merken
PLUS

Pirna

Der täglich neue Notfallplan 

Maria Vater koordiniert in Heidenau die Einsätze für vier Sozialstationen. Jetzt sieht jeder Tag anders aus und muss sie öfter auch selbst fahren.

Maria Vater, Einsatzkoordinatorin bei den Johannitern in Heidenau, bereitet sich auf Ihren Einsatz vor
Maria Vater, Einsatzkoordinatorin bei den Johannitern in Heidenau, bereitet sich auf Ihren Einsatz vor © Norbert Millauer

Ein Plan ist immer gut. In normalen Zeiten und erst recht in Krisen wie jetzt. Während er sonst auf  Wochen und Monate angelegt ist, heißt er jetzt Notfallplan und ist jeden Tag anders. Das oberste Gebot für Maria Vater in Heidenau lautet derzeit: Alle Senioren weiter versorgen. Dabei helfen die Senioren und ihre Angehörigen selbst. 

50 Mitarbeiter in den vier Johanniter-Sozialstationen in Heidenau, Pirna und Dresden  kümmern sich in der Regel um rund 400 Menschen. Doch aktuell stehen nicht alle Mitarbeiter zur Verfügung. Sie sind wegen Erkältungen zu Hause oder müssen ihre Kinder betreuen. Als Erstes hat Maria Vater Touren zusammengelegt, als Zweites springt sie selbst mit ein und übernimmt Einsätze. Und als Drittes haben Patienten selbst abgesagt, die die Hilfe nicht so dringend brauchen oder jetzt von Verwandten unterstützt werden. Insbesondere bei der Hauswirtschaft werde "mit Bedacht" reduziert. Das heißt, wo vielleicht sonst zweimal in der Woche jemand zu Hause half, ist es nun nur einmal. Bisher gibt es keine großen Löcher im Versorgungsnetz, sagt Maria Vater. 

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!
Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Alltag ohne Tagespflege

Die Tagespflege ist geschlossen. Das ist einerseits eine Entlastung, weil die hier Beschäftigten anders eingesetzt werden können. Es ist aber vor allem für die Betroffenen und deren Angehörigen zum Teil schwierig, auch wenn die jetzt auch oft zu Hause sind. Die Tagespflege ist insbesondere für die hier Betreuten ein Stück Alltag und Abwechslung und Hilfe nicht nur für sie, sondern eben auch für die Angehörigen. Doch dieser Alltag ist jetzt weggebrochen und ein anderer.

Auch für Maria Vater. Nicht nur dienstlich. Bisher kommt sie gut damit klar, auch wenn ihr die Kontakte zu Familienangehörigen und Freunden - und der Sport - fehlen. Die gelernte Pflegerin freut sich aber, arbeiten und helfen zu können und hofft, das immer zu können. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist das heute nicht selbstverständlich. Wie schnell eine Infektion ein ganzes Pflegeheim in den Alarmmodus und Ausnahmezustand versetzen kann, zeigt das Beispiel Hohnstein. 

Maria Vater plant und organisiert immer und jetzt  noch ein bisschen mehr. Ihr bereitet die Sorge um die Alten von Tag zu Tag mehr Kopfzerbrechen. Dieser Zustand des Planens von heute auf morgen, diese Unsicherheit für alle, wird schrittweise zu einem Dauerzustand. "Das ist für alle nicht schön, aber wir bemühen uns weiter, für alle eine Lösung zu finden." Auch wenn man heute nicht weiß, wie sie morgen aussieht.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Täglichen kostenlosen Newsletter bestellen.

Mehr zum Thema Pirna