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Stadtmuseum erhält den "Lilienstein"

Die Volksbank Pirna hat ein Ölgemälde erworben und auf Vordermann bringen lassen. Wann das Kunstwerk ausgestellt wird, steht aber noch nicht fest.

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig (links) und Christian Schmidt-Doll von der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna präsentieren das Ölgemälde, das jetzt dem Stadtmuseum Pirna überreicht worden ist.
Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig (links) und Christian Schmidt-Doll von der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna präsentieren das Ölgemälde, das jetzt dem Stadtmuseum Pirna überreicht worden ist. © Daniel Schäfer

Die Farbe Grün in allen Nuancen überwiegt. Im Vordergrund sieht man eine weite saftige Wiese, auf der sich Schatten zeigen. Dahinter erhebt sich der majestätische Tafelberg Lilienstein.  Das große Ölgemälde weckt spontan die Lust auf Wandern und Klettern in der Sächsischen Schweiz. Es ist ein Sehnsuchtsbild.

Das Kunstwerk von Hermann Theodor Droop wurde jetzt dem Stadtmuseum Pirna geschenkt. Initiator der Aktion ist Klaus Brähmig, ehemaliges Bundestagsmitglied und bekennender Liebhaber der Region Sächsische Schweiz. Für die Schenkung konnte er die Volksbank Pirna mit ins Boot holen, die spontan auf seine Anfrage zusagte. So wurde das Gemälde bei einem Dresdner Auktionshaus erworben und von der Pirnaer Diplom-Restauratorin Stefanie Matthes liebevoll erneuert. Die Volksbank hat für Erwerb und Restaurierung zirka 3.000 bis 4.000 Euro ausgegeben, informiert Vorstandsvorsitzender Hauke Haensel.

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Bei der feierlichen Übergabe am Freitagvormittag betonte Klaus Brähmig, dass der Tafelberg Lilienstein das Symbol für die Region Sächsische Schweiz schlechthin sei und deshalb besonders gut in die Sammlung des Pirnaer Stadtmuseums passe.  Dem konnte Dietrich Butter, Leiter Nationalpark Sächsische Schweiz, der jetzt in den Ruhestand geht, nur zustimmen. "Ein schönes Bild, das ich am liebsten selber mitnehmen möchte", bemerkte er mit einem Augenzwinkern bei der Übergabe.  

Künstler stammt aus Ostfriesland

Natürlich freut sich auch René Misterek, Leiter des Stadtmuseums Pirna, über die Schenkung. "Denn wir empfinden uns nicht nur als Stadtmuseum für Pirna, sondern mit unserer umfassenden Sammlung auch als Regionalmuseum für die Sächsische Schweiz. Da passt das Ölgemälde Lilienstein perfekt dazu", so der Museumschef, der nähere Informationen zum Künstler hat. 

Hermann Theodor Droop ist kein einheimischer Maler, er wurde 1879 in Emden geboren und studierte an der Kunstakademie Dresden unter anderem bei Leon Pohle. Droop,  der 1957 bei Meißen starb, beschäftigte sich vorwiegend mit Landschaftsmalerei  und Porträts. Das Ölgemälde " Sächsische Schweiz - Blick auf den Lilienstein in der Abendsonne"  entstand im Jahr 1941. "Vielleicht wollte der Künstler mit diesem schönen Bild der damaligen Schreckenszeit etwas entgegenstellen", versucht Misterek das Kunstwerk vorsichtig zu deuten.   

Viel Mühe hat sich die Restauratorin Stefanie Matthes gemacht. Rund drei volle Arbeitstage  war sie mit dem Bild beschäftigt, das unter anderem gereinigt werden musste. Auch an den Rahmen,  der Spalten und Gehrungsfugen aufwies, legte sie Hand an. Eine Arbeit, die ihr viel Freude bereitete. "Ich bin selber Kletterin und war schon oft an den Wänden des Liliensteins, weshalb dieser Auftrag auch einen  ganz besonderen Reiz für mich hatte", sagt sie lächelnd. 

Arbeiten am Stadtmuseum geplant

Natürlich muss die Kardinalfrage lauten: Wann kann der Normalbürger das Ölgemälde im Stadtmuseum Pirna bewundern?  Eine konkrete Antwort darauf gibt es jedoch nicht. "Jetzt führen wir die aktuellen Ausstellungen durch, nämlich ,Kriegskinder' und die Schau über den Puppenspieler Heinz Fülfe. Beide Ausstellungen sind sehr erfolgreich", sagt René Misterek. Ob das Bild Lilienstein noch in diesem Jahr in dem Stadtmuseum präsentiert wird, könne er nicht sagen. 

Bis dahin bleibt das Ölgemälde gut verwahrt in dem Depot des Stadtmuseums Pirna, das über 70.000 Exponate beherbergt. In diesem Zusammenhang warb Klaus Brähmig bei der Übergabe erneut darum, dass die Stadt Pirna regelmäßig eine Summe für die Restaurierung  dieser Schätze in den Haushalt einstellen möge. "Gelder für die Restaurierung werden bereits eingeplant", sagt Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke, der ebenfalls bei der Übergabe anwesend war. Für das Rathaus stünde jetzt allerdings das Bestandsgebäude des Stadtmuseums  im Fokus. "Unter anderem muss hier  Barrierefreiheit geschaffen werden", kündigt Hanke an. 

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