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Pflege zu Hause mit einem Mann

Lars Kunze hat seinen Traumberuf über eine Zivistelle gefunden.

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Von Jens Hoyer

Vor elf Jahren hatten sich Birgit Klingner und Kathrin Langhof mit ihrem Pflegedienst „Pflege zu Hause“ selbstständig gemacht. Derzeit arbeiten 16 Frauen und Männer im Pflegedienst, darunter zwei Azubis und ein Auszubildender. Wobei Männer eine Ausnahme in der eher von Frauen dominierten Altenpflege darstellen. Pfleger Lars Kunze (33) ist seit genau zehn Jahren dabei. „Es ist ein schöner Beruf, der Spaß macht. Man braucht dabei etwas Feingefühl“, sagte er. „ Am Anfang hatten wir allerdings große Probleme, dass ihn die alten Damen akzeptieren. Wir möchten ihn aber nicht mehr missen“, sagte Kathrin Langhof.

Seine Berufung hatte der gelernte Fleischer im Zivildienst erkannt. Danach machte er eine Ausbildung zum Altenpfleger. Nachdem der Zivildienst jetzt aber auf ein halbes Jahr verkürzt wurde, will „Pflege zu Hause“ künftig ganz auf Zivis verzichten. Nach Grundlehrgang und Einarbeitungszeit abzüglich Urlaub bleiben nur noch drei Monate Arbeitszeit übrig. „Wir werden für den Zivi einen Mitarbeiter fest einstellen“, so Kathrin Langhof.

Nachdem sich die Pflegeheime in den vergangenen Monaten einer Qualitätsbewertung stellen mussten, werden von den Krankenkassen jetzt auch die ambulanten Pflegedienste auf die Einhaltung der Qualitätsstandards durchleuchtet. „Pflege zu Hause“ hat als einer der ersten Dienste die Überprüfung mit einem „Sehr gut“ geschafft. „Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Kathrin Langhof. Für die Bewertung waren vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen fünf der 64 Kundenakten ausgewertet worden. Außerdem gab es eine Kundenbefragung.