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Pirna sagt auch Statt-Fest ab

Im Herbst sollte es Ersatz für das corona-bedingt gestrichene Stadtfest geben. Daraus wird nichts. Ein weiteres Event stirbt wohl nicht ganz.

Konzert auf dem Pirnaer Markt beim Stadtfest 2019. Dieses Jahr unvorstellbar.
Konzert auf dem Pirnaer Markt beim Stadtfest 2019. Dieses Jahr unvorstellbar. © Marko Förster

Heftig war die Kritik, nachdem Pirna das diesjährige Stadtfest abgesagt hatte. Das passierte bereits im April, zweieinhalb Monate vor dem Festwochenende. Viel zu früh, meinten etwa die Freien Wähler und die AfD im Stadtrat. Auch auf Facebook äußerten viele Bedauern - und Mitgefühl mit Gastronomen und Schaustellern, denen Einnahmen entgehen. Aber auch noch heute, vier Monate später, ist die Corona-Lage nicht grundsätzlich anders. 

Zwar ist die Zahl der Infizierten insbesondere im Landkreis niedrig. Dass sie aber wieder kräftig steigen kann, zeigen die jüngsten Daten vom Robert-Koch-Institut. Allein am Mittwoch wurden bundesweit über 1.400 neue Ansteckungen registriert. Großveranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern sind nach wie vor tabu, und auch kleinere Zusammenkünfte brauchen ein von der Gesundheitsbehörde genehmigtes Hygiene-Konzept. 

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Hofnacht, Kneipenacht ebenfalls gestrichen

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Stadt auch den für den Herbst angekündigten Ersatz für das Stadtfest - eine Art Stattfest - absagt. Karolina Manitz, Sprecherin der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna: "Aktuell sind die Hürden für Großveranstaltungen im öffentlichen Raum insbesondere wegen der gebotenen Kontaktnachverfolgung recht hoch, sodass die von der KTP angedachten Open-Airs abgesagt wurden." Betroffen ist nicht nur der für den September geplante Stadtfest-Ersatz. Ebenfalls gestrichen sind die Hofnacht und die Kneipennacht. Der Pirnaer Tresen soll jedoch im kommenden Frühjahr über die Bühne gehen. Hoffentlich mit einer großen Beteiligung an Gastronomen, wie Manitz sagt. 

Bei den Programmplanungen konzentriert sich die KTP bereits auf das Stadtfest 2021 am dritten Juniwochenende. Dafür habe man einen Teil des Programmes hinübergerettet. Auf der Hauptbühne werden etwa ein Michael-Jackson-Revival und die Konzerte von CCR-Revival und Second Straits (Dire-Straits-Cover) stattfinden. Das Gute daran ist: Die musikalische Zeitreise in vergangene Rock-Jahrzehnte wird nächstes Jahr noch genauso aktuell sein wie heute. 

Manitz freut sich auch auf die Talente-Bühne im Klosterhof, auf der lokale Künstler mit ihren Kurzprogrammen auftreten werden. Bis dahin ist aber noch viel Zeit. Anders als im Fall des Weihnachtsmarktes: Der soll stattfinden, und zwar in einer entzerrten Form. Das heißt, die Buden würden teilweise vom Markt in die Nebenstraßen wandern, damit die Besucher genug Platz haben, sich zu verteilen. Die Abstimmungen dazu laufen.

Kostümiertes Rahmenprogramm bei der Einkaufsnacht 2019. Diesmal findet das Event allenfalls ohne Drumherum statt.
Kostümiertes Rahmenprogramm bei der Einkaufsnacht 2019. Diesmal findet das Event allenfalls ohne Drumherum statt. © Daniel Förster

Einkaufsnacht ja, aber anders

Bis zuletzt wurde dafür gekämpft, dass am 11. September zur traditionellen Einkaufsnacht eingeladen wird. Laut Pirnaer Citymanagement wird eine Einkaufsnacht mit Veranstaltungscharakter in diesem Jahr aber nicht funktionieren. Das Gesundheitsamt habe das Hygienekonzept bemängelt. Das Problem sei, dass die Besucher auf dem großen Veranstaltungsraum des gesamten Innenstadtgebietes nicht kontrolliert und gesteuert werden können. Dadurch sei das Einhalten des Mindestabstandes fraglich. 

Ganz aufgeben wollen aber die Händler in der Pirnaer Innenstadt nicht, das Event soll dieses Jahr nicht sterben. Deshalb wurde unter den Händlern eine Umfrage zu Alternativen gestartet. "Wir haben verschiedene Varianten geprüft", sagt Robert Böhme vom Citymanagement. Am wahrscheinlichsten sei demnach ein "Langer Freitag" am 11. September. Die Geschäfte könnten dabei bis 22 Uhr öffnen. Eine aufwendige Dekoration und die Stände auf dem Markt würden entfallen, aber die Händler könnten sich jeder für sich liebevoll präsentieren. Zudem feiert der Delikatessenladen und Kaffeerösterei Erst Schmole Nachf. an diesem Tag sein 140-jähriges Bestehen. 

Robert Böhme kündigte an, dass solche eine Idee umgesetzt wird, wenn sich dafür auch eine repräsentative Anzahl an Händlern ausspricht. Das Ergebnis dürfte in Kürze feststehen.

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