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Meißen

Photon trauert um verpasstes Geschäft

Durch die Drohungen von US-Präsident Donald Trump kann das Unternehmen seine Technik nicht an den Iran verkaufen.

2017 begrüßte die Firma Photon iranische Bahnspezialisten in Meißen. Gemeinsame Geschäfte sind derzeit nicht möglich.
2017 begrüßte die Firma Photon iranische Bahnspezialisten in Meißen. Gemeinsame Geschäfte sind derzeit nicht möglich. ©  Claudia Hübschmann

Meißen/Köln. Die beiden Partner hätten wunderbar zusammengepasst: Sprech-, Notruf- und Signaltechnik für Bahnunternehmen – das ist eines der wichtigen Geschäftsfelder des Meißner Unternehmens Photon. Im Iran werden genau diese modernen Anlagen dringend benötigt. Priorität für das Land hat derzeit der Ausbau des Schienennetzes. 

Nach Angaben von Germany Trade & Invest, der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft, soll das heute überwiegend noch einspurige Netz größtenteils zweispurig und weitgehend elektrifiziert werden. Mehrere Hochgeschwindigkeitsstrecken seien geplant. Innerhalb eines Fünfjahrplanes werden Investitionen von knapp 30 Milliarden Dollar nötig, heißt es in einer Zielmarktanalyse des Bundeswirtschaftsministeriums.

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Einem Bericht von Deutschlandfunk Kultur in den Zeitfragen am Montagabend nach haben die US-Sanktionen infolge des aufgekündigten Atom-Abkommens die Chancen auf ein für beide Seiten einträgliches Geschäft zwischen Photon und dem Iran jedoch minimiert. 

Der Radiosender zitiert Photon-Geschäftsführer Michael Brandhorst mit den Worten: „Durch die Unterschrift von Herrn Trump hat er unseren Unternehmern unter Androhung von Strafe verboten, mit dem Iran Geschäfte zu machen.“ Nach heutigem Stand sei es dabei geblieben. Er mache nichts mit dem Iran, so der Firmenchef.

Der Meißner Betrieb war zuvor eingebunden in ein sächsisch-iranisches Besuchsprogramm, welches dazu dienen sollte, eine Kooperation anzubahnen. Es gab Ministerreisen und Gegenbesuche. Im September 2017 waren iranische Fachleute direkt vor Ort in Meißen zu Gast.

Das Iran-Geschäft ist nicht der erste Deal, welcher dem Meißner Unternehmen durch geänderte politische Rahmenbedingungen platzt. Ähnliche Erfahrungen musste die Firma mit Beziehungen nach Russland und in die Türkei machen. 

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