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Döbeln

Pflug und Hacke für ein Dach

Beim Bauernmarkt am Samstag ist landwirtschaftliches Gerät zu sehen. Das will der Förderverein zu Geld machen.

Wer sich so ein historisches Landwirtschaftsgeräte zu Deko-Zwecken in den Garten stellen will, kann eines am 8. Juni im Kloster Buch ersteigern. Die Exponate sind jetzt am Sonnabend schon einmal zum Bauernmarkt zu sehen.
Wer sich so ein historisches Landwirtschaftsgeräte zu Deko-Zwecken in den Garten stellen will, kann eines am 8. Juni im Kloster Buch ersteigern. Die Exponate sind jetzt am Sonnabend schon einmal zum Bauernmarkt zu sehen. © D. Thomas

Leisnig/Klosterbuch. Eine Ausstellung der besonderen Art ist am Sonnabend parallel zum Bauernmarkt in den Räumen des Kapitelhauses zu sehen.

Dort konnten sich die Besucher des Klosters Buch bereits Kunst unterschiedlicher Genres anschauen. Doch Geräte, die vor Jahrzehnten auf dem Feld im Einsatz waren, gehörten wohl noch nicht dazu. Dass sie jetzt aufgereiht nebeneinander stehen, hat einen guten Grund. „Die Gäste sollen sich anschauen, was sie bei einer Aktion am 8. Juni gemeinsam mit Mitgliedern des Rotary-Clubs Döbeln-Mittelsachsen ersteigern können“, sagt Rica Zirnsack, Projektkoordinatorin beim Förderverein Kloster Buch.

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Bei dem Sammelsurium handelt es sich um Dinge, die bislang auf dem Boden des ehemaligen Kuhstalls „geschlummert“ haben. Als die Handwerker dort hinaufsteigen mussten, um Schäden nach dem Orkantief „Friederike“ zu beseitigen, haben sie die Geräte sozusagen wiederentdeckt. Nun, da die Förderer auch die Neueindeckung des desolaten zweiten Teils des Kuhstalldaches vorbereiten, musste die Technik dort oben verschwinden.

Volkmar Krawczyk hat sich inzwischen die kleine Ausstellung im Kapitelhaus genauer angeschaut. Er hat viele Jahre das Volksgut geleitet. Der Landwirtschaftsbetrieb hat in den Gemäuern des alten Klosters Viehzucht betrieben. Schon damals hat sich Krawczyk dafür eingesetzt, dass die besondere Bausubstanz so gut es geht, erhalten wird. Heute setzt er sich dafür als Vorstandsmitglied des Fördervereins ein. Trotz dieser „Geschichte“ ist es dem Westewitzer ein Rätsel, wie und wann die Gerätschaften auf den Kuhstallboden gekommen sind. „Ich habe sie vorher noch nie gesehen“, sagt der Landwirt.

Trotzdem weiß er als Fachmann, um welche Art Helfer es sich handelt. „Es sind zum Beispiel Pflüge dabei, sogar Wechselpflüge für die Bewirtschaftung mit Pferden“, berichtet er. Die seien anfangs ziemlich fortschrittlich gewesen. Auch Rübenhackgeräte oder sogenannte Kartoffel-Igel sind unter den Teilen, die die Förderer zu Geld machen wollen. Dass die Teile noch in einem landwirtschaftlichen Betrieb effektiv einsetzbar sind, das glaubt Volkmar Krawczyk eher nicht. Für Dekorationen oder die museale Darstellung Museum seien sie allerdings noch prima geeignet.

Die Einnahmen aus der Auktion braucht der Förderverein neben weiteren Spenden, um den zweiten Teil der Neueindeckung des Kuhstalldaches zu finanzieren. Obwohl der Verein mit 72 000 Euro eine immense Unterstützung aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR erfährt, muss er noch rund 27 000 Euro als Eigenanteil aufbringen. Auch für das Dach kann bei den nächsten Veranstaltungen gespendet werden.

Außer dem Bauernmarkt am Sonnabend von 9 bis 15 Uhr gibt es am Sonntag ab 11 Uhr einen Muttertagsbrunch und anschließend ab 14 Uhr eine Klosterführung. Wer noch etwas länger durchhält, kann sich von Undine Myja erklären lassen, welche Frühjahrskräuter jetzt wachsen und verarbeitet werden können. Schon Anmeldungen nehmen die Förderer für das Spargelessen entgegen. Das ist für den 19. Mai ab 11 Uhr geplant.

www.klosterbuch.de