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Großes Turnier im Görlitzer Rosenhof

Mario Henschel arbeitet im Rosenhof Görlitz - und zwar mit Leib und Seele. Die Tiere vermitteln ihm Gelassenheit. Nur einmal im Jahr hat er Stress.

Mario Henschel kümmert sich auf dem Rosenhof in Biesnitz um Pferdestall und Pensionsbetrieb. Bei den Görlitzer Springtagen gehört er zur Turnierleitung. Hier werden Reiter und ihre Pferde aus Deutschland, aber auch internationale Starter, erwartet.
Mario Henschel kümmert sich auf dem Rosenhof in Biesnitz um Pferdestall und Pensionsbetrieb. Bei den Görlitzer Springtagen gehört er zur Turnierleitung. Hier werden Reiter und ihre Pferde aus Deutschland, aber auch internationale Starter, erwartet. © André Schulze

Wenn 50-mal am Tag bei Mario Henschel das Handy klingelt, wundert ihn das nicht. Der 32-Jährige arbeitet in der Turnierleitung der Görlitzer Springtage mit. Bei ihm laufen die meisten Fäden zusammen. Bis zum Sonntag währt das Turnier. Es wird begleitet von einem viertägigen Familien- und Hoffest.

Es ist das dritte Turnier auf dem Rosenhof, das Mario Henschel federführend mitgestaltet. Seit drei Jahren arbeitet er hier in Biesnitz und betreut die Pensionspferde. Das sind derzeit 50 und damit 35 mehr als noch vor fünf Jahren. Drei Mitarbeiter zählt das Team. „Zwei junge Menschen, die ein Freiwilliges, Ökologisches Jahr bei uns absolvieren, sind eine zusätzliche, große Hilfe“, betont Mario Henschel. Vor drei Jahren kam er aus Rothenburg nach Görlitz. Johannes Daume, der Chef vom Rosenhof, habe ihm ein unschlagbares Angebot gemacht. Mario Henschel ist den Rothenburgern dennoch eng verbunden. Auch zum Reit- und Fahrverein in Horka gibt es enge und freundschaftliche Kontakte. „Wir helfen uns gegenseitig, unter anderem bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen“, berichtet Mario Henschel. Er fühlt sich wohl in Görlitz und auf dem Rosenhof, nicht nur, weil er direkt über dem Stall wohnt. „Das hat mehr Vorteile als Nachteile“, sagt er. Zwar sei er immer schnell erreich- und greifbar, aber er habe einen sehr kurzen Arbeitsweg und könne sich den Tag einteilen. Passiert etwas im Stall – zum Beispiel es platzt eine Wasserleitung – ist Henschel schnell vor Ort und kann reagieren.

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Seit der 32-Jährige, der in einem kleinen Ort bei Dresden groß geworden ist, selbst nicht mehr reiten kann – ein kranker Rücken verhindert das – widmet er sich noch intensiver der Betreuung der Pferde. Aber hier auf dem Rosenhof läuft das anders als im erzgebirgischen Familienbetrieb, aus dem seine Freundin stammt und wo Henschel eine Zeit lang mitgearbeitet hat. Die Freundin ist wie er gelernte Pferdewirtin, sattelte aber um und arbeitet jetzt als Erzieherin. Im Familienbetrieb gibt es eine Sieben-Tage-Arbeitswoche. Hier, im Rosenhof, hat Henschel regelmäßig auch frei, dank der gut eingeteilten und strukturierten Arbeit. „Und weil jeder bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Wir sind ein gutes Team“, betont er. Die Freiräume nutzt der Pferdewirt, um zum Beispiel jetzt im Sommer mal baden zu gehen. Auch Urlaub ist drin. Der kann dann schon mal so aussehen, dass Johannes Daume den Pferdewirt übers Wochenende zu einem großen Reitturnier nach Monaco mitnimmt. Dort interessiert sich Mario Henschel nicht nur für die Pferde, sondern er lässt sich inspirieren, wie man das Springturnier auf dem heimischen Rosenhof noch besser und attraktiver gestalten kann. Dass es bei vielen Reitern im Lande und mittlerweile auch international als Geheimtipp gilt, erfüllt den Pferdewirt mit Stolz. „Es spricht sich herum, was wir hier bieten und was die Stadt zu bieten hat“, erklärt der 32-Jährige. Er war selbst erstaunt, dass in diesem Jahr so viele Springreiter teilnehmen möchten. Im vorigen Jahr haben noch 130 mobile Boxen für die Gastpferde gereicht. In diesem Jahr werden 100 Boxen mehr aufgebaut.

Vier Tage lang messen sich die Reiter und ihre Pferde in unterschiedlichen Altersklassen in den verschiedensten Prüfungen. Dabei geht es jedes Mal um einen Preis, den Unternehmen oder Privatpersonen aus Görlitz, aus der Oberlausitz und von weiter her zur Verfügung stellen. „Nur dank dieser Sponsoren, auch überregionaler, können wir das Turnier überhaupt durchführen“, betont Mario Henschel. Ein mittlerer, fünfstelliger Betrag werde als Sponsoring benötigt. Unterstützung gibt es auch aus einem Interreg-Programm Sachsen-Polen.

Das Interesse für den Pferdesport in der Region sei zwar groß, aber auch hier gibt es Nachwuchssorgen. Immer weniger Kinder wollen reiten lernen, Jungs trauen sich seltener auf ein Pferd als Mädchen, sagt Henschel. Er sei dabei eine Ausnahme, betont er, denn schon als Kind seien für ihn die Pferde wichtiger gewesen als die Schule. „Das gab manchmal Ärger“, erinnert er sich. Die Zahl der Zuchtpferde gehe zurück, der Reitsport wird immer teurer. Richtig Geld verdienen könnten nur Reiter mit Hochleistungspferden. Aber die können sich nur Leute mit viel Geld leisten. Pferdesportler aus dem Freizeitbereich haben kaum Chancen, bei Turnieren gegen die Profi-Pferde zu bestehen und damit hohe Preisgelder zu erringen. In den letzten zehn Jahren seien die Preise für ein gutes Turnierpferd explodiert, hat Henschel festgestellt. Auch Reitvereine haben Sorgen: „Die Futterpreise steigen, der Mindestlohn auch, Strom wird teurer“, berichtet der Pferdewirt.

Das Springturnier auf dem Rosenhof, eines der größten Freilandturniere in Ostdeutschland, ist für Reiter und Pferde eine Standortbestimmung. Für Besucher sind die Springtage ein Angebot, den Sport kennenzulernen und vielleicht auf den Geschmack zu kommen, sich selbst zu engagieren oder künftig den Pferden mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Diesen Gedanken hegt der 32-Jährige durchaus eigennützig. Denn für große Turniere brauche man viele Helfer mit Erfahrung. Henschel nennt ein Beispiel: Sein Schwiegervater kommt zum Springturnier aus dem Erzgebirge, um nach den Umläufen den Reitboden wieder herzurichten. „Da muss wirklich jemand mit viel Erfahrung ran, das lernt man nicht vom Zuschauen“, betont Mario Henschel. Für das Turnier hat er zwei Wünsche: dass es reibungslos und unfallfrei nach Plan verläuft und dass es gutes Wetter gibt, also keinen Dauerregen.

Das ist los beim Familien- und Hoffest bis 11. August

Springprüfungen täglich 8.30 bis 18.30 Uhr auf dem Springplatz; am Nachmittag ab 16.30 Uhr (Donnerstag und Sonnabend) und 17 Uhr (Freitag) Springprüfung der Klasse S*; am Sonntag ab 15.30 Uhr Großer-Preis vom Autohaus Scholz. Das ist eine Prüfung S***.

Auf der Festwiese täglich ab 10 Uhr Steckenpferde bemalen, Kinderschminken, Minidisko, Hüpfburgen, Rummel, Water Walking, Quads, Bogenschießen

In der Reithalle auf dem Rosenhof dürfen täglich ab 10 Uhr Kinder auf Pferden reiten. Am Sonnabend wird gegen 14 Uhr vorgestellt, was das Therapiereiten ist und wer es nutzen kann.

Auf dem Festgelände gibt es an allen vier Tagen ganztags einen Bauernmarkt sowie eine Sportwagen- und Traktorenausstellung. Außerdem sind ein Flohmarkt und eine Kleintierschau geplant.

Ein Frühschoppen mit den Heideländer Blasmusikern startet 10 Uhr am Sonntag.

Der Eintritt zum Familien- und Hoffest ist frei.

Besucher sollten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, die Zahl der Parkplätze im Rosenhof ist sehr beschränkt.

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