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Phaeton-Aktion: Spendet VW jetzt für Meißen?

Die Luxuskarossen-Gala auf dem Markt soll nach dem Willen vieler Meißner mit einer Spende desKonzerns beglichenwerden.

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Von Petra-Alexandra Buhl

Geteilter Meinung ist Meißen zur Phaeton-Gala am vergangenen Sonnabend. Ein einzelner Polizist hatte dem ersten Phaeton-Treffen der Gläsernen Manufaktur erlaubt, auf dem autofreien Markt zu parken. Die Fahrer und ihre Familien gingen anschließend bei „Vincenz Richter“ essen. Zuvor waren sie im Schloss Proschwitz, danach fuhren sie weiter in die Porzellanmanufaktur. Ramona Wehnert von der Konditorei am Theaterplatz findet, man sollte darüber hinwegsehen. „Die Wirtschaft muss in Meißen Vorfahrt haben.“ Auch Mirko Näcke (CDU) äußerte im Stadtrat Verständnis für die Autogala: „Die Jungs haben sich ein Fahrzeug für 100 000 Euro gekauft, die sind stolz auf ihre Autos und wollen sie präsentieren. Da kann man nicht verlangen, dass sie in der Tiefgarage parken.“

Viele Meißner wünschen sich, dass der VW-Konzern der Stadt eine Spende übergibt als Zeichen des guten Willens nach dem Phaeton-Faux pas. Immerhin ist der Markt erst seit Ende März autofrei. Unumstritten ist das nicht, und den Meißner Gewerbetreibenden wurde im April untersagt, ihre Autos dort zu präsentieren. „Für die Großzügigkeit, dass sie unerlaubt und umsonst parken durften, könnten sie uns ruhig eine Spende geben“, sagt Axel Sauer (PDS). Dem pflichtet Wolfgang Tücks (ULM) bei: „Wenn VW spenden würde, wäre das eine schöne Geste.“ Meißen wolle keine Phaeton-Fahrer als Gäste verprellen. Aber das Vorgehen sei absolut nicht in Ordnung gewesen. „Eine Spende wäre ein vernünftiger Ausgleich für den Ärger, den wir hatten“, sagt Falk Werner Orgus (CDU). Allerdings solle das Geld gleich in die Kinder- und Jugendarbeit gesteckt werden und nicht in die Rathaus-Sanierung.

OB Olaf Raschke (parteilos) sagte im Stadtrat, es habe im Vorfeld Abstimmungen zwischen der Stadt und der Gläsernen Manufaktur gegeben. Dabei sei festgelegt worden, dass die Phaeton-Fahrer ihre Wagen im Parkhaus abstellen. Mit einem Fax an die Polizei hatte sich der Leiter des Kundenmanagements Oliver Winkes darüber hinweggesetzt. Er ist seit Montag nicht mehr zu erreichen.