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Pillen jetzt auch aus dem Internet

Im Internet kann man mittlerweile fast alles kaufen. Medikamente lassen sich zwar im Netz bestellen, müssen aber entweder in der Apotheke selbst abgeholt werden oder Fachpersonal liefert die Arzneimittel nach Hause.

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Von Falk Hofer

Im Internet kann man mittlerweile fast alles kaufen. Medikamente lassen sich zwar im Netz bestellen, müssen aber entweder in der Apotheke selbst abgeholt werden oder Fachpersonal liefert die Arzneimittel nach Hause. Bisher nutzt jedoch kaum jemand den Internet-Service.

Na, mal wieder zu viel im Internet gesurft? Drei Stunden vor dem Bildschirm gesessen und viel zu kleine Schrift gelesen. Da kann man schon mal Kopfschmerzen bekommen. Zum Glück gibt es Aspirin. Dumm nur, dass die Packung bald alle ist. Aber gerade im Netz kann man schnell eine neue bestellen, auch in Zittau.

Auf der Homepage der Herz-Apotheke füllt man zum Beispiel einfach eine Bestell-Maske aus, und die Medikamente liegen in jedem Fall nach 24 Stunden bereit. „Wir bieten diesen Service seit November an und haben auch schon einige Bestellungen aus dem Internet erhalten“, sagt Apotheker Uwe Hoffmann. Bei der Stadt-Apotheke dagegen hat noch niemand über das Internet Arzneimittel bestellt. „Wir haben zwar keine Homepage aber dafür eine E-Mail-Adresse“, sagt Inhaber Lothar Lücking. Die stehe zwar auf allen Flyern und Tüten, aber bisher ohne Resonanz.

Auch bei Carolus-, Löwen-, Johannis- und Rats-Apotheke kommen die Kunden lieber ins Geschäft, statt die Medikamente übers Internet oder per E-Mail zu bestellen. Das weiß auch Peter Knobloch von der Marien-Apotheke, deswegen bietet er diesen Service gar nicht erst an. „Die Leute wollen sich in der Apotheke um die Ecke beraten lassen und nicht erst ins Internet gehen.“ Außerdem seien die Älteren die Hauptkunden einer Apotheke, und die hätten eben nur selten einen Internetzugang.

Vor allem für Bewohner kleinerer Orte ohne Apotheke kann der Bestellservice eine Alternative zum Telefon sein. Vorteil: die Apotheke ist auch außerhalb der Öffnungszeiten erreichbar, eine Bestellung läge zum Beispiel gleich früh zur Ladenöffnung vor. Dadurch verbessere sich der Kundenservice, so einige Apotheker. Zumindest wenn das E-Mail-Postfach regelmäßig eingesehen wird. Dann können die Arzneimittel in der Regel binnen eines Tages geliefert werden. In Notfällen ist die E-Mail allerdings nutzlos. Da hilft nur ein Anruf beim Notdienst oder einer anderen Apotheke .

Außerdem muss bei der Internetbestellung beachtet werden: die Medikamente sind entweder in der Apotheke abzuholen oder werden von Mitarbeitern nach Hause gebracht. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel ist das Rezept vorzulegen. Die Auslieferung ist kostenlos. Billiger werden die Medikamente durch die Internetbestellung aber nicht.

Das kann sich ab Januar 2004 ändern. Die Gesundheitsreform erlaubt dann den direkten Versandhandel von Arzneimitteln, ohne den Weg über die Apotheke. Für freiverkäufliche Medikamente gibt es dann keine festen Preise mehr.

Apotheken: www.herz-apotheke-zittau.de, [email protected], www.carolus-apotheke-zittau.de, [email protected], [email protected]

Plattformen: www.pharmacy-point.de, www.apotheken.de