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Neue Pläne für den Grauen Storch

Der ehemalige Gasthof in Mockethal wird zu Betreutem Wohnen ausgebaut. Nicht nur Senioren sind angesprochen.

Igor Ratzenberger betreibt das künftige Seniorenzentrum in Pirna- Mockethal.
Igor Ratzenberger betreibt das künftige Seniorenzentrum in Pirna- Mockethal. © Norbert Millauer

Viele Anwohner fragen sich, was mit dem ehemaligen Gasthof Grauer Storch in Mockethal passiert. Das Gebäude steht seit einigen Jahren leer. Dabei wurde bereits im Oktober mit Sanierungsarbeiten begonnen. Das Haus, das in seinem Namen grau aufgrund der Fassade durchaus zu Recht  trägt, ist eingerüstet. Das komplette Gelände wurde mit einem Bauzaun gesichert. Allerdings ruhen die Arbeiten seit einigen Monaten.

Näheres weiß Jekaterina Nikitin, Sprecherin der Stadtverwaltung Pirna. "Der Stadtverwaltung liegt aktuell ein gültiger Bauantrag des Bauherren vor. Dieser wird derzeit inhaltlich geprüft", so die Sprecherin. Die Bauarbeiten am Objekt begannen ohne Genehmigung, daher verhängte die Verwaltung vorläufig einen Baustopp. Bis der Bauantrag abschließend geprüft und eine Genehmigung erteilt wird, müssen die Bauarbeiten ruhen. Die Verwaltung ist dazu in ständigem Kontakt mit dem Bauherren, erklärt Nikitin.

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Igor Ratzenberger, künftiger Betreiber des gesamten Objektes, ist zuversichtlich, dass das Plazet der Baubehörde zeitnah vorliegen wird. "Wir rechnen täglich mit der Freigabe", sagt der Unternehmer aus Dresden, der in der Landeshauptstadt unter anderen einen ambulanten Pflegedienst betreibt.

Stolzer Preis für Kaltmiete

Was konkret ist geplant? Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude soll zu einem Seniorenzentrum ausgebaut werden. Es entstehen altersgerechte und barrierearme Mietwohnungen mit einer Tagespflege und einem  Therapiezentrum in Pirna-Mockethal. 15 Wohnungen werden in den oberen Stockwerken des Gasthausgebäudes eingebaut, 15 weitere in dem daran angrenzenden Saal. Die Quartiere haben eine Größe von 30 bis 70 Quadratmeter. Balkone sind nicht vorgesehen, aber der Hof wird zu einer grünen Freifläche mit Gemeinschaftsnutzung gestaltet, kündigt Ratzenberger an. 

Die Wohnungen selber werden barrierearm ausgestaltet; Fachleute bauen einen Fahrstuhl ein. "Wie fixieren uns nicht nur auf Senioren, sondern sprechen mit dem Angebot auch jüngere Menschen mit einem Handicap an, zum Beispiel Rollstuhlfahrer", erläutert der künftige Betreiber des  Objektes. Jede Wohnung wird mit Sicherheitstechnik ausgestattet. 

Die Kaltmiete liegt zwischen acht und neun Euro pro Quadratmeter im Monat. Ratzenberger ist sich bewusst, dass es sich hierbei einen stolzen Preis handelt. "Aber wir bieten einen weitreichenden Service, wie zum Beispiel einen 24-Stunden-Pflegedienst vor Ort. Außerdem ist eine Wäscherei im Keller geplant", führt der Unternehmer aus.

Sorge, dass er auf den Wohnungen sitzen bleibt, hat Ratzenberger indes nicht. Es gebe bereits Interessenten, viele kämen aus der Region.

Anwohner freuen sich über die Entwicklung

Das Therapiezentrum zieht in das Hauptgebäude im linken Teil des Erdgeschosses ein. Es bietet Physiotherapie, Ergotherapie sowie Logopädie. Der künftige Betreiber dieses Zentrums kommt aus Dresden, die Verträge zwischen ihm und Ratzenberger sind bereits abgesprochen. Die Tagespflege wird in dem rechten Teil des Erdgeschosses eingerichtet. "Unsere Gäste sollen Anregung und Struktur erfahren", beschreibt Ratzenberger das Konzept. Ihm schwebt dabei ein offenes Zentrum vor. "Nicht nur für Pflegebedürftige, sondern auch für  Anwohner und Angehörige, quasi als Treffpunkt für alle", überlegt der Dresdner laut.

Der Umbau des Grauen Storches zu einem Seniorenzentrum ist kein Leichtgewicht. Ratzenberger schätzt die Investitionskosten auf gut vier Millionen Euro. Trotz des aktuellen Bauverzuges ist er zuversichtlich, dass die ersten Mieter bereits zu Weihnachten einziehen können.

Schon jetzt stößt das Projekt auf Interesse bei den Nachbarn. Andreas Burkert wohnt gegenüber. "Schön, dass wieder Leben in den Grauen Storch einzieht", sagt der Mockethaler, der sich früher gerne mit Freunden und Bekannten in dem Gasthaus getroffen hat. Auch ein Biergarten gehörte damals zum Lokal.

Erbaut um die Jahrhundertwende

Das Grundstück an der Kreuzung Wehlener Straße,  Arthur-Thiermann-Straße wurde bereits 1897 mit dem Gasthof „Zum Grauen Storch“ im Erdgeschoss und Wohneinheiten darüber von Curt Hesse für den damaligen Besitzer Max Rühle geplant.

Am benachbarten Tanzsaal waren Anbauten mit mittiger Musikhalle und seitlichen jeweils getrennt-geschlechtlichen Garderoben vorgesehen. Der Tanzsaal und der Gasthof wurden vorerst über einen Verbinderbau, der die Ausgabe beinhaltete, miteinander verknüpft, jedoch in der weiteren Planung, drei Jahre später, in seiner heutigen Form entwickelt. Der ursprüngliche Dreiseitenhof  wurde durch eine Stallung für die Nutztiere inklusive Heuboden gefasst. 

Heute ist der Hof zur anliegenden Wiese im Westen offen und wird nur noch durch die vorhandenen Hauptgebäude von der Straße abgeschirmt. Im Süden wurden Einfamilienhäuser entlang der Arthur-Thiermann-Straße in offener Bebauung angegliedert.

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