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Pirna baut einen neuen Kreisverkehr

Der Knotenpunkt Rottwerndorfer/Zehistaer Straße wird ab 15. Juni umgestaltet. Dafür ändert die Stadt den Verkehrsfluss an mehreren Stellen.

Knotenpunkt Zehistaer/Rottwerndorfer Straße: unübersichtlich und gefährlich.
Knotenpunkt Zehistaer/Rottwerndorfer Straße: unübersichtlich und gefährlich. © Foto: Daniel Schäfer

Bis manche Großprojekte vollendet sind, kann es durchaus schon mal 20 Jahre dauern. Seit 2000 arbeitet Pirna das Vorhaben "Ausbau Zehistaer Straße/Liebstädter Straße" ab. Um es zu finanzieren, unterteilte es die Stadt in mehrere Teilabschnitte. 

In diesem Zusammenhang entstanden unter anderem neue Brücken über die Seidewitz an der Einsteinstraße und über die Gottleuba an der Zehistaer Straße, ebenso der Kreisverkehr Zehistaer Straße/Einsteinstraße. 

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Nur ein Projekt fehlte bislang noch: der Umbau der Kreuzung Zehistaer Straße/Rottwerndorfer Straße an der Adler-Apotheke. Der Knotenpunkt gilt wegen seiner eigenwilligen Dreiecksform als unübersichtlich und gefährlich, immer wieder kommt es zu Unfällen. 

Als die Pläne für dieses Projekt konkret wurden, kam das Hochwasser 2013 dazwischen. Pirna konzentrierte sich in den Folgejahren zunächst darauf, die Flutschäden zu beseitigen - und verschob andere große Bauvorhaben auf später. 

Nun aber fügt Pirna dem Großvorhaben "Ausbau Zehistaer Straße/Liebstädter Straße" tatsächlich das letzte Puzzleteil hinzu. In der kommenden Woche beginnt die Stadt damit, den Knotenpunkt Zehistaer Straße/Rottwerndorfer Straße umzugestalten, gebaut wird ein Kreisverkehr. Während der Bauphase muss der Verkehrsfluss an mehreren Stellen geändert werden. Sächsische.de erklärt die Details.

Wann beginnt der Umbau der Kreuzung?

Der Ausbau des Knotenpunktes beginnt nach Aussage des Rathauses am 15. Juni. Das Großvorhaben umfasst den Straßen- und Tiefbau, darüber hinaus verlegen die Stadtwerke Pirna neue Leitungen im Untergrund. Das Projekt ist in vier Bauphasen gegliedert. Geplant ist, die ersten drei Phasen bis Ende November 2020 abzuschließen, der neue Kreisel wird dann schon für den Verkehr freigegeben. Damit geht der städtische Plan auf, den Kreisverkehr in  Betrieb zu nehmen, ehe die Südumfahrung 2023 fertig wird. Das ist für Pirna immens wichtig, um für die künftig von der Südumfahrung abfließenden Verkehrsströme gerüstet zu sein. 

Die Bauphase vier soll dann im Frühjahr 2021 beginnen, die Arbeiten auf der Seminarstraße sollen etwa zwei Monate dauern. 

Wie rollt der Verkehr während der Bauphase?

Wegen der Bauarbeiten muss Pirna den Verkehrsfluss an mehreren Stellen ändern, betroffen davon ist sowohl der Individualverkehr als auch der öffentliche Nahverkehr. 

Die Rottwerndorfer Straße wird zwischen der Adler-Apotheke und der Filiale von "Autoteile Unger" (ATU) komplett gesperrt. Die Zufahrt zu ATU soll aber offen bleiben, solange es bautechnisch möglich ist. 

Teile der Zehistaer Straße, Seminarstraße und Clara-Zetkin-Straße sowie die Geschwister-Scholl-Straße werden zu Einbahnstraßen. Die Zehistaer Straße wird dabei von der Einmündung Clara-Zetkin-Straße in Richtung Rottwerndorfer Straße zur Einbahnstraße. Kraftfahrer können über diese Route an der Rottwerndorfer Straße nach rechts in Richtung stadtauswärts abbiegen, die Mühlenstraße erreichen oder weiter über die Seminarstraße in Richtung Zentrum fahren. 

Allerdings empfiehlt die Stadt all jenen Verkehrsteilnehmern, die aus dem Seidewitztal kommend auf der Zehistaer Straße unterwegs sind, über die Einsteinstraße in Richtung Innenstadt zu fahren. 

Der auf der Rottwerndorfer Straße stadteinwärts rollende Verkehr wird über die Seminarstraße und die Geschwister-Scholl-Straße geleitet. 

Der stadtauswärtige Verkehr auf der Clara-Zetkin-Straße wird an der Feuerwache vorbei zur Zehistaer Straße geführt, dafür wird die bisherige Sackgassen-Regelung vorübergehend aufgehoben. 

Auch einige Bushaltestellen werden verlegt: 

  • Pirna-Stadtzentrum in Richtung Pirna-Neundorf: Für die Linien N, 209, 216 und 218 wird die Haltestelle Rottwerndorfer Straße auf die Clara-Zetkin-Straße (Höhe „Die Lackierer“) verlegt.
  • Pirna-Neundorf in Richtung Pirna-Stadtzentrum: Die Haltestelle Clara-Zetkin-Straße wird auf die Geschwister-Scholl-Straße verlegt.
  • Pirna-Stadtzentrum in Richtung Pirna-Zehista: Der Weg der Linien 207a und 219 wird wie folgt geändert: Pirna, Breite Straße – Pirna, Busbahnhof – Pirna, Einsteinstraße. Auf der Einsteinstraße wird in Höhe der Einfahrt zum Nettomarkt eine Haltestelle als Ersatz für die Haltestelle Rottwerndorfer Straße eingerichtet.
  • Pirna-Zehista in Richtung Pirna-Stadtzentrum: Die Haltestelle Pirna, Clara-Zetkin-Straße wird nicht bedient. Als Ersatz ist die Haltestelle Pirna, Zehistaer Straße zu nutzen.
Das Bild zeigt den geänderten Verkehrsfluss während des Kreuzungsumbaus. In ocker ist der Baubereich markiert.
Das Bild zeigt den geänderten Verkehrsfluss während des Kreuzungsumbaus. In ocker ist der Baubereich markiert. © Stadtverwaltung Pirna

Warum wird der Kreisel gebaut?

Aus Sicht der Stadt gibt es mehrere Gründe: Zum einen soll die Kreuzung durch den Umbau zum Kreisel übersichtlicher und sicherer werden. Zum anderen befinden sich die Kreuzung sowie die angrenzenden Straßen laut einem Gutachten in einem schlechten Zustand. Der Belag ist deformiert, rissig und an vielen Stellen ausgebrochen - alles dringend sanierungsbedürftig. 

Darüber hinaus will Pirna mit dem Kreisel den Verkehrsfluss verbessern, weil vor allem die Zehistaer und Rottwerndorfer Straße wegen der künftigen Südumfahrung noch bedeutsamer für Verkehrsströme werden.  

Wie wird der Kreisel künftig aussehen?

Der Kreuzungsbereich selbst wird umgebaut, der Kreisverkehr hat einen Außendurchmesser von 35 Meter, die Fahrbahn ist fünf Meter breit. Entlang des Kreisverkehrs und der angrenzenden Straßen gibt es später separate Radwege. Zudem wird die Rottwerndorfer Straße von der Kreuzung bis zur Clara-Zetkin-Straße saniert.

Die Zehistaer Straße wird ebenfalls bis zur Ausfahrt Clara-Zetkin-Straße saniert. Die Besonderheit hier: Auf der Fahrbahnmitte der Zehistaer Straße wird auf einem Teilstück ein Grünstreifen angelegt. Der Umbau umfasst darüber hinaus auch die Einmündung Seminarstraße/Rottwerndorfer Straße. Kraftfahrer können von der Seminarstraße aus später nicht mehr nach links auf die Rottwerndorfer Straße abbiegen. Wer von da aus stadtauswärts fahren will, muss zunächst rechts abbiegen und eine Runde im Kreisel drehen. Ebenso ist es später nicht mehr möglich, von der Rottwerndorfer Straße - stadtauswärts gesehen - nach links in die Seminarstraße einzubiegen. Umgestaltet wird auch die Einmündung Mühlenstraße.

Die bisherigen Kundenparkplätze an der Adler-Apotheke entfallen künftig, weil eine Zufahrt vom Kreisel aus nicht möglich ist. Die Zufahrt zur Apotheke befindet sich später nördlich des Kreisverkehrs in Richtung ATU.

Wie wird der Innenkreis gestaltet?

Für das Innen-Rondell des Kreisels hat die Stadt das Thema "Sandstein" aufgegriffen, weil sich diese Gesteinsvorkommen im Seidewitz- und Gottleubatal bei der Gestaltung wiederfinden sollen. 

Fachleute platzieren im Innenkreis  große Sandsteine und Sandsteinfindlinge, dazu Sandsteinschotter in unterschiedlichen Korngrößen. Komplettiert wird das Areal mit Gehölzen, Stauden und Gräsern, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühen. Laut der Stadt sind diese Gewächse überdies robust sowie hitze- und trockenheitsverträglich. Im Kreuzungsbereich sind zudem fünf neue Bäume geplant, hinzu kommen neun Säulen-Amberbäume sowie weitere 15 Sträucher. 

Wie viel kostet das Vorhaben?

Das Bauvorhaben kostet insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen fördert das Projekt zu 80 Prozent mit Mitteln aus dem Programm "Kommunaler Straßenbau". 

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