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Philharmoniker wollen neue Fans erobern

Gerade hat die Neue Elbland Philharmonie die Fusion zwischen Riesa und Pirna verdaut, schon ist von weiteren Fusionen die Rede. Diesmal hat die Theater- und Orchesterkommission in Dresden ihre Vorschläge unterbreitet, um den Häusern im Elbtal und Mittelsachsen Wege aus der Finanznot zu zeigen.

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Von Reiner Hanke

Gerade hat die Neue Elbland Philharmonie die Fusion zwischen Riesa und Pirna verdaut, schon ist von weiteren Fusionen die Rede. Diesmal hat die Theater- und Orchesterkommission in Dresden ihre Vorschläge unterbreitet, um den Häusern im Elbtal und Mittelsachsen Wege aus der Finanznot zu zeigen. Als Partner werden die Landesbühnen in Radebeul und das Mittelsächsische Theater Döbeln/Freiberg genannt. Von bis zu 110 Stellen ist die Rede, die eingespart werden könnten. Das klingt dramatisch. Philharmonie-Geschäftsführer Christoph Dittrich stellt aber sofort klar: Die Elblandphilharmonie sei letztlich nicht in die Vorschläge der Kommission einbezogen worden und „ist in keiner Weise von diesem Stellenabbau betroffen.“ Dittrich vermutet, dass die Megafusion der Mehrspartenhäuser Freiberg/Döbeln und Radebeul die ganze Aufmerksamkeit auf sich zogen habe. Denn das sei schon ein gewaltiger Brocken. Und trotz aller Sorge um den Verlust der Eigenständigkeit, sei es nach seiner Meinung der richtige Weg, um die Substanz zu erhalten.

Keine Versicherung

gegen Geldprobleme

Doch auch die Elblandphilharmonie könnte unversehens wieder vor Geldproblemen und Zukunftssorgen stehen. Da braucht nur einem der beteiligten Landkreise die finanzielle Puste ausgehen: „Jeder kennt die Lage der Haushalte, das ist gar nicht so irrsinnig unwahrscheinlich“, spekuliert der Philharmonie-Chef. Trotz drastischer und schmerzhafter Veränderungen in den letzten Jahren, müsste der Klangkörper dann erneut über seine Struktur nachdenken, weiß Dittrich. So komme es auch nicht ganz von ungefähr, dass die Philharmonie als dritter Partner zumindest im Gespräch war. Und Christoph Dittrich räumt ein, sogar mit eigenen Gedanken in die Offensive gegangen zu sein.

Von einer Fusion mit Musiktheatern wie in Radebeul verspricht er sich allerdings kaum wirtschaftliche Effekte. Zu sehr sei der Klangkörper auf den sinfonischen Bereich spezialisiert. Aber künstlerische Berührungspunkte gebe es schon. So könnte sich Christoph Dittrich vorstellen, dass nach dem Verschmelzen von Döbeln/Freiberg und Radebeul nur noch wenig Luft für die reine Konzertarbeit der beiden Häuser bleibe. In diese Lücke könnte die Philharmonie springen und die Fühler über das jetzige Stammgebiet hinaus ausstrecken.

Angebot könnte

ergänzt werden

„Was wir in vier Landkreisen bringen, das ließe sich doch weiter ausdehnen“, so Dittrich. Und er wirbt zugleich für die Qualität seines Hauses als Konzert-Spezialist. Damit könnte sein Orchester das Angebot der beiden Musiktheater „hochwertig ergänzen“. Diese Option wolle in den nächsten Monaten die Theaterkommission noch einmal prüfen. So ist man im Riesa-Großenhainer Landratsamt auch noch vorsichtig mit Prognosen, immerhin gehe es letztlich um die Orchesterstruktur in drei Kulturräumen, die gründlich durchdacht sein will.