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Wildes Parken an der Elbe

Der Parkplatz am Fluss in Pirna ist begehrt. Aber nicht alle Nutzer sind korrekt. Und das ist nicht das einzige Problem am Standort.

Der rote Pkw hat blockiert gleich zwei Stellflächen auf dem Elbeparkplatz in Copitz.
Der rote Pkw hat blockiert gleich zwei Stellflächen auf dem Elbeparkplatz in Copitz. © Mareike Huisinga

Caravan steht an Caravan an diesem Morgen auf dem Elbeparkplatz in Copitz. Die Gesellschaft ist international: Man sieht Kennzeichen aus Tschechien, Holland, Dänemark und Frankreich. Auch die Bundesrepublik ist gut vertreten. Die Wohnmobilisten reisten aus Kiel, Heidelberg, München, Rosenheim und Düsseldorf an, um den schönen Blick über die Elbe auf die Pirnaer Altstadt zu genießen. Man hat es sich gemütlich gemacht. Einige Camper haben ihre Satellitenschüsseln aufgestellt, andere frühstücken gerade auf ihren Campingstühlen an Klapptischen. 

Nicht bei allen kommt diese morgendliche Idylle gut an. "Ich habe auch schon Urlauber gesehen, die sich hier ihre Zähne putzen und auf die Grünfläche urinierten. Vermutlich wollten sie ihre Wassertanks schonen", sagt ein Pirnaer, der regelmäßig den Parkplatz benutzt. 

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Nicht nur die mangelnde Hygiene ist ihm ein Dorn im Auge. Auch hielten sich nicht alle an die Parkordnung. Es gibt Flächen für Wohnmobile, andere sind wiederum ausschließlich für Pkw vorgesehen. Erst vor Kurzem stellte sich ein Kleinwagen über zwei Parkflächen und blockierte somit einen Platz. Aber umgekehrt scheint ebenfalls Rücksichtslosigkeit angesagt zu sein. Wenn die Stellflächen für die Wohnmobile belegt sind, parken die Camper oftmals auf den Pkw-Flächen. "Das geht zu Lasten der Autofahrer, die dann nicht immer einen freien Platz finden und folglich woanders parken müssen", ärgert sich der Pirnaer. 

Parken ist zeitlich begrenzt

Die Stadtverwaltung Pirna kennt das Problem.  Insgesamt gibt es 29 Pkw-Stellplätze und zwölf Caravanstellplätze, teilt Stadtsprecherin Jekaterina Nikitin auf Anfrage von Sächsische.de mit. Das Ordnungsamt kontrolliert den Elbeparkplatz in Pirna-Copitz in regelmäßigen Abständen mehrmals wöchentlich bis täglich in der Hauptsaison. Wer falsch parkt, läuft Gefahr, eine Verwarnung ab zehn Euro zu erhalten.  

Auch die Aufenthaltsdauer für Caravane ist reglementiert. Darauf weisen mehrere Schilder hin.  Um eine möglichst hohe Fluktuation auf dem Parkplatz zu realisieren,  ist das Caravanparken von 17 bis 9 Uhr begrenzt.  "Campen Fahrer unberechtigterweise auf dem Areal, fallen Verwarn- oder Bußgelder zwischen 10 und 500 Euro an", sagt die Stadtsprecherin.  Der Parkplatz sei die einzige altstadtnahe Option für Pirna-Besucher mit Caravans, die nur einen kurzen Besuch der Altstadt planen und nicht mehrere Tage bleiben wollen, fügt sie hinzu. 

Wohin mit dem Müll?

Die hohe Beliebtheit des Parkplatzes bringt noch ein anderes Problem mit sich. Immer wieder klagen Anwohner, dass es zu einer Vermüllung auf dem Parkplatz käme. Das Thema ist nicht neu, hat sich in der Corona-Situation aber einmal mehr verschärft, da momentan besonders viele Urlauber mit dem Camper unterwegs sind.

Deshalb reagierte die Stadtverwaltung und ließ seit Anfang Juni zur Probe zwei größere Mülltonnen auf dem Parkplatz aufstellen. Jedoch ging dieser Schuss nach hinten los. "Seitdem beobachtete die Stadt zunehmend, dass die Mülltonnen nach erfolgter Leerung bereits innerhalb von zwei Tagen wieder übervoll sind und Abfall unrechtmäßig neben den Tonnen abgelagert wird - wie Sperrmüll, Farbeimer oder Lacke", sagt Nikitin. Dieser Missbrauch der städtischen Müllcontainer sei jedoch nicht allein auf Caravan-Parker zurückzuführen.  Auf Grund der negativen Entwicklung wurden die Tonnen am 28. August wieder entfernt. Die verbleibenden zwei öffentlichen Abfallbehälter an der Sitzgruppe und der Behälter an den Bänken auf dem Amalie-Dittrich-Weg sowie zwei Behälter an der Fähre stehen weiterhin wie gewohnt für die Kleinmüllentsorgung zur Verfügung. Die Leerung dieser Behälter findet einmal wöchentlich und vorübergehend bei Bedarf zusätzlich ein zweites Mal pro Woche statt.

Sollten Camper zahlen?

Immer wieder wird auch diskutiert, ob die Camper nicht einen Obolus für ihren Aufenhalt am Standort zahlen sollten. Doch das lehnt die Stadt ab.  "Diese Option wurde schon mehrfach geprüft und verworfen. Es ist nicht zielführend, die dort parkenden Caravantouristen mittels Parkgebühr zu motivieren, andere Parkplätze in der ohnehin schon stark frequentierten Innenstadt aufzusuchen oder unsere Stadt ganz zu meiden", sagt Nikitin. 

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