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Philharmonie zieht in altes Kino ein

Das Orchester probt ab sofort am Waldschlößchen. Der 500000 Euro teure Umbau ist aber nur als Zwischenlösung gedacht.

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Von Tobias Winzer

Aus den Kinosälen sind Probenräume für Chor und Orchester geworden, aus den Vorführräumen Umkleiden für die Musiker: Die Dresdner Philharmonie hat gestern offiziell ihr Ausweichquartier im Waldschlößchenareal bezogen. Fast genau drei Jahre nach dem Ende des Metropolis-Kinos gibt es dort wieder einen Mieter. Der Vertrag ist erst einmal bis September 2015 befristet – dann soll der Umbau des Kulturpalastes beendet sein.

„Für uns als Philharmonie hat sich mit der neuen Lokalität eine geeignete Interimslösung in der Zeit des Kulturpalast-Umbaus gefunden“, sagte der Intendant des Orchesters, Anselm Rose. In den vergangenen Wochen wurden die alten Kinosäle so umgebaut, dass sie als Proberäume taugen.

Im großen Orchesterprobenraum gibt es zum Beispiel Akustikplatten an der Decke. Ein Teil der schallschluckenden Verkleidung wurde von der Wand gerissen. Noch vor Weihnachten wird ein Akustiker die neuen Räume vermessen. Dann sollen eventuell noch Schallwände aufgestellt werden. Eine halbe Million Euro hat der Umbau insgesamt gekostet. Stadtverwaltung und der Vermieter, die Bayerische Hausbau, teilen sich die Kosten.

Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) betonte, dass es sich bei den Probenräumen sowie bei den Ausweichspielstätten zum Beispiel im Schauspielhaus und Albertinum um Übergangslösungen handele. Lunau hofft, dass die Stadträte in ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag und Freitag für die Sanierung des Kulturpalastes stimmen.

Rund 80 Millionen Euro soll die Sanierung kosten. Mit eingerechnet sind rund 1,2 Millionen Euro jährlich, die die Philharmonie zusätzlich für die Miete der Interime und den erhöhten Logistik-Aufwand ausgeben muss.

Die Stadträte der Bürgerfraktion hatten zuletzt vorgeschlagen, die Garnisonkirche an der Stauffenbergallee als Spielstätte und Probenraum zu nutzen und die Sanierung des Kulturpalastes dafür zu verschieben. So sollte der angespannte Haushalt für die Jahre 2013 und 2014 entlastet werden.

Lunau sprach sich gegen diese Überlegungen aus. Die Garnisonkirche sei derzeit voll ausgelastet. Außerdem sei ungeklärt, ob die Zahl der Sitzplätze und die Akustik den Anforderungen genüge. „Wir brauchen keine weitere Ausweichspielstätte, sondern den neuen Konzertsaal im Kulturpalast“, sagte Intendant Rose.