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Pirna will das Einkaufszentrum

Pirna

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Das Scheunenhofareal in Pirnas Innenstadt wird europaweit als Einkaufszentrum ausgeschrieben. Das hat der Stadtrat am Dienstagabend beschlossen. Der Standort soll mit dem Ziel verkauft werden, ein Shoppingcenter mit 5000 bis 8000 Quadratmetern Einzelhandelsverkaufsfläche zu errichten. Außerdem sollen begleitend dazu noch gastronomische Einrichtungen und Dienstleistungsangebote entstehen.

Die Vergabe soll in Form eines Verhandlungsverfahrens mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden. Schon im Januar könnte das Projekt dann im europaweiten Ausschreibungsblatt stehen und im September ein Käufer gefunden sein. „Dieser Zeitplan ist natürlich ein sportliches Vorhaben“, erklärt Baubürgermeister Christian Flörke.

Damit alles glatt läuft, wurde die Stuttgarter Anwaltskanzlei Eisenmann, Wahle und Birk beauftragt, das Ausschreibungsverfahren zu begleiten. Deren Vertreter, Hans-Jörg Birk, setzte den Stadträten das genaue Prozedere auseinander: „Das richtige Angebot für den Scheunenhof kommt eigentlich erst nach den Verhandlungen.“ Zuvor müssen die Bieter eigene Konzeptionen und Planungen bezüglich des Betriebskonzeptes, des Städtebaus, der Architektur und der verkehrlichen Auswirkungen vorlegen. Die werden dann verglichen und an die Bedürfnisse Pirnas angepasst. „Der Pfiff ist, dass am Ende dann alle zu den gleichen Bedingungen ein Angebot abgeben können“, erläutert Hans-Jörg Birk.

Bevor es zu der Entscheidung für die Ausschreibung kam, gab es im Stadtrat eine lebhafte Debatte darüber. So wurden vor allem die bereits in der Diskussion im Vorfeld geäußerten Ängste erneut aufs Tapet gebracht. Viele Stadträte befürchten, dass unter dem neuen Einkaufszentrum die existierenden Händler leiden werden. „Voraussetzung für einen Zuschlag ist, dass das Programm den Einzelhandel schützt und entwickelt“, versuchte Anwalt Birk diesen Sorgen entgegenzutreten.

Des Weiteren wurde das fehlende Konzept kritisiert, zum Beispiel in Bezug auf die Verkehrssituation um den Dohnaischen Platz in Pirna, an den das Einkaufszentrum angrenzen wird. Zwei Seniorenheime wären zudem unmittelbar von der Umsetzung betroffen. „Das Einzelhandelskonzept wird doch im Rahmen der Ausschreibung beauftragt“, erwiderte darauf Baubürgermeister Flörke.

Trotz aller Erklärungen blieben viele Stadträte skeptisch und wollten wissen, bis zu welchem Zeitpunkt das Projekt eventuell noch verhindert werden könne. „Man kann immer Nein sagen“, antwortete Hans-Jörg Birk. „Doch das spricht sich bei den Investoren rum, dann ist für Pirna der Markt für mindestens die nächsten zehn Jahre kaputt.“ Bei der abschließenden Abstimmung gab es dann 22 Zustimmungen bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung.