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Pirna

Pirna entschärft gefährlichen Zebrastreifen

Der Fußgängerüberweg an der Einsteinstraße war schlecht zu sehen. Die Folge: viele schwere Unfälle. Doch inzwischen gibt es eine Lösung.

Fußgängerüberweg an der Einsteinstraße: Neue Ampel, neue Markierung.
Fußgängerüberweg an der Einsteinstraße: Neue Ampel, neue Markierung. © Daniel Schäfer

Der letzte Unfall an dieser Stelle ist gerade einmal anderthalb Monate her: Am 11. Februar wollte eine 62-jährige Frau gegen 6.30 Uhr die Einsteinstraße in Pirna auf dem Fußgängerüberweg an der Ecke Waschhausweg überqueren. Eine 38-jährige Opel-Fahrerin, die von der Königsteiner Straße aus in Richtung Zehistaer Straße unterwegs war, übersah jedoch die Fußgängerin. Die Folge: Das Auto erfasste die Passantin, sie krachte mit dem Körper gegen die Frontscheibe und musste schwer verletzt in eine Klinik gebracht werden.

Dieser Unfall ist symptomatisch für diese Stelle: Der Zebrastreifen gilt schon seit Langem als gefährliches Terrain, immer wieder kam es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen. 

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Viele Schwerverletzte

Bereits vor geraumer Zeit war eine öffentliche Debatte über die mangelnde Sicherheit an diesem Überweg entbrannt. Nach Ansicht vieler Pirnaer war der Zebrastreifen mit einem gravierenden Manko behaftet. Er ließ sich schwer erkennen, vor allem im Dunkeln. Die Hinweisschilder ragten nur wenig in den Straßenraum hinein, die weiße Markierung auf der Straße war verblichen. Einige beklagten, der Überweg sei nur unzureichend beleuchtet.

Offensichtlich lösten diese Faktoren eine Reihe schwerer Unfälle aus. So  überquerte ein elfjähriges Mädchen am 22. November 2019 gegen 5.55 Uhr die Einsteinstraße auf dem Zebrastreifen. Eine 57-jährige Renault-Fahrerin übersah aber in der dunklen Morgenstunde das Kind. Der Wagen erfasste das Mädchen, die Elfjährige wurde bei dem Zusammenprall schwer verletzt. Im Oktober 2017 erfasste ein 49-jähriger Mann, der in Richtung Zehistaer Straße unterwegs war, mit seinem Citroen eine 87-jährige Frau, als sie kurz nach 7 Uhr die Einsteinstraße überquerte. Die Seniorin erlitt dabei schwerste Verletzungen. Im Januar 2016 übersah ein 67-jähriger Skoda-Fahrer einen 85-jährigen Rollstuhlfahrer, der auf dem Zebrastreifen die Einsteinstraße passierte. Offenbar hatte die tiefstehende Sonne den Kfz-Lenker geblendet. Der Skoda kollidierte mit dem Rollstuhlfahrer, der 85-Jährige wurde verletzt und ins Pirnaer Klinikum gebracht. Und im Januar 2013 erfasste ein 58-jähriger Seat-Fahrer einen 77-jährigen Mann, der auf dem Zebrastreifen gerade die Straßenseite wechselte. Der Senior erlitt leichte Verletzungen.

Aber war die schwere Erkennbarkeit die alleinige Ursache? Offenbar hatten einige Kraftfahrer auch die geltenden Regeln missachtet. Fußgänger und Rollstuhlfahrer haben an Zebrastreifen absoluten Vorrang. Kraftfahrer müssen sich einem solchen Übergang mit mäßiger Geschwindigkeit nähern und gegebenenfalls anhalten.

Bei Bedarf Grün

Aufgrund der aus ihrer Sicht gravierenden Sicherheitsmängel forderten die Pirnaer, am Überweg Einsteinstraße zusätzliche Lampen zu installieren, die Fahrbahn neu zu markieren und gut sichtbare Schilder aufzustellen.

Der Stadt waren diese Probleme bereits seit Längerem bekannt. Vor einiger Zeit ließ das Rathaus sämtliche Fußgängerüberwege in der Stadt von einem Ingenieurbüro überprüfen. Die Kontrolle war nötig, weil sich die gesetzlichen Grundlagen für die Beleuchtung solcher Überwege geändert hatten. Infolge dessen ließ die Stadt 2018 eine helle LED-Lampe am Zebrastreifen an der Einsteinstraße installieren.

Inzwischen ist der nächste Schritt vollbracht. Das Rathaus ließ jetzt am ehemaligen Zebrastreifen eine Fußgängerampel errichten. Die alte Markierung verschwand, der Übergang wurde neu gekennzeichnet. Die Ampeln sind sowohl links und rechts der Straße montiert als auch gut sichtbar direkt über der Fahrbahn. Die Lichtsignalanlage ist eine sogenannte Bedarfsampel: Braucht ein Fußgänger Grün, muss er einen Sensor betätigen. Pirna investierte rund 22.000 Euro in die neue Technik.

Keine Sanierung in Sicht

Um weitere vorhandene Überwege sicherer zu machen, lässt die Stadt derzeit an den Zebrastreifen am Kreisverkehr Einsteinstraße/Zehistaer Straße von den Stadtwerken zusätzliche Lampen aufstellen.

Dass sich aber grundlegend etwas am oft bemängelten Gesamtzustand der Einsteinstraße ändert, ist derzeit nicht in Sicht. Beispielsweise fehlt auf der Seite des Seniorenheimes "Sächsische Schweiz" ein Gehweg, der Radweg auf der gegenüberliegenden Seite ist im Grunde genommen nicht befahrbar - weil er sehr schmal ist und Baumwurzeln ihn zu einer Buckelpiste gemacht haben. Allerdings sei ein grundlegender Ausbau der Einsteinstraße, so das Rathaus, derzeit nicht im städtischen Investitionsplan enthalten.

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