleichnamigen Reiterhof. „Damals kamen Tausende Menschen, das war ein richtiger Besuchermagnet.“

Diskutiert wurde, ob derartiges heute überhaupt noch auf die Beine zu stellen sei. „Alle müssten mithelfen, zum Beispiel Hindernisse zu bauen“, so Gemeinderat Dieter Menzel. „So etwas war nur zu DDR-Zeiten möglich. Heute, wo jeder alles genau abrechnet, nicht mehr“, kam der Einwand eines Bürgers.

Möglich kann das Vorhaben nur werden, wenn der Sportverein damit einverstanden ist, hieß es. Denn der Sportplatz in Kleindehsa, auf dem diese Veranstaltungen auch früher schon stattfanden, sei der „ideale Ort“ dafür, so die Bürgermeisterin. „Wir sollten das angehen. Schließlich hat so etwas kein anderer Ort in der Gegend.“