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Pflegekräfte gesucht

Arbeitgeber melden viele freie Stellen im Gesundheitswesen. Auf Jobsuche sind vor allem Ältere.

Von Maria Lotze

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Mit einem Spitzenwert kann die Agentur für Arbeit Freiberg das vergangene Jahr abschließen. Erstmals seit der Erfassung der Arbeitslosenzahlen im Jahr 1991 beträgt die Arbeitslosenquote im Gebiet des Landkreises Mittelsachsen 7,9 Prozent. „Das ist ein historischer Rekord“, “, sagt Susan Heine, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg. Dennoch bleiben für Heine und ihre Mitarbeiter Schwerpunkte, denen sie sich in diesem Jahr stellen müssen.

Die Arbeitslosigkeit im Januar ist saisonal bedingt noch einmal gestiegen.

Zwar ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar dieses Jahres geringer als 2014, trotzdem ist Susan Heine mit der Quote von 8,6 Prozent unzufrieden. „Mir wäre lieber, wenn eine sieben vor dem Komma steht.“ Doch aufgrund der Witterungsverhältnisse in diesem Monat seien Arbeiten im Freien behindert worden. Zudem lassen generell im Winter die wirtschaftliche Aktivität und die Arbeitseinstellungen nach, so Heine. Im gesamten Kreis waren im Januar 14 386 Personen arbeitslos gemeldet, davon 3 883 in der Region Döbeln. Zwar sind das 326 Personen weniger als im Januar 2014, aber knapp 350 mehr als im Dezember. Auf dem Arbeitsmarkt sind 488 neue Stellen gemeldet worden, 100 weniger als 2014.

„Gefragt sind besonders Arbeitskräfte in den Bereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung sowie in den Tätigkeitsfeldern Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“, sagt Susan Heine.

Die Region Döbeln weist nach wie vor die höchste Arbeitslosenquote auf.

Mit 10,3 Prozent ist die Arbeitslosenquote in der Region Döbeln im Vergleich mit den anderen Regionen im Landkreis Mittelsachsen 2014 am höchsten gewesen. Gründe dafür sieht Susan Heine in der nicht so stark ausgeprägten Wirtschaft der Region. „Man hatte damals nach der Wende geglaubt, dass sich viele Firmen aufgrund der Autobahnnähe um Döbeln ansiedeln. Das war aber nicht so“, ergänzt Karin Illgert, die Geschäftsführerin des Jobcenters. Für die Bürger, die auch aus dem Umfeld in der Region Arbeit suchen, reiche die Wirtschaftskraft nicht aus, so Susan Heine. Viele Beschäftigte seien nach der Wende in geringer qualifizierten Berufen wie in der Montage tätig gewesen und in der Landwirtschaft, so Illgert. Doch die beiden Sparten sind zusammengebrochen. Die Leute haben nur schwer wieder neue Jobs gefunden. Doch auch wenn die Arbeitslosenquote im Vergleich recht hoch ist, ist sie gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent gesunken. Grund dafür sei, dass die Bürger zunehmend mobiler werden und für die Arbeit die Fahrt nach Dresden oder Leipzig in Kauf nehmen.

Überdurchschnittlich viele ältere Mittelsachsen haben keine Arbeit.

Sorge bereitet Susan Heine, dass in Mittelsachsen besonders viele Bürger zwischen 50 und 65 Jahren keine Arbeit haben. „Die 45,5 Prozent sind überdurchschnittlich viel“, so Heine. Dem entgegenzuwirken, sei eine der Hauptaufgaben für dieses Jahr. Erfreulicher dagegen haben sich die Zahlen bei den jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren entwickelt. Mit 903 Arbeitslosen in dieser Altersgruppe ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 21,7 Prozent gesunken. „Wir haben keine große Jugendarbeitslosigkeit“, so Susan Heine. Grund zum Ausruhen sei das jedoch nicht. Mit Initiativen wie „Betriebliche Ausbildung hat Vorfahrt“ sollen die Jugendlichen 2015 vor allem animiert werden, ihre Lehre durchzuhalten. Nur leicht gestiegen ist die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten. Seit 2011 stagniert sie bei um die 880. Auch hier will die Agentur 2015 verstärkt ansetzen. Frauen haben es dagegen auf dem Arbeitsmarkt in Mittelsachsen kaum schwerer als Männer. Sie machen 46 Prozent der Arbeitslosen aus. „Frauen lassen sich in Mittelsachsen gut integrieren und vermitteln“, hat Susan Heine festgestellt.

Fachkräfte im Gesundheitswesen und in der Baubranche werden gesucht.

Knapp 8 250 freie Arbeitsstellen auf dem ersten Arbeitsmarkt sind der Agentur für Arbeit 2014 gemeldet worden, über 1 000 mehr als im Vorjahr. Susan Heine betrachte diese Entwicklung mit Sorge. Die Betriebe wollen zwar mehr einstellen, aber auf dem Markt muss auch das geeignete Personal zu finden sein. Neben Zeitarbeitern wurden 2014 vor allem Stellen im verarbeitenden Gewerbe, im Handel sowie im Kfz-Bereich und im Gesundheits- und Sozialwesen ausgeschrieben. Aufgabe für die Arbeitsagentur ist nun, die Qualifizierungsangebote für die Arbeitslosen auf den Bedarf anzupassen. Erste Gespräche mit den Bildungsträgern gab es gestern. Denn ein weiteres Problem kommt dazu: Die Bevölkerung schwindet.

Agenturchefin erwartet 2015 stabile Beschäftigung.

Für dieses Jahr rechnet Susan Heine damit, dass wieder mehr arbeitslose Mittelsachsen eine sozialversicherungspflichtige Arbeit finden. „Wir erwarten ein stabiles Beschäftigungsniveau in Mittelsachsen, sofern es keine Wirtschaftskrise gibt“, sagt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur. Ziel sei es in diesem Jahr vor allem den Älteren, den Langzeitarbeitslosen und den Schwerbehinderten in qualifizierte Jobs zu verhelfen. Die Zeiten, in denen Arbeitslose jeden Job annehmen mussten, sollen vorbei sein. Auf dem Markt gebe es genügend freie Stellen, um für jeden auch eine qualifizierte Arbeit mit Zukunft zu finden. Ein Thema 2015 für die Agentur werden auch die steigenden Schülerzahlen vor allem an Gymnasien sein.

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